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Flughafen Nürnberg: Mitarbeiter sollen Angst verlieren - besonderes Training


Autor: Erik Jasper

Nürnberg, Sonntag, 13. Sept. 2026

Damit am Flughafen Nürnberg alles reibungslos läuft, werden Mitarbeiter sorgfältig geschult. In einem besonderen Bereich ergänzt nun eine technische Neuerung die Ausbildung.
Ramp-Services-Trainer Erkan Catoglu präsentiert die VR-Brille.


"Safety First, Sicherheit geht vor!" - das benennt der Airport Nürnberg als oberste Regel fürs Arbeiten auf dem Vorfeld des Flughafens. Deshalb erhalten neue Mitarbeiter nach Angaben ihres Arbeitgebers intensive theoretische und praktische Schulungen - die jetzt um eine besondere Neuerung erweitert werden.

Wie der Flughafen in einer aktuellen Mitteilung berichtet, wird die Ausbildung jetzt durch VR-Brillen unterstützt, die den Flughafenalltag "täuschend echt nachbilden". Rund 50 neue Kräfte müssen demnach jährlich im Ramp-Service-Bereich, also für Tätigkeiten auf dem Vorfeld, ausgebildet werden. Hinzu kommen diverse Auffrischungskurse für die Stammmannschaft. Insgesamt ist der Flughafen Arbeitgeber für über 1000 Menschen - zuletzt wurden dort die neuen Auszubildenden begrüßt.

"Sehr realitätsnah": VR-Training für neue Mitarbeiter am Airport Nürnberg

"Bisher bedeutete das einen Tag Theorie und danach die Umsetzung in der Praxis erlernen", schildert Ramp-Service-Trainer Erkan Catoglu hinsichtlich der Ausbildung neuer Kräfte für den Bereich. Zwischen Theorie und Praxis komme nun das Erproben der neu erlernten Fähigkeiten mit Virtual-Reality-Technik ergänzend hinzu: "Mittels VR-Brillen und Joysticks können sich die Absolventen in einer virtuellen, sehr realitätsnahen Flughafenumgebung in verschiedensten Szenarien ausprobieren", schreibt der Flughafen über die besondere Neuerung.

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Die Schulungsmodule sollen unter anderem die sichere Abfertigung ankommender Flugzeuge, den Umgang mit Gepäckförderbändern und Bodenstromgeräten, das Steuern von Schleppern, Pushback-Vorgänge sowie die Kommunikation mit dem Cockpit abdecken. Dabei habe das Training in der virtuellen Realität einen wesentlichen Vorteil: "Die Schüler sollen ihre Angst verlieren und ohne Gefahr ihre neue Tätigkeit durchspielen können", beschreibt Trainer Catoglu.

Dabei würden die virtuellen Szenarien bewusst auch kritische Situationen enthalten, die schlimmstenfalls zu Unfällen führen könnten - "nur dass diese in der Testumgebung weder Verletzte noch Millionenschäden an Flugzeugen verursachen". Wie Catoglu erklärt, lerne man dabei, "auch unter Druck nicht die falsche Entscheidung zu treffen". Um die Mitarbeiter auf Krisensituationen vorzubereiten, wurde am Nürnberger Flughafen in diesem Jahr bereits eine große Übung abgehalten, an der rund 460 Menschen beteiligt waren.

Ausbildung am Flughafen Nürnberg: Übungscontainer soll Angebot ergänzen

Anbieter der VR-Trainingslösung ist nach Angaben des Nürnberger Airports die Kölner Draxon GmbH, die sich auf Trainingsangebote mit realistischen Simulationen für die Bodenabfertigung an Flughäfen spezialisiert habe. "Die Inhalte orientieren sich nach Angaben von Draxon an den Standards der International Air Transport Association (IATA). Über eine Trainer-Plattform können Ausbilder zudem Lernfortschritte verfolgen und virtuelle Trainingseinheiten begleiten", heißt es weiter.

Ergänzt werden solle das Schulungsprogramm schließlich durch einen Übungscontainer, an dem das Be- und Entladen eines Flugzeugrumpfes sowie das Andocken und Anschließen verschiedenster Abfertigungsgeräte geübt werden kann - "dann ganz ohne VR-Unterstützung, stattdessen mit praktischer Handarbeit". 

Unterdessen ist wieder einmal der Streit um die Nachtflüge vom Nürnberger Flughafen entbrannt - wobei sich auch der Fürther Oberbürgermeister zu Wort meldete. In diesem Sommer stand der Nürnberger Flughafen übrigens über die Grenzen Frankens hinaus wegen einer Gruppenschlägerei an einem Check-in-Schalter in den Schlagzeilen.