Hollywood-Film mit Drehorten in Franken startet im Kino - "hatten tolle Zeit"
Autor: Agentur dpa, Nele Nitschky
Franken, Mittwoch, 09. Sept. 2026
Der großenteils in Franken gedrehte Hollywood-Film "The Uprising" startet in den Kinos. Komparsen und Stars erlebten die Dreharbeiten in historischen fränkischen Kulissen als außergewöhnliche Produktion.
Am Donnerstag (10. September 2026) ist es so weit: Die Nürnberger Altstadt kommt groß raus im Kino. Allerdings ist sie im Historienfilm "The Uprising - Für die Freiheit" als solche nicht zu erkennen, denn dieser spielt in England. Gedreht wurde der Film aber vor etwa einem Jahr gänzlich in Bayern: hauptsächlich in Nürnberg, unter anderem in der Altstadt sowie in der Sebalduskirche und den Penzing Studios bei München. Weitere Szenen entstanden zudem im fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim und in Lichtenau im Landkreis Ansbach. Ende 2025 gab einer der Star-Schauspieler Eindrücke in den Dreh-Alltag.
Noch heute schwärmen Regisseur Paul Greengrass, Hauptdarsteller Andrew Garfield und die vielen Menschen an den Drehorten von den Filmarbeiten – auch wenn dadurch tagelang Ausnahmezustand herrschte. "Am Anfang ging es nur um eine Kirche und um maximal zwei Drehtage", sagte Berlind Bernemann, Filmbeauftragte der Stadt Nürnberg. Am Ende seien es zwölf Drehtage an mehreren Orten in der Altstadt geworden. Vor allem Nürnbergs älteste Pfarrkirche St. Sebald taucht in etlichen Szenen auf. "Ich glaube, Paul Greengrass war einfach schockverliebt in die Sebalduskirche", erzählte Pfarrer Martin Brons. Mal habe diese als Kathedrale von Canterburry, mal als Schloss Windsor, mal als Schlafgemach des Königs, mal als Schreibstube gedient.
"The Uprising": Komparse berichtet von Dreharbeiten in Bad Windsheim - "einmaliges Erlebnis"
Dafür seien auch die Kirchenbänke und anderes Inventar ausgeräumt worden, erinnerte sich Brons. Doch das Team sei sehr professionell gewesen. Da habe jeder gewusst, wo jede einzelne Kerze hingehöre, sodass am nächsten Morgen trotz Dreharbeiten bis zum späten Abend alles für den Gottesdienst zurück auf seinen Platz gewesen sei. Es sei auch nichts umgebaut worden, erläuterte der deutsche Produzent Philipp Kreuzer. "Wo wir Räume erweitern mussten, geschah das digital, immer aufbauend auf dem, was real vor der Kamera stand. Worum es in dem Film geht und welche Hollywood-Stars mitspielen, lest ihr hier.
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In einer Szene ist Brons auch selbst als Statist in einer kurzen Szene zu sehen. Die Dreharbeiten dafür hätten mehrere Stunden an zwei Tagen gedauert, sagte er. "Daran merkt man, welches Ausmaß ein solcher Film hat." 5000 Komparsen waren laut dem Filmfernsehfond Bayern im Einsatz, insgesamt 50 Drehtage gab es. Einige davon im Fränkischen Freilandmuseum in Bad Windsheim, dessen historische Gebäude im Film zu englischen Bauerndörfern mit 200 Darstellern wurden. "Natürlich schluckt man als Museum erstmal, wenn so eine Riesenproduktion kommt", erzählte Sprecherin Lisa Baluschek. "Zum Glück lief das ja ganz gesittet ab." Das Filmteam sei auf alle Wünsche und Bedenken eingegangen, der Umgang sei sehr wertschätzend gewesen.
René Ohnemüller war einer der Komparsen, die die vielen aufständischen Bauern im Freilandmuseum gespielt haben. Zur Preview wenige Tage vor dem Kinostart am Donnerstag kam er in einem nachgestellten Filmkostüm mit schmutzigem Gesicht und strähnigem Haar. "Es war ein einmaliges Erlebnis", berichtete er begeistert. "So einen herzlichen und respektvollen Umgang habe ich noch nie erlebt." In Franken dreht derzeit auch Lena Sattes aus Kitzingen ihren ersten eigenen Spielfilm. Im Gespräch hat die 18-Jährige uns mit hinter die Kulissen genommen.
"The Uprising - Für die Freiheit" - Hollywood-Schauspieler begeistert von Bayern
Auch Hauptdarsteller Garfield (43) schwärmte in einem Interview mit dem US-Branchenmagazin "Deadline" von den Dreharbeiten. "Ehrlich gesagt war es wunderbar, in Deutschland, in Bayern zu drehen. Wir hatten eine wirklich tolle Zeit mit einem großartigen deutschen Team und einigen Leuten aus Budapest", sagte er.
Bei der Preview in Nürnberg schickte er wie Regisseur Greengrass ein Grußwort aus den USA, in dem er sich besonders bei den Nebendarstellern bedankte: Diese hätten jeden Tag viel Herzblut und Talent gezeigt. "Wir hoffen, dass ihr euch säubern konntet und dass ihr eine Weile keinen Schlamm mehr gesehen habt", sagte er mit einem Lachen als Anspielung darauf, dass viele Komparsen im Film ziemlich schmutzig wirken und bei Kämpfen im Schlamm landen.