Notruf-Lüge sorgte für SEK-Einsatz in Nürnberg
Autor: Redaktion
Nürnberg, Mittwoch, 14. Juni 2017
Am Montag ist es in der Nürnberger Innenstadt zu einem Großeinsatz der Polizei gekommen. Wie sich inzwischen herausstellte, hatte der Notrufer gelogen.
Am Montag (12. Juni) kam es in der Nürnberger Innenstadt zu einer Bedrohungslage, die einen umfangreichen Polizeieinsatz erforderte. Inzwischen wurde der Sachverhalt laut Polizei geklärt.
Ein 48-jähriger Mann teilte der Polizei am Nachmittag mit, dass er in einer Wohnung am Münzplatz in einen Streit verwickelt gewesen sei, in dessen Verlauf auch eine Schusswaffe zum Vorschein kam. Geschossen wurde aber nicht. Auf Grund der zu diesem Zeitpunkt glaubhaften Angaben des Mitteilers entschloss sich die Polizei, den Bereich rund um das Objekt großräumig abzusperren und dazu auch entsprechende Verkehrssperren in der Äußeren Laufer Gasse und der Beckschlagergasse einzurichten. Inzwischen hat der Notrufer ein Geständniss abgelegt: Er habe den Vorfall und auch die Waffe erfunden.
SEK zur Verhandlung mit angeblich Bewaffnetem gerufen
Unter Einsatzleitung der Polizeiinspektion Nürnberg wurden eine halbe Stunde nach dem falschen Notruf Spezialeinheiten zur Kontaktaufnahme aufgerufen, die Lage am Münzplatz war zu diesem Zeitpunkt unverändert und unter polizeilicher Kontrolle. Anwohner mussten nicht evakuiert werden, noch im Gefahrenbereich anwesende Passanten konnten unter Polizeischutz das Gebiet um den Einsatzort verlassen.
Später entschloss sich die Polizei, direkt mit den Anwesenden in der Wohnung Kontakt aufzunehmen, nachdem die Kontaktaufnahme per Telefon nicht zu Stande kam. Beim Betreten der Wohnung ergab sich für die eingesetzten Spezialeinheiten eine günstige Gelegenheit des Zugriffs. Zwei Personen konnten dabei widerstandslos festgenommen werden.
Geständnis des Notrufers: Es gab gar keine Waffe
Sowohl der Mitteiler als auch die beiden Anwesenden in der Wohnung am Münzplatz standen unter Alkoholeinwirkung.
Der 48-Jährige wurde inzwischen eingehend von der Polizei zum Sachverhalt vernommen. Er räumte ein, sowohl den gesamten Vorfall als auch die Waffe erfunden zu haben. Sein Geständnis wurde dahingehend untermauert, dass bei einer intensiven Wohnungsdurchsuchung am Münzplatz keine Schusswaffe gefunden werden konnte.
Dem Mann wird nun Missbrauchs von Notrufen vorgeworfen. Die Polizei prüft, ob er Mann für die Kosten des Einsatzes verantwortlich gemacht wird.
Weshalb der 48-Jährige und ein ebenfalls anwesender 60 Jahre alter Mann die Wohnungstür nicht geöffnet hatten, wollten sie nicht sagen.