Generali zieht Reißleine: Aus für Standort Nürnberg - "herausforderndes Umfeld"
Autor: Ralf Welz
München, Sonntag, 25. Oktober 2026
Ein Konzern setzt den Rotstift an. Bundesweit sollen 800 Jobs gestrichen werden. Ein Standort in Franken wird komplett aufgegeben.
Die Generali Deutschland AG plant eine Weiterentwicklung ihres Service- und Betriebsmodells sowie eine Neuausrichtung ihres Standortkonzepts. Dazu hat das Unternehmen Verhandlungen mit dem Konzernbetriebsrat aufgenommen. Wie die Versicherungsgruppe mit Sitz in München mitteilte, sollen bis Ende 2030 bundesweit 800 Arbeitsplätze abgebaut werden.
Besonders bitter für Franken: Neben zwei anderen deutschen Niederlassungen soll auch der bisherige Standort in Nürnberg vollständig aufgegeben werden. Die bislang in Nürnberg tätigen Teams sollen nach den bisher veröffentlichten Plänen nach München verlagert werden. Über die konkrete Umsetzung will Generali mit dem Konzernbetriebsrat verhandeln.
Generali gibt Standort Nürnberg auf – Bündelung im künftigen Regionalzentrum München geplant
Als Holding bündelt die Generali Deutschland AG rund 20 Versicherungsunternehmen unter dem Dach der italienischen Assicurazioni Generali, die sie vollständig besitzt. Mit Beitragseinnahmen von rund 15,5 Milliarden Euro und mehr als 9 Millionen Kunden zählt sie zu den größten Erstversicherern Deutschlands. Ihr Angebot umfasst die Sparten Leben, Kranken sowie Schaden/Unfall. Getragen wird es von Marken wie Generali, CosmosDirekt und Dialog sowie Advocard und Central Kranken.
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Aus einer Mitteilung der Gesellschaft vom Freitag (23. Oktober 2026) geht hervor, dass sie künftig eine neue Standortstrategie mit fünf Regionalzentren plant. Demnach sollen Regionalzentren in München, Köln, Karlsruhe, Hamburg und Saarbrücken entstehen. Die Spezialstandorte Frankfurt, Leipzig und Berlin bleiben laut Mitteilung bestehen.
Die Teams aus Aachen und Köln, aus Nürnberg und München sowie aus Stuttgart und Karlsruhe sollen jeweils an einem Zielstandort zusammengeführt werden: Köln, München und Karlsruhe. Als Begründung nennt das Unternehmen eine stärkere Zusammenarbeit, die Senkung der Gebäudekosten angesichts hybrider Arbeitsweisen sowie eine höhere Wettbewerbsfähigkeit. Wie viele Generali-Beschäftigte in Nürnberg konkret betroffen sind, geht aus der Pressemitteilung nicht hervor.
"Herausforderndes Umfeld": CEO bezieht Stellung zu Generali-Neuaufstellung
Wie die Unternehmensleitung erklärte, trägt die bisherige Transformation Früchte. Der rasante Branchenwandel erfordert jedoch weitere Anpassungen. "Wer in diesem herausfordernden Umfeld unternehmerisch langfristig erfolgreich sein möchte, muss bereit sein, Transformation aktiv zu gestalten und in Wachstum zu investieren", wird Stefan Lehmann, CEO der Generali Deutschland AG, in der Mitteilung zitiert. Mit den geplanten Veränderungen schaffe man die Voraussetzungen, um auch künftig profitabel zu wachsen.
Durch Investitionen in technologischen Fortschritt und die damit verbundenen Produktivitätssteigerungen plant das Unternehmen, bis Ende 2030 den Umfang von 800 Arbeitsplätzen abzubauen. Nach Angaben der Gesellschaft soll dies über freiwillige Altersinstrumente, die Nutzung bevorstehender Renteneintritte und "natürliche Fluktuation" geschehen, wie es in der Firmenmitteilung heißt. "Gleichzeitig wird die Generali Deutschland gezielt neue Mitarbeitende mit Zukunftskompetenzen einstellen."