"Die Lage am Nelson-Mandela-Platz hat sich erfreulicherweise aktuell beruhigt", so Gernot Rochholz. "Er ist wieder ein städtischer Platz, auf dem man sich gerne und vor allem wieder unbesorgt aufhalten kann." Auch die Gewerbetreibenden rund um den Platz berichten von einer substanziellen Verbesserung der Lage.
Die Polizei weist zugleich daraufhin, dass ein solcher Rückgang auch damit einhergehen kann, dass andernorts möglicherweise eine neue Szene entsteht. "Wir akzeptieren in unserer Stadt keine Angst- und keine rechtsfreien Räume", betonte der Polizeipräsident. "Drogenhändler sollen sich an keinem Ort in Nürnberg wohlfühlen. Wir haben ein Auge auf sie und schreiten konsequent ein."
Aufseßplatz: Sicherheitsgefühl im Mittelpunkt
Anders als der Nelson-Mandela-Platz ist der Aufseßplatz kein klassischer Kriminalitätsschwerpunkt. Dennoch ist das Sicherheitsgefühl vieler Menschen dort stark beeinträchtigt. Die Ursachen liegen vor allem im sozialen Bereich: Menschen ohne Obdach halten sich auf dem Platz auf und lagern dort ihr Hab und Gut. Hinzu kommen eine verfestigte Szene mit starkem Alkoholkonsum, Verschmutzung und Zeichen der Verwahrlosung.
"Obdachlosigkeit ist keine Straftat. Suchterkrankung ist keine Straftat. Hinter jedem dieser Schicksale steht ein Mensch, der Hilfe braucht", stellte Rochholz klar. "Aber ebenso gilt: Ein öffentlicher Platz gehört allen. Familien, die den Spielplatz besuchen, und Menschen, die hier ihr Geschäft betreiben oder abends nach Hause gehen, haben einen berechtigten Anspruch darauf, sich sicher zu fühlen."
Die Polizei stützt ihre Maßnahmen am Aufseßplatz auf drei Säulen:
- Prävention: Mehr Polizeipräsenz soll Problemlagen entschärfen
und die Hemmschwelle für Fehlverhalten erhöhen. Dies geht Hand
in Hand mit sozialer Unterstützung und Kontaktaufnahme durch
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialer Dienste.
- Konsequente Regeldurchsetzung: Die bestehende Alkoholverbotszone
wird konsequent durchgesetzt. Gegen Personen, die die Regeln
beharrlich missachten, werden Betretungsverbote angeregt und
gegebenenfalls ausländerrechtliche Maßnahmen geprüft.
- Infrastruktur und Technik: Geprüft wird eine Umgestaltung des
Platzes, um die unterschiedlichen Nutzungen räumlich zu trennen.
Zudem ist seit einigen Wochen ein Videoturm in Betrieb.
Der Videoturm hilft, das Geschehen auf dem Platz ständig im Blick zu behalten. Er unterstützt die Verfolgung von Straftaten und wirkt abschreckend. Die Polizei prüft fortlaufend, wo Videoüberwachung im Stadtgebiet unter Einhaltung des Datenschutzes zielgerichtet erweitert werden kann.
Hauptbahnhof und Südstadt bleiben Schwerpunkte
Auch wenn die Kriminalität deutlich zurückgegangen ist, fühlen sich viele Menschen im Bahnhofsumfeld weiterhin unsicher. Der Hauptbahnhof und sein Umfeld werden daher auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit bleiben. Gemeinsam mit der Bundespolizei steht das Polizeipräsidium Mittelfranken im Austausch mit der Deutschen Bahn. Ziel ist ein wechselseitiger direkter Zugriff auf die rund 400 Kameras des Unternehmens am Nürnberger Hauptbahnhof.
Am Nelson-Mandela-Platz steht zudem seit einigen Monaten ein Container, den die Einsatzkräfte für Durchsuchungen und die Sachbearbeitung direkt vor Ort nutzen. Das verkürzt Wege und beschleunigt Verfahren. Die Beamtinnen und Beamten sind dadurch schneller wieder auf der Straße präsent.
"Sicherheit entsteht nicht allein durch die Polizei", so Gernot Rochholz abschließend. "Sie entsteht dort, wo Behörden, Stadtgesellschaft und Hilfesysteme an einem Strang ziehen. Dafür setzen wir uns ein - mit Augenmaß, mit Konsequenz und mit Menschlichkeit."
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