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Kreis Nürnberger Land: Radioaktiver Restmüll entdeckt - Bitte um Hilfe


Autor: Redaktion

Nürnberger Land, Mittwoch, 12. August 2026

Im Restmüll im Kreis Nürnberger Land wurde in letzter Zeit erhöhte Radioaktivität gemessen. Das Landratsamt bittet die Bevölkerung nun um Mithilfe.
Im Restmüll im Kreis Nürnberger Land wurde in letzter Zeit erhöhte Radioaktivität gemessen.


Im Landkreis Nürnberger Land wurden in den vergangenen Monaten mehrfach erhöhte Radioaktivitätswerte im Restmüll festgestellt. Darüber informiert das Landratsamt in einer aktuellen Mitteilung. Zuletzt im Tourengebiet Feucht sowie im Juni in einem Container am Wertstoffhof Neunkirchen am Sand. Das Landratsamt Nürnberg vermutet als Ursache Inkontinenzartikel wie Einlagen oder Windeln, die nach bestimmten medizinischen Behandlungen bösartiger Tumorerkrankungen verwendet wurden.

Bei einigen Therapien werden radioaktive Arzneimittel eingesetzt. Diese werden nach der Behandlung vom Körper auf natürlichem Weg wieder ausgeschieden. "Bei Menschen, die Inkontinenzprodukte verwenden, können geringe Mengen der radioaktiven Stoffe - beispielsweise Jod-131 - vorübergehend in den verwendeten Einlagen oder Windeln verbleiben", so das Landratsamt. "Gelangen diese unmittelbar in den Restmüll, können die Messanlagen der Entsorgungsanlagen anschlagen."

Radioaktive Rückstände in Restmüll entdeckt - Landratsamt bittet um Unterstützung

Eine Gefahr für den Menschen bestehe bei den Rückständen nicht. Trotzdem müsse jeder Vorfall dem Bayerischen Landesamt für Umwelt gemeldet werden. Zudem können die erforderlichen Untersuchungen zu Verzögerungen im Entsorgungsablauf und zusätzlichen Kosten führen.

Das Landratsamt bittet betroffene Haushalte deshalb um Unterstützung. Es wird empfohlen, die verwendeten Inkontinenzprodukte zunächst in separaten Müllsäcken aufzubewahren und sie erst nach etwa drei Wochen über den Restmüll zu entsorgen. In diesem Zeitraum nimmt die Radioaktivität aufgrund der Halbwertszeit deutlich ab.

Betroffene sollten sich laut Landratsamt zudem zur richtigen Entsorgung mit ihrer behandelnden medizinischen Einrichtung abstimmen. Darüber hinaus stehe die kommunale Abfallberatung unter abfall@nuernberger-land.de gerne für Fragen zur Verfügung. Alle Anfragen werden diskret und vertraulich behandelt.