Nürnberg: 300 gefälschte Impfpässe im Großraum - Apothekerin ertappt Betrüger auf frischer Tat
Autor: Antonia Kriegsmann
Mittelfranken, Samstag, 04. Dezember 2021
In Mittelfranken tauchen immer mehr gefälschte Impfpässe auf. Im Raum Nürnberg und Fürth hat es mehr als 300 Fälle gegeben. Im Kreis Ansbach hat eine Apothekerin einen Mann auf frischer Tat ertappt, der sich einen Impfnachweis ergaunern wollte.
- Mehr als 300 Fälle von Impfpass-Fälschungen in Mittelfranken
- In den letzten Wochen war ein "markanter Anstieg" der Fälschungen zu beobachten
- Apothekerin in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) erwischt Impfpass-Betrüger
- Polizei Oberfranken gibt Tipps: So erkennt man Impfpass-Fälschungen
Die Zahl der Impfpass-Fälschungen nimmt bundesweit zu. Auch in Mittelfranken hat es in den letzten Wochen einen "markanten Anstieg" gegeben, wie eine Pressesprecherin des Polizeipräsidiums Mittelfranken inFranken.de mitteilt.
Impfpass-Fälschungen nehmen zu: mehr als 300 Fälle in Mittelfranken
Wie die Sprecherin weiter mitteilt, soll es im Raum Nürnberg und Fürth bis zum 1. Dezember über 300 Fälle von Impfpass-Fälschungen gegeben haben.
Gerade in den letzten Wochen – also in der Zeit, in welcher die Corona-Regelungen für Ungeimpfte immer strenger wurden – sei ein starker Anstieg zu beobachten gewesen. Im Raum Erlangen und Höchstadt soll es mehr als 20 Fälle gegeben haben.
Bei gefälschten Impfpässen oder Testnachweisen stehen Straftatbestände aus dem Bereich der Urkundenfälschung im Raum. Der Gesetzgeber hat hier Ende November nachgeschärft und die Tatbestände hinsichtlich Impfausweisen und Testnachweisen konkretisiert. Es drohen Geld- oder Freiheitsstrafen. Fast alle Landeskriminalämter in Deutschland signalisieren einen extremen Anstieg von gefälschten Impfzertifikaten, wie der BR berichtet.
Kreis Ansbach: Frau erwischt Impfpass-Fälscher auf frischer Tat
Am Dienstag (30.11.2021) erwischte eine Frau in Dinkelsbühl (Kreis Ansbach) einen Mann auf frischer Tat, wie das Polizeipräsidium Mittelfranken mitteilt. Ein Mann hatte in der Apotheke seinen Impfausweis vorgezeigt und wollte mit diesem eine digitale Bescheinigung für sein Mobiltelefon (CovPass) bekommen.
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Bei der Eingabe der Daten fiel der Apothekerin jedoch auf, dass die Stempel des ausstellenden Arztes und die Chargennummern der Impfungen im Impfausweis falsch sein könnten. Ihre Vermutung teilte sie dem Mann mit, woraufhin dieser in unbekannte Richtung verschwand. Aufgrund ihrer guten Personenbeschreibung entdeckte eine Polizeistreife den Verdächtigen nur eine Straße weiter. Bei der anschließenden Kontrolle konnte schließlich auch der in der Apotheke vorgezeigte Impfausweis aufgefunden werden.