Der Präsident der Musikhochschule Nürnberg ist nach schweren Vorwürfen zurückgetreten. Die genauen Umstände werden von den Behörden geprüft.
Die Musikhochschule Nürnberg steht vor der Suche nach einem neuen Präsidenten, da der bisherige Amtsinhaber, Rainer Kotzian, zurückgetreten ist. Die Hintergründe dieses Rücktritts sind vielschichtig.
Nach Vorwürfen des Machtmissbrauchs und langwierigen internen Konflikten hat Kotzian, Präsident der Musikhochschule Nürnberg, seinen Rücktritt erklärt.
Kotzian entschuldigt sich: "Das bedaure ich sehr"
In einem Schreiben an die Mitglieder der Hochschule, das er auf Anfrage auch der Deutschen Presse-Agentur zur Verfügung stellte und über das zuerst die "Süddeutsche Zeitung" berichtete, verkündete Kotzian seinen Rückzug.
Die Hochschule teilte mit, dass der Rücktritt bereits an diesem Freitag wirksam werde – Kotzian begründete seine Entscheidung mit den "hochschulinternen Auseinandersetzungen der vergangenen Monate und dem Wunsch, weitere Belastungen von der Hochschule abzuwenden".
In dem Schreiben räumte Kotzian einen "Fehler" aus dem November des vergangenen Jahres ein. Er habe im Rahmen einer über Jahre gewachsenen Zusammenarbeit, die seiner Ansicht nach von gegenseitigem Vertrauen geprägt war, ein kurzes persönliches Gespräch mit einer Studentin geführt. Aber: "Dabei habe ich nicht ausreichend berücksichtigt, dass auch in einem solchen Vertrauensverhältnis das Machtgefälle zwischen einem Professor und einer Studentin bestehen bleibt und ich deshalb eine besondere Verantwortung dafür trage, unter welchen Umständen und in welcher Form ein solches Gespräch geführt wird. Das bedaure ich sehr."
So lautet der Vorwurf der "Studis gegen Machtmissbrauch Nürnberg"
Die Gruppe "Studis gegen Machtmissbrauch Nürnberg" wirft laut Bayerischem Rundfunk Kotzian Folgendes vor: Während einer externen Veranstaltung im November 2025 soll der damalige Hochschulpräsident Rainer Kotzian eine Studentin telefonisch auf sein privates Hotelzimmer gebeten haben, wo seine Frau (ebenfalls Dozentin an der Hochschule) der Studentin ein Verhältnis mit ihrem Mann vorwarf.
Die Gruppe warf Kotzian vor, das bestehende Machtgefälle zwischen Professor und Studentin ausgenutzt und eine Aufarbeitung des Vorfalls über Monate hinweg blockiert zu haben.