Kirchensittenbach: Karpfen-Preis "exorbitant" hoch - fränkischer Züchter erklärt das Problem
Autor: Isabel Schaffner
Kirchensittenbach, Mittwoch, 31. August 2022
Im September beginnt die von vielen Franken heiß ersehnte Karpfen-Saison wieder. Doch viele Züchter geben auf - und die Preise schießen in die Höhe, wie Alexander Schalber-Müller vom "Gut Obermühle" in Kirchensittenbach erklärt.
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Der außergewöhnlich trockene Sommer in diesem Jahr wirkt sich auch auf die Karpfen-Zucht aus. Wie Alexander Schalber-Müller vom "Gut Obermühle" in Kirchensittenbach inFranken.de erklärt, erlebt jeder Züchter die Situation anders. Er habe noch Glück, trotzdem sehe auch er eine starke Preissteigerung.
Kirchensittenbacher Karpfen-Züchter erklärt Probleme - "sind ganz schön am Schnaufen"
Schalber-Müller züchtet überwiegend in Naturteichen, die vom Sittenbach gespeist werden. Zu Gute komme ihm die Lage dieser Teiche an der Quelle. Quellen versiegten weniger schnell, als offene Gewässer. Die Fische bekämen hier zudem besonders kühles und sauerstoffreiches Wasser. "Meine Kollegen aber, die Teiche besitzen, welche nur durch Grund- oder Regenwasser gefüllt werden, sind ganz schön am Schnaufen. Sie haben aktuell wirklich ein Problem", so der Fischzüchter.
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Die Folge sei, dass viele Tiere entweder verendeten oder notgeschlachtet werden müssten. Oft befänden sich solche Teiche auch in Gegenden ohne direkten Zugang zu Strom oder Leitungswasser, mit dem man nachfüllen könnte. "Viele wollen daher ihre Karpfen momentan loswerden, weil sie Probleme haben, sie größer zu züchten". Das "Gut Obermühle" in Kirchensittenbach übernehme dann einen Teilbestand aufgrund ihrer besseren Bedingungen.
"Der Karpfenpreis ist wirklich exorbitant. Beim Kilopreis haben wir schon fast die Regenbogenforelle eingeholt. Das gab es vorher in diesem Ausmaß noch nie. Weil eben die Wetterbedingungen momentan so schwierig sind." Langsames Wachstum habe auf die Qualität jedoch sogar positive Auswirkungen. Denn dadurch werde das Fleisch fester, bestätigt Alexander Schalber-Müller. Für die fränkischen Karpfen-Liebhaber dürfte das zum Saison-Beginn am 1. September 2022 aber kaum ein Trost sein.
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