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Glücksatlas: Darum ist Nürnberg ein "Underperformer" bei der Lebenszufriedenheit


Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa

Nürnberg, Dienstag, 09. Juni 2026

Augsburg belegt beim Glücksatlas einen Spitzenplatz, Nürnberg und München landen deutlich dahinter. Was Augsburg und der bundesweite Spitzenreiter Erfurt anders machen, zeigt die aktuelle Studie.
Die Straße am Hauptmarkt zur Kaiserburg, mit Rathaus und dem Schönen Brunnen liegt in der Nürnberger Altstadt. Nürnberg landet beim Glücksatlas auf den hinteren Plätzen.


Enttäuschung für Nürnberg: Die größte Stadt Frankens ist in einem Ranking der 40 größten deutschen Städte zur Lebenszufriedenheit gemeinsam mit Berlin nur auf Platz 35 gelandet. Das geht aus dem Glücksatlas der Süddeutschen Klassenlotterie SKL hervor. Als bestplatzierteste Stadt aus Bayern landete Augsburg auf Platz zwei, nach Spitzenreiter Erfurt und vor Metropolen wie Hamburg, Köln oder Düsseldorf. München muss sich Platz 24 mit Leipzig teilen, Schlusslicht ist Rostock.

Woran liegt das? Schließlich wirbt München doch gerne mit Gemütlichkeit, schöner Natur und einem entspannten Lebensgefühl. Ebenso kann Nürnberg mit seiner idyllischen Altstadt und den zahlreichen Sehenswürdigkeiten punkten. Beide Städte werden im Glücksatlas jedoch als "Underperformer" bezeichnet. Bei den "Underperformern" ist die objektive Lage laut Studie besser als die subjektive Lebenszufriedenheit.

Großstädte im Vergleich: Das erklärt das Abschneiden im Glücksatlas

Bernd Raffelhüschen von der Universität Freiburg, der die Studie mit seinem Team analysiert hat, erklärt mögliche Gründe: "Die materiellen Wohlstandsindikatoren erfassen das Lebensglück der Menschen nicht vollständig, auch immaterielle Faktoren wie das Gemeinschaftsgefühl und die persönliche Identifikation mit dem Wohnort spielen eine große Rolle", sagt der Wirtschaftswissenschaftler.

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Süddeutsche Städte seien trotz hohen Wohlstands schwächer, resümieren die Verfasser. Die Einkommen und die Wohneigentumsquote seien hoch, die Kriminalität niedrig und die Bildungs- sowie Gesundheitsversorgung vorbildlich. "Trotzdem berichten die Einwohner der süddeutschen Großstädte von einer eher mäßigen bis geringen Lebenszufriedenheit", so das Fazit. Ein möglicher Grund könnten horrend hohe Mieten sein: "München ist die teuerste Großstadt Deutschlands, zudem gibt es viele Alleinlebende", heißt es in der Studie.

Auch sonst läuft vieles nicht rund. Städte wie München, Frankfurt am Main (Platz 38) oder Wiesbaden (Platz 39) hätten alle eine schlechte Umweltqualität und eine überlastete Infrastruktur. Auch bei Einkommen und Vermögen gebe es "eine hohe Ungleichheit". Das senke für den ärmeren Teil der Bevölkerung die Möglichkeit, am gesellschaftlichen Alltag in der Stadt teilhaben zu können, "während sich Wohlhabendere in eigene Milieus zurückziehen", so die Erkenntnisse aus dem Glücksatlas.

Erfurt sticht im Osten heraus

Anders Augsburg: Der Untersuchung zufolge kann die Stadt mit gemäßigten Mietpreisen punkten, aber auch mit geringer Kriminalität. Eine Situation, die dem Glücksatlas zufolge ähnlich auch in der thüringischen Landeshauptstadt zu finden ist. "Im Vergleich zu anderen Städten der Region ragt Erfurt durch günstige Mieten, hohe Umweltqualität und eine leicht überdurchschnittliche wirtschaftliche Lage hervor. Gleichzeitig hebt sich die Stadt vom Trend vieler ostdeutscher Städte ab, die häufig mit höherer Arbeitslosigkeit, geringeren Einkommen und demographischen Problemen kämpfen."

Erfurt hat etwa 215.000 Einwohner und erreicht auf dem Glücksindex der Studie einen Wert von 7,74. Schlusslicht Rostock kommt nur auf 5,8. Von den ostdeutschen Städten hebt sich Erfurt hervor, da die Einwohner ostdeutscher Großstädte im Städtevergleich zu den unglücklichsten zählen. Die Bewohner ostdeutscher Großstädte sind im Durchschnitt älter, leben häufiger allein und besitzen seltener Wohneigentum. Zudem seien die Arbeitslosenquoten dort noch höher als im Westen und das verfügbare Einkommen geringer. Berlin (Platz 35) und Dresden (Platz 31) befinden sich eher im hinteren Bereich des Rankings.

Das Institut für Demoskopie Allensbach hat für das Ranking 23.286 Menschen zwischen 16 und 84 Jahren befragt, von Januar 2023 bis April 2026. Um belastbare Ergebnisse zu erhalten, seien drei Befragungsjahre zusammengefasst worden. Gewertet wurde auf einer Skala von 0 bis 10. Augsburg erreicht demnach 7,42 Punkte, München 6,98 Punkte und Nürnberg nur 6,71 Punkte.

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