Nürnberg: Körperverletzungen am Nelson-Mandela-Platz mehr als halbiert - Sicherheitsgefühl am Aufseßplatz im Fokus: Marcus König und Gernot Rochholz informierten über die Sicherheit in der Südstadt

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Symbolfoto: Christopher Schulz

Nürnberg (ots) -

Die Sicherheit in der Nürnberger Südstadt ist seit Jahren im Fokus der Bürgerinnen und Bürger und der zuständigen Sicherheitsbehörden. Nürnbergs Oberbürgermeister Marcus König und Gernot Rochholz, Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Mittelfranken, informierten am Freitag (09.10.2026) über die nachhaltige Verbesserung der Sicherheitslage am Nelson-Mandela-Platz und weitere Maßnahmen am Aufseßplatz.

Nelson-Mandela-Platz: Szene fast vollständig zurückgezogen

Ab Ende 2023 hatte sich im südlichen Bahnhofsumfeld eine offene und zunehmend aggressive Betäubungsmittelhändlerszene entwickelt. Teilweise hielten sich mehrere Dutzend Händler auf dem Platz auf und sprachen Passanten aktiv an. Abgelehnte Verkaufsangebote führten wiederholt zu Konflikten und Gewalttaten, Körperverletzungs- und Sexualdelikte stiegen deutlich an.

Im Rahmen der Einsatzstrategie "BAYERN. 360° SICHERHEIT." gründete die Polizeiinspektion Nürnberg-Süd daraufhin die Arbeitsgruppe "Nelson". Gemeinsam mit der Stadt Nürnberg und der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurde ein Bündel repressiver und präventiver Maßnahmen entwickelt. Die Entwicklung im Vergleich zum Vorjahreszeitraum:

- Körperverletzungen: mehr als halbiert - Szenebezogene Körperverletzungen: auf nahezu null zurückgegangen - Straftaten mit Messerbezug: um mehr als ein Drittel gesunken - Raubdelikte: mehr als halbiert - Im Gegenzug Anstieg der Kontrolldelikte als Beleg für die umfangreichen Maßnahmen

Zu den gemeinsam abgestimmten Maßnahmen zählten gezielte Rückschnitte von Bepflanzungen, um Verstecke von Dealern aufzulösen, sowie eine nahezu ständige Polizeipräsenz. Eine besonders große Rolle spielten die Waffen- und Messerverbotszone (seit April 2025) und die Cannabisverbotszone (seit Dezember 2025). Allein im März 2026 sprachen die Einsatzkräfte mit Unterstützung der Bayerischen Bereitschaftspolizei mehr als 220 Platzverweise aus und nahmen 40 Personen vorübergehend in Gewahrsam.

In enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth wurde zudem die Bearbeitung von Straftaten neu ausgerichtet. Die Bündelung der Verfahren bei spezialisierten Staatsanwältinnen und Staatsanwälten und ein personenorientierter Ansatz führten zu mehr Verurteilungen und zahlreichen Haftbefehlen. Insgesamt wurden 54 Intensivtäter aus dem Verkehr gezogen: 40 wurden inhaftiert, 14 abgeschoben. Hinzu kommen 35 Betretungsverbote.

"Die Lage am Nelson-Mandela-Platz hat sich erfreulicherweise aktuell beruhigt", so Gernot Rochholz. "Er ist wieder ein städtischer Platz, auf dem man sich gerne und vor allem wieder unbesorgt aufhalten kann." Auch die Gewerbetreibenden rund um den Platz berichten von einer substanziellen Verbesserung der Lage.

Die Polizei weist zugleich daraufhin, dass ein solcher Rückgang auch damit einhergehen kann, dass andernorts möglicherweise eine neue Szene entsteht. "Wir akzeptieren in unserer Stadt keine Angst- und keine rechtsfreien Räume", betonte der Polizeipräsident. "Drogenhändler sollen sich an keinem Ort in Nürnberg wohlfühlen. Wir haben ein Auge auf sie und schreiten konsequent ein."

