Nürnberg/Bamberg/Lkr. Erlangen-Höchstadt: Festnahme eines dringend tatverdächtigen Deutschen wegen schweren sexuellen Missbrauchs eines Kindes auf den Philippinen- Presseerklärung der Zentralstelle Cybercrime und des PP Mittelfranken
Autor: inFranken.de
, Dienstag, 03. Juni 2025
Nürnberg/Bamberg/Lkr. Erlangen-Höchstadt (ots) -
Der Kriminalpolizei Erlangen gelang es nach mehrmonatigen, grenzüberschreitenden Ermittlungen, gemeinsam mit der Zentralstelle Cybercrime Bayern (ZCB), einen Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt zu ermitteln, der im Verdacht steht, seit mehreren Jahren den sexuellen Missbrauch eines auf den Philippinen lebenden Mädchens in Auftrag gegeben und gegen Zahlung von Geldbeträgen per Livestream mitverfolgt und angeleitet zu haben. Der Beschuldigte wurde am 21.05.2025 festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft.
Im Dezember 2024 erhielt die Kriminalpolizei Erlangen über das Bundeskriminalamt eine Mitteilung der australischen Sicherheitsbehörden mit dem Schreiben einer Hilfsorganisation auf den Philippinen, indem Erkenntnisse auf einen anhaltenden sexuellen Missbrauch eines jungen philippinischen Mädchens berichtet wurden. Einem, zum damaligen Zeitpunkt noch nicht identifizierten deutschen Staatsangehörigen, wurde vorgeworfen, sich auf den Philippinen kinderpornographisches Material beschafft bzw. dessen Erstellung in Auftrag gegeben zu haben.
Gemeinsame Ermittlungen der Kriminalpolizei Erlangen und der Zentralstelle Cybercrime Bayern ergaben, dass der 53-jährige Tatverdächtige, vermutlich bereits im Jahr 2022, über soziale Medien Kontakt zur Geschädigten auf den Philippinen aufgenommen hatte.
In der Folge soll er das damals 12-jährige Mädchen dazu gebracht haben, sich gegen Geldzahlung an bislang unbekannte Personen, in sexualisierter Art und Weise darzustellen und teils schwere sexuelle Handlungen an noch nicht identifizierten Männern vorzunehmen. Diese Handlungen sollen per Livestream über den Messengerdienst WhatsApp an den Tatverdächtigen übertragen worden sein.
Welche Rolle ein Aufenthalt des Beschuldigten auf den Philippinen im Jahr 2019 im Zusammenhang mit den aktuellen Vorwürfen spielt, ist derzeit Gegenstand der Ermittlungen.
Durch akribische Ermittlungsarbeit ist es gelungen, den Tatverdächtigen zu identifizieren. Es handelt sich um einen 53-jährigen Mann aus dem Landkreis Erlangen-Höchstadt. Bereits am 21.05.2025 durchsuchten Kräfte des Polizeipräsidiums Mittelfranken unter Beteiligung des USK Mittelfranken, gemeinsam mit einer Staatsanwältin der ZCB die Wohnung des Beschuldigten. Die Festnahme des Beschuldigten erfolgte durch Kräfte des SEK. Bei der Durchsuchung kamen zudem vier Datenträgerspürhunde zum Einsatz.
Zum Zeitpunkt des Eindringens in die Wohnung stellten die Beamten den PC des Beschuldigten im laufenden Zustand fest. Anwesende IT-Forensiker begannen unmittelbar mit entsprechenden Sicherungs- und Sichtungsmaßnahmen.