Nürnberg: Körperverletzungen am Nelson-Mandela-Platz mehr als halbiert - Sicherheitsgefühl am Aufseßplatz im Fokus: Marcus König und Gernot Rochholz informierten über die Sicherheit in der Südstadt
Autor: inFranken.de
, Freitag, 09. Oktober 2026
Nürnberg (ots) -
Die Sicherheit in der Nürnberger Südstadt ist seit Jahren im Fokus der Bürgerinnen und Bürger und der zuständigen Sicherheitsbehörden. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und Gernot Rochholz, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, informierten am Freitag (09.10.2026) über die nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage am Nelson-Mandela-Platz und weitere Maßnahmen am Aufseßplatz.
Nelson-Mandela-Platz: Szene fast vollständig zurückgezogen
Ab Ende 2023 hatte sich im südlichen Bahnhofsumfeld eine offene und zunehmend aggressive Betäubungsmittelhändlerszene entwickelt. Teilweise hielten sich mehrere Dutzend Händler auf dem Platz auf und sprachen Passanten aktiv an. Abgelehnte Verkaufsangebote führten wiederholt zu Konflikten und Gewalttaten, Körperverletzungs- und Sexualdelikte stiegen deutlich an.
Im Rahmen der Einsatzstrategie "BAYERN. 360° SICHERHEIT." gründete die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd daraufhin die Arbeitsgruppe "Nelson". Gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurde ein Bündel repressiver und präventiver Maßnahmen entwickelt. Die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:
- Körperverletzungen: mehr als halbiert - Szenebezogene Körperverletzungen: auf nahezu null zurückgegangen - Straftaten mit Messerbezug: um mehr als ein Drittel gesunken - Raubdelikte: mehr als halbiert - Im Gegenzug Anstieg der Kontrolldelikte als Beleg für die umfangreichen Maßnahmen
Zu den gemeinsam abgestimmten Maßnahmen zählten gezielte Rückschnitte von Bepflanzungen, um Verstecke von Dealern aufzulösen, sowie eine nahezu ständige Polizeipräsenz. Eine besonders große Rolle spielten die Waffen- und Messerverbotszone (seit April 2025) und die Cannabisverbotszone (seit Dezember 2025). Allein im März 2026 sprachen die Einsatzkräfte mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei mehr als 220 Platzverweise aus und nahmen 40 Personen vorübergehend in Gewahrsam.
In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurde zudem die Bearbeitung von Straftaten neu ausgerichtet. Die Bündelung der Verfahren bei spezialisierten Staatsanwältinnen und Staatsanwälten und ein personenorientierter Ansatz führten zu mehr Verurteilungen und zahlreichen Haftbefehlen. Insgesamt wurden 54 Intensivtäter aus dem Verkehr gezogen: 40 wurden inhaftiert, 14 abgeschoben. Hinzu kommen 35 Betretungsverbote.