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Herrmann stellt Neuerung am Flughafen Nürnberg vor - stärkere Kontrollen


Autor: Sara Loesenbeck

Bayern, Dienstag, 17. März 2026

Bayerns Innenminister Herrmann hat in Nürnberg das neue EU-Ein- und Ausreisesystem vorgestellt. Die digitale Kontrolle soll Grenzkontrollen künftig erleichtern.
Bayerns Innenminister Herrmann präsentierte in Nürnberg das neue EU-Ein- und Ausreisesystem zur Stärkung der Grenzkontrollen an europäischen Flughäfen.


Bayerns Innenminister Joachim Herrmann und Roland Kerscher, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Niederbayern und Leiter der Projektgruppe Smart Borders Bayern, haben am Freitag (13. März 2026) am Flughafen Nürnberg ein neues EU-Ein- und Ausreisesystem (EES) bei der Bayerischen Polizei vorgestellt. 

Das System soll künftig stärkere Kontrollen an den europäischen Außengrenzen ermöglichen und die Einreise von Personen an Flughäfen außerhalb der EU überwachen. Wie Innenminister Herrmann (CSU) der Nachrichtenagentur News5 gegenüber erklärt, will man mit dem neuen System bereits im Frühjahr 2026 an den Flughäfen Nürnberg und Memmingen an den Start gehen. 

"Müssen konsequent kontrollieren": Neues EU-System soll Grenzkontrollen an Flughäfen stärken

"Wir brauchen klare Kontrollen an den europäischen Außengrenzen. Und dazu gehören dann auch unsere Flughäfen, wenn jemand von außerhalb der EU einreist", so Joachim Herrmann. "Wir müssen konsequent kontrollieren, wer in unser Land kommt, aber dazu überhaupt berechtigt ist." Man wolle weiter einen guten Austausch mit der ganzen Welt, "aber nur auf einer klaren rechtlichen Grundlage." 

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Jedes Jahr reisen Millionen Passagiere am Flughafen Nürnberg in den Urlaub, zu Geschäftsterminen oder aus anderweitigen Gründen. Im Jahr 2025 verzeichnete der Albrecht-Dürer-Airport mit 4.508.765 Passagieren einen neuen Rekord. Darunter fallen auch Ein- und Ausreisen von Reisenden innerhalb des Schengenraums. Für die Grenzkontrollen an den Flughäfen Nürnberg und Memmingen ist die Bayerische Landespolizei zuständig. An den Flughäfen München, wie auch an anderen deutschen Flughäfen, werde das System von der Bundespolizei umgesetzt, wie Herrmann erklärt.

Um die Kontrolle der Ein- und Ausreise zukünftig zu vereinfachen, soll diese nun digital erfolgen und in Echtzeit erfasst werden. Das bisherige analoge Abstempeln von Reisedokumenten soll durch das neue EU-Ein- und Ausreisesystems (EES) künftig ersetzt werden. Dadurch soll die Überführung der Identität verbessert und Identitätsbetrug erschwert werden. Außerdem soll einfacher nachvollziehbar werden, wie lange sich Personen im Schengenraum aufgehalten haben und ob die zulässige Aufenthaltszeit überschritten wurde. 

Fingerabdrücke statt Stempel: Neues Einreisesystem soll noch dieses Jahr EU-weit starten

"Es wird bei der Einreisekontrolle mithilfe des jeweiligen Passes genau registriert. Die Person, Geburtsdatum, Foto, die elektronischen Fingerabdrücke. Und es wird dann vor allen Dingen überprüft: Liegt da ein gültiges Einreisevisum vor?", erklärt Bayerns Innenminister Herrmann den neuen Ablauf. Das könne jemand mit einem Touristen- oder Geschäftsvisum sein oder jemand, der zur Arbeitsaufnahme einreisen dürfe. 

"All das wird registriert und gleichzeitig in einem europäischen Datenbanksystem entsprechend abgespeichert, sodass gleichzeitig auch überprüft wird, ob die betreffende Person schon irgendwie bekannt ist und ob der entsprechende Reisepass zum Beispiel auch wirklich gültig ist", erklärt Herrmann. 

Auch bei Polizeikontrollen in Bayern oder anderswo in Deutschland lasse sich schneller nachvollziehen, wann und mit welcher Berechtigung jemand eingereist ist. " Wir können also den legalen Aufenthalt von ausländischen Personen wesentlich schneller und klarer beurteilen", so Herrmann weiter. Laut dem bayerischen ist davon auszugehen, dass das neue EU-Ein- und Ausreisesystem im Laufe des Jahres 2026 in allen EU-Mitgliedsländern eingeführt wird.