Aufseßplatz: Sicherheitsgefühl im Mittelpunkt

Anders als der Nelson-Mandela-Platz ist der Aufseßplatz kein klassischer Kriminalitätsschwerpunkt. Dennoch ist das Sicherheitsgefühl vieler Menschen dort stark beeinträchtigt. Die Ursachen liegen vor allem im sozialen Bereich: Menschen ohne Obdach halten sich auf dem Platz auf und lagern dort ihr Hab und Gut. Hinzu kommen eine verfestigte Szene mit starkem Alkoholkonsum, Verschmutzung und Zeichen der Verwahrlosung.

"Obdachlosigkeit ist keine Straftat. Suchterkrankung ist keine Straftat. Hinter jedem dieser Schicksale steht ein Mensch, der Hilfe braucht", stellte Rochholz klar. "Aber ebenso gilt: Ein öffentlicher Platz gehört allen. Familien, die den Spielplatz besuchen, und Menschen, die hier ihr Geschäft betreiben oder abends nach Hause gehen, haben einen berechtigten Anspruch darauf, sich sicher zu fühlen."

Die Polizei stützt ihre Maßnahmen am Aufseßplatz auf drei Säulen:

- Prävention: Mehr Polizeipräsenz soll Problemlagen entschärfen und die Hemmschwelle für Fehlverhalten erhöhen. Dies geht Hand in Hand mit sozialer Unterstützung und Kontaktaufnahme durch Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sozialer Dienste. - Konsequente Regeldurchsetzung: Die bestehende Alkoholverbotszone wird konsequent durchgesetzt. Gegen Personen, die die Regeln beharrlich missachten, werden Betretungsverbote angeregt und gegebenenfalls ausländerrechtliche Maßnahmen geprüft. - Infrastruktur und Technik: Geprüft wird eine Umgestaltung des Platzes, um die unterschiedlichen Nutzungen räumlich zu trennen. Zudem ist seit einigen Wochen ein Videoturm in Betrieb.

Der Videoturm hilft, das Geschehen auf dem Platz ständig im Blick zu behalten. Er unterstützt die Verfolgung von Straftaten und wirkt abschreckend. Die Polizei prüft fortlaufend, wo Videoüberwachung im Stadtgebiet unter Einhaltung des Datenschutzes zielgerichtet erweitert werden kann.

Hauptbahnhof und Südstadt bleiben Schwerpunkte

Auch wenn die Kriminalität deutlich zurückgegangen ist, fühlen sich viele Menschen im Bahnhofsumfeld weiterhin unsicher. Der Hauptbahnhof und sein Umfeld werden daher auch in den kommenden Jahren ein Schwerpunkt der polizeilichen Arbeit bleiben. Gemeinsam mit der Bundespolizei steht das Polizeipräsidium Mittelfranken im Austausch mit der Deutschen Bahn. Ziel ist ein wechselseitiger direkter Zugriff auf die rund 400 Kameras des Unternehmens am Nürnberger Hauptbahnhof.

Am Nelson-Mandela-Platz steht zudem seit einigen Monaten ein Container, den die Einsatzkräfte für Durchsuchungen und die Sachbearbeitung direkt vor Ort nutzen. Das verkürzt Wege und beschleunigt Verfahren. Die Beamtinnen und Beamten sind dadurch schneller wieder auf der Straße präsent.

"Sicherheit entsteht nicht allein durch die Polizei", so Gernot Rochholz abschließend. "Sie entsteht dort, wo Behörden, Stadtgesellschaft und Hilfesysteme an einem Strang ziehen. Dafür setzen wir uns ein - mit Augenmaß, mit Konsequenz und mit Menschlichkeit."

Dieser Beitrag wird vom Polizeipräsidium Mittelfranken bereitgestellt. inFranken.de hat den Beitrag nicht redaktionell geprüft.

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