Kreis Nürnberger Land: Felßner spricht nach Aktivisten-Aktion von "Terroristen"
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Nürnberg, Mittwoch, 17. Juni 2026
Der bayerische Bauernpräsident spricht von einem Überfall auf seine Familie. Seine Frau habe noch heute Angst, sagt er. Die Protestaktion hatte aber noch mehr Folgen.
Update vom 17.06.2026: Geldstrafen und ein Freispruch für Protest auf Felßners Hof
Wegen der Protestaktion auf dem Anwesen von Bayerns Bauernpräsidenten Günther Felßner sind fünf Angeklagte zu Geldstrafen wegen Hausfriedensbruchs verurteilt worden. Sie hatten im März 2025 mit Feuerwerkskörpern, Bannern und Plakaten gegen die mögliche Ernennung des Politikers zum Bundesagrarminister protestiert, wie Richter Andre Gläßl in Nürnberg feststellte. Ein Beschuldigter wurde freigesprochen.
Gegen eine siebte Beschuldigte wurde das Verfahren kurz vor dem Ende des Prozesses abgetrennt. Die fünf Verurteilten müssen nun Geldstrafen zwischen 1200 Euro und 2000 Euro zahlen. Das Urteil des Amtsgerichts Hersbruck ist noch nicht rechtskräftig. Aus Platzgründen war der Prozess ins Nürnberger Justizgebäude verlegt worden.
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Bayerns Bauernpräsident Günther Felßner bezeichnete die Aktivisten, die an einer Protestaktion auf seinem Hof beteiligt waren, vor Gericht als "Terroristen". "Ich halte es für einen terroristischen Akt", sagte der CSU-Politiker. Die Aktivisten seien bereit gewesen, Gewalt anzuwenden und gegen Gesetze zu verstoßen, um ihr Ziel zu erreichen. "Meine Familie ist überfallen worden", fügte Felßner hinzu.
Polizei nahm Doris Felßner zunächst nicht ernst
Ein Ermittler der Kriminalpolizei sagte jedoch auf Nachfrage des Richters, dass er keine Gewaltbereitschaft bei den Aktivisten festgestellt habe. Es sei ihm zufolge um Aufmerksamkeit und Medienwirksamkeit gegangen. Ihm sei nicht bekannt, dass Gewalt - weder verbal noch physisch - angedroht worden sei.
Für Familie Felßner hatte der Protest auf dem Rindermastbetrieb in Lauf an der Pegnitz weitreichende Folgen: Der Politiker zog kurz darauf seine Kandidatur für das Amt des Bundesministers zurück. "Diese Aktion war direkt gegen mich und meine Familie gerichtet", sagte der 59-Jährige vor Gericht. Und: "Das Leben ist nicht mehr das Gleiche für uns." Seine Frau sei bis heute gesundheitlich beeinträchtigt. Bei einer Demonstration hatten rund 100 Bauern ihre Solidarität mit dem CSU-Mann bekundet.
Doris Felßner sagte vor Gericht aus, dass der Vorfall sie bis heute beschäftige. Sie habe nach wie vor Angst, wenn sie im Stall arbeite. Damals sei sie derart in Panik gewesen, dass sie der Polizei am Telefon nicht richtig habe schildern können, was geschehe. Die Polizei habe sie deshalb zunächst nicht ernst genommen.
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Alle Beschuldigten hatten im Prozess betont, dass es sich um einen friedlichen Protest gehandelt habe. Man habe niemanden erschrecken oder ängstigen wollen.