Im Rahmen der Pressekonferenz legte Herr Rochholz seinen Fokus auf die wesentlichen Präventionsprogramme aus dem vergangenen Jahr. Die mittelfränkischen Polizisten führten zahlreiche Aktionstage durch, hielten Präventionsunterrichte ab, bildeten zahlreiche Schülerlotsen aus und betrieben verschiedene Info-Stände.
Besonders hob er die erstmals in Mittelfranken durchgeführte Kampagne zur Verkehrssicherheitsarbeit namens "Vier Jahreszeiten - vier Themenwochen" hervor: "Ziel der Kampagne war es, Appelle zum sicheren Verhalten im Straßenverkehr mittels unserer polizeieigenen Social-Media-Kanäle an möglichst viele Bürger zu transportieren." In diesem Rahmen veröffentlichte das Polizeipräsidium Mittelfranken im Laufe des Jahres zahlreiche Posts zu den Bereichen Radfahrer, Alkohol und Drogen, Geschwindigkeit und "Sicher durch den Winter".
Im Anschluss an den Rückblick auf das vergangene Jahr widmete sich Herr Polizeidirektor Ingo Lieb zunächst dem Bereich Alkohol und Drogen im Straßenverkehr. Im Jahr 2023 wurden 2.575 Fahrten unter Alkoholeinfluss gezählt. Daneben belaufen sich die Fahrten unter Drogeneinfluss auf 1.680 Fälle.
Im vergangenen Jahr wurden 207.497 Geschwindigkeitsüberschreitungen registriert und geahndet. "Ein Drittel der tödlich verletzten Verkehrsteilnehmer kam bei Geschwindigkeitsunfällen ums Leben", führte Ingo Lieb unter anderem aus. Er erklärte, dass dieses Thema nicht nur Autofahrer betrifft, sondern beispielsweise auch Radfahrer. Der Begriff "Geschwindigkeitsunfälle" umfasst neben der Überschreitung der Höchstgeschwindigkeit auch Unfälle, die durch nicht angepasste Geschwindigkeit verursacht wurden. Lieb hob die besonderen Gefahren der Geschwindigkeitsüberschreitungen hervor: "Bei doppelter Geschwindigkeit vervierfacht sich der Bremsweg." Deshalb kündigte er die Fortführung von Geschwindigkeitskontrollen an.
Die mittelfränkischen Polizistinnen und Polizisten stellten im Jahr 2023 insgesamt 8.642 Verstöße gegen die Gurtanlegepflicht fest. "Ohne Gurt drohen schwere Verletzungen", unterstrich Herr Ingo Lieb. In 534 Fällen haben Verkehrsteilnehmer die beförderten Kinder nicht oder nicht vorschriftsmäßig gesichert. Daher der Appell des Polizeidirektors: "Am liebsten wäre es mir und sicher auch allen anderen Verkehrsteilnehmern, wenn jeder schlicht vernünftig und vor allem mit Rücksicht am Verkehr teilnehmen würde."
Im Anschluss wandte sich Lieb den Radfahrern zu. Im Jahr 2023 registrierte das Polizeipräsidium Mittelfranken 2.441 Fahrradunfälle. Dies bedeutet einen Rückgang um 4,16 % im Vergleich zum Vorjahr (2022: 2.547). Zudem verringerte sich auch die Zahl der verletzten Radfahrer. Waren es im Jahr 2022 noch 2.398 verletzte Personen, ging die Zahl im Jahr 2023 um 5,13 % auf 2.275 zurück. Die Zahl der bei einem Verkehrsunfall getöteten Fahrