Metropolregion Nürnberg reagiert auf enttäuschendes Studien-Ergebnis
Autor: Manuel Dietz, Sara Loesenbeck, Ralf Welz
Nürnberg, Donnerstag, 12. Februar 2026
In einer Studie zur Lebensqualität erzielte die Metropolregion Nürnberg ein enttäuschendes Ergebnis. Jetzt meldet sich die Geschäftsstelle des Ballungsraums zu Wort.
Wo lebt es sich in Deutschland am besten? Dieser Frage widmet sich die aktuelle Studie "Leben in Metropolregionen" des Instituts der Deutschen Wirtschaft (IW), die im Auftrag des Regionalverbands Ruhr durchgeführt wurde. Im Fokus standen zwölf deutsche Ballungszentren, die hinsichtlich ihrer Lebensqualität genauer betrachtet wurden. Auch die Metropolregion Nürnberg wurde dabei analysiert, um herauszufinden, wie es um das Wohlbefinden und die Lebensbedingungen der Menschen vor Ort bestellt ist.
Nürnberg selbst fand in der Vergangenheit bereits in diversen Rankings Erwähnung und wusste dabei immer wieder zu überzeugen. So hob beispielsweise das Fachmagazin Public Marketing die Stadtmarke zuletzt besonders hervor. In der aktuellen Studie des IW erzielt die Metropolregion Nürnberg derweil ein überraschend schlechtes Ergebnis. Deshalb hat sich jetzt sogar die Geschäftsstelle der Metropolregion zu Wort gemeldet und die Studienergebnisse moniert.
Metropolregion Nürnberg: Studie zeigt enttäuschendes Ergebnis
Den Ergebnissen der aktuellen Studie des Instituts der Deutschen Wirtschaft zufolge ist das Ruhrgebiet die attraktivste Metropolregion Deutschlands. Dieser Befund ergab sich aus einer Untersuchung von insgesamt zwölf Ballungszentren des Landes, die anhand von 23 Indikatoren aus sechs Lebensbereichen untersucht wurden. Der Großraum Nürnberg kann in dieser Studie nur in einem Bereich überzeugen.
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Die Metropolregion Nürnberg ist ein freiwilliger Zusammenschluss von 23 Landkreisen und elf kreisfreien Städten mit dem Ziel, die Region gemeinsam weiterzuentwickeln, wie es auf der Webseite des Bündnisses heißt. Zur Metropolregion gehören unter anderem die Städte Bamberg, Bayreuth, Nürnberg und Ansbach.
Insgesamt erstreckt sich das Gebiet über Mittelfranken, Oberfranken, Teile von Unterfranken, der Oberpfalz und einem Landkreis in Thüringen. In der Untersuchung zur Lebensqualität in deutschen Metropolregionen landet das fränksiche Ballungszentrum mit einer Gesamtpunktzahl von nur 47,9 Punkten auf dem vorletzten Platz und gehört zusammen mit dem Großraum München zu den wohl "unattraktivsten" Metropolregionen Deutschlands.
Geschäftsstelle moniert Studienergebnisse - "Metropolregion kann auf zahlreiche Stärken verweisen"
Im Nachgang der Veröffentlichung hat sich nun die Geschäftsstelle der Metropolregion Nürnberg zu Wort gemeldet. Wie ein Sprecher gegenüber inFranken.de mitteilt, bilde die aktuelle IW-Studie nach Einschätzung der Geschäftsstelle lediglich einen "Ausschnitt" ab, der den "vorab definierten Auswahlkriterien der Auftraggeber" entspreche. Demnach sollte bei der Interpretation der Ergebnisse bedacht werden, dass die Studie vom Regionalverband Ruhr (RVR) in Auftrag gegeben wurde. Es sei deshalb nicht auszuschließen, dass Fragestellung und Schwerpunktsetzung so zugeschnitten wurden, dass die eigenen regionalen Stärken besonders zur Geltung kommen. In jedem Fall wolle man die miserable Platzierung nicht einfach unkommentiert stehen lassen.
"Die Realität vor Ort nehmen wir auf Basis unserer Imagestudie anders wahr, denn unsere Metropolregion kann auf zahlreiche echte Stärken verweisen", heißt es vonseiten der Geschäftsstelle. Demnach zählt die Metropolregion Nürnberg "mit einem Bruttoinlandsprodukt von über 181 Milliarden Euro und einer breit diversifizierten Wirtschaftsstruktur aus Industrie, Technologie und Dienstleistungen" zu den "wirtschaftlich leistungsstärksten Regionen in Deutschland und Europa". Anders als "großstädtisch stark verdichtete Regionen" profitiere der Ballungsraum außerdem von "harmonischem Stadt-Land-Gefüge mit urbanen Zentren mit wirtschaftlicher Dynamik, starkem ländlichem Raum mit hoher Lebensqualität und kurzen Wegen zwischen Zentrum und Natur für Pendelnde und Familien".
Zudem habe die Imageanalyse von 2023 gezeigt, dass sich Menschen in der Region auch langfristig wohlfühlen. Demnach gaben 92 Prozent der zugezogenen internationalen Fachkräfte an, mit ihrer Wahl sehr zufrieden zu sein. "Diese hohe Bindungswirkung ist ein zentraler Standortfaktor, der über reine Infrastrukturkennzahlen hinausgeht", heißt es gegenüber inFranken.de. Im Hinblick auf die Ergebnisse der IW-Studie betont die Geschäftsstelle auch, dass sich Infrastruktur, Bevölkerungsdichte und urbane Struktur der Metropolregion Nürnberg "erheblich von denen im Ruhrgebiet unterscheiden".