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Lauf: "Ringfoto-Oriold" macht nach fast 80 Jahren für immer zu


Autor: Sara Loesenbeck

Lauf an der Pegnitz, Samstag, 21. März 2026

Nach vielen Jahrzehnten verabschiedet sich ein Fotofachgeschäft aus der Laufer Innenstadt. Exakt 77 Jahre nach der Eröffnung fallen die Ladentüren für immer ins Schloss.
Am 30. März vor 77 Jahren wurde das Fotogeschäft in Lauf an der Pegnitz eröffnet. Nun soll es an diesem Tag auch zu Ende sein mit dem bekannten Geschäft.


"Wir schließen zum 31.03.2026", steht in großen Buchstaben derzeit auf der Webseite des Fotofachgeschäfts "Ringfoto-Oriold" im mittelfränkischen Lauf an der Pegnitz. Das familiengeführte Traditionsgeschäft schließt in Kürze für immer seine Türen, und das auf den Tag genau nach 77 Jahren. 

Über die Jahre hinweg war das Geschäft am Laufer Marktplatz die erste Anlaufstelle für alles rund um das Thema Fotografie. Doch nun endet diese Ära - wie bei so vielen Traditionsbetrieben: Im unterfränkischen Schweinfurt macht ein beliebtes Bekleidungsgeschäft nach fast sechs Jahrzehnten zu. Zum Ende des Laufer Fotofachgeschäfts haben laut Inhaber Jürgen Oriold verschiedene Gründe geführt, wie er im Gespräch mit inFranken.de erklärt.

1949 eröffnet: "Ringfoto-Oriold" in Lauf an der Pegnitz schließt nach 77 Jahren

Ob analoge oder digitale Bilder, Passfotos, Fotodrucke oder Bilderrahmen - im Fotofachgeschäft am Laufer Marktplatz wurde man fündig. Am 30. März 1949 gründete Jürgen Oriolds Vater, der Fotografenmeister war, das Geschäft. Nach seinem Tod im Jahr 1967 führte Oriolds Mutter den Laden zunächst weiter. Seit 1975 steht auch Jürgen Oriold im Fotofachgeschäft, seit nunmehr 50 Jahren. 

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Neben Leistungen wie Einrahmungen bot "Ringfoto-Oriold" auch Bildbearbeitung oder Fotogeschenke an und verfügte über ein eigenes Fotolabor, in dem Kunden ihre analogen oder digitalen Fotos direkt vor Ort ausdrucken lassen konnten. Doch der technologische Wandel der vergangenen 20 Jahre sei auch an seinem Betrieb nicht spurlos vorbeigegangen, wie Jürgen Oriold erklärt.

"Es gibt keinen Nachfolger in unserer Branche", sagt der Fotografenmeister. "Durch den technologischen Wandel hat ein Umbruch stattgefunden, weg von der analogen hin zur digitalen Fotografie. Das macht sich natürlich entsprechend bemerkbar." Es sei einer von vielen verschiedenen Gründen gewesen, die letztlich zum Entschluss geführt hätten, das Traditionsgeschäft zu schließen. 

"Heute gibt es das nicht mehr": Digitaler Umbruch setzt Fotobranche enorm zu

"Wir haben früher 25.000 Filme im Jahr entwickelt und heute gibt es das nicht mehr", erklärt Oriold weiter. Heutzutage nutzen die Menschen ihre Smartphones zum Fotografieren, wie der 71‑Jährige sagt. Dadurch sei auch der Kameraverkauf stark zurückgegangen. "Es gibt praktisch im Einstiegsbereich bis 1000 Euro keine Kameras mehr. Da fotografieren die Leute eigentlich nur noch mit dem Handy. Das ist natürlich auch ein großer Umbruch gewesen“, so Oriold. 

Auch das Fotografieren von Pass- und Bewerbungsbildern sei im Laden am Marktplatz deutlich zurückgegangen. Die Konkurrenz durch Fotoautomaten in Ämtern oder Drogeriemärkten sei groß und mache sich ebenfalls im Kundenaufkommen bemerkbar, berichtet der Fotografenmeister. Hinzu kämen die örtlichen Gegebenheiten, die sich zuletzt negativ auf das Geschäft ausgewirkt hätten. "Die Stadt Lauf hat eine sehr starke Verkehrsberuhigung am Marktplatz vorgenommen", so Oriold. Dadurch habe die Kundenfrequenz zusätzlich nachgelassen.

Zuletzt habe aber auch das Alter eine Rolle gespielt. "Ich werde jetzt 72 Jahre alt und bin also schon seit sechs Jahren offiziell Rentner", sagt Oriold. Mit der Schließung des Geschäfts gehe es nun in den wohlverdienten Ruhestand. "Wir sind ganz glücklich, und es gibt zu Hause so viel zu tun, dass in nächster Zeit sicher mehr als genug Beschäftigung vorhanden ist", sagt der 71‑Jährige mit einem Schmunzeln. Und vielleicht bleibt dann auch Zeit für die eine oder andere Partie mehr auf dem Golfplatz.