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Spontan-Aktion kommt Nürnberger Wirt teuer zu stehen - "kleinlich"


Autor: Milena Graf

Nürnberg, Sonntag, 13. Sept. 2026

In Franken findet der Inhaber einer Pizzeria eine unschöne Überraschung im Briefkasten. Die Stadt bemängelt einen unerwarteten Verstoß – und verlangt dafür Gebühren.
Giuseppe Barile, der Inhaber des "Lausbub" in Nürnberg, ist bereits gastronomieerprobt. In den Jahren zuvor führte er ein Restaurant im Nürnberger Stadtteil Erlenstegen.


Ein Fernseher im Außenbereich während der Fußball-WM hat einem Gastronomen in Nürnberg einen unerwarteten Bescheid vom Amt eingebrockt. Giuseppe Barile, der Inhaber der Pizzeria "Lausbub" in der Karl-Grillenberger-Straße, soll nun zahlen.

Der Grund? Er hat bei dem Spiel Deutschland gegen Ecuador am 25. Juni einen Fernseher in einer Spontanaktion in den Außenbereich seines Restaurants gestellt, so erläutert er im Gespräch mit inFranken.de. Darum hätten ihn die Gäste gebeten.

Wirt in Nürnberg zeigt WM - Bescheid von Stadt folgt wenige Tage später

Eigentlich hatte der Wirt des "Lausbub" die Übertragung der WM normal beantragt. Auch sein Außenbereich war offiziell genehmigt. Nur der Fernseher, den er mit einem Angestellten aus dem Innenraum nach außen trug, war nicht abgesegnet. Das wurde ihm zum Verhängnis.

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"Es war ein sehr heißer Tag, sehr voll draußen", erinnert sich Barile. Er habe ursprünglich gar nichts von der Kontrolle mitbekommen. Demnach sprach ein Gast ihn darauf an, dass draußen ein Auto stehengeblieben sei und jemand ein Bild gemacht habe – vom Außenbereich mit Fernseher. Diese Bilder finden sich im Bescheid wieder.

Über diese Zahlungsaufforderung, die nur wenige Tage danach bei ihm im Briefkasten landet, kann Barile nur sprichwörtlich den Kopf schütteln. "Der Fernseher hat keinem was getan. Es waren sitzende Gäste, keine brüllenden Stadionfans. Es ist ja trotzdem noch ein Restaurant." Barile kenne auch die komplette Nachbarschaft um seinen Laden herum – Jahre zuvor hatte er bereits einen anderen Gastrobetrieb beinahe an derselben Stelle. "Keiner hat sich beschwert", versichert Barile. Das Problem sei nicht Lärmbelästigung, da ist er sich sicher. Er findet das Ganze "kleinlich." Diese anderen Gastronomiebetriebe in Nürnberg sind ebenso beliebt.

Kein Bußgeld laut Stadt Nürnberg - Wirt: "Muss das wirklich sein?"

Es geht ihm nicht um die 103,50 Euro, sondern ums Grundsätzliche. "Muss das wirklich sein? Als Gastronom hat man eh schon zu kämpfen." Den Bescheid an sich möchte er nicht anfechten. "Ich bin ein ganz normaler Gastronom und kleiner Bürger. Ich habe nicht viel zu melden. Ich will keine Streitigkeiten und zu Anwälten – das kostet auch wieder Geld."

Die 103,50 Euro sind laut Andrea Heilmaier, der Wirtschafts- und Wissenschaftsreferentin der Stadt Nürnberg, auf Anfrage von inFranken.de kein Bußgeld, sondern Verwaltungsgebühren für den Unterlassungsbescheid. Darin wird Barile zudem aufgefordert, den Fernseher unmittelbar zu entfernen und auch in Zukunft nicht mehr aufzustellen.

Bariles genehmigter Außenbereich befindet sich auf öffentlicher Verkehrsfläche. Weitere Nutzungen seien allerdings ausdrücklich untersagt oder müssten beantragt werden, so Heilmaier. "Herr Barile hat die Aufstellung eines Fernsehers zu keinem Zeitpunkt beantragt, somit handelte es sich um eine unerlaubte Sondernutzung öffentlicher Verkehrsflächen. Das Liegenschaftsamt hat deshalb für den "Lausbub" – ebenso wie für weitere Betriebe – eine Anordnung zum Unterlassen der unerlaubten Sondernutzung erlassen." 

"Zahlreiche Verstöße gegen Public Viewing": verstärkte Kontrollen in Nürnberg während Fußball-WM 2026

Heilmaier verweist auf "zahlreiche Verstöße gegen das Public Viewing" bei der Fußball-WM; dies sei der Grund für vermehrte Kontrollen des Nürnberger Außendienstes. Es handelt sich um ein grundsätzliches Problem: "Die Aufstellung von Bildschirmen auf öffentlichen Flächen ist nicht genehmigungsfähig. Auch den Gastronomen, die einen Fernseher beantragt hatten, wurde keine Genehmigung erteilt." Barile hätte demnach in keinem Fall eine Genehmigung erhalten.

"Ich mache seit 13 Jahren Gastro", erzählt Barile, der die aktuelle Situation unfair findet. "Ich habe schon viele Strafen bezahlt." Etwa wegen zu lauter Musik bei gekipptem Fenster. Offizielle Stellen seien bei ihm auch schon gekommen und hätten den Außenbereich mit dem Zollstab gemessen. Er habe sich bisher nie gegen eins dieser Bußgelder gewehrt, betont er. 

"Es gab Momente, wo ich mir dachte: Wofür mache ich das?", sagt Barile. Dabei: "Es war schon immer mein Traum, einen eigenständigen Gastronomiebetrieb zu führen." Er beklagt eine fehlende Wertschätzung. "Das ist so viel Verantwortung, so viele Investitionen. Man schafft Arbeitsplätze – und am Ende bleibt wenig übrig. Und dann wird auch noch jede Kleinigkeit bemängelt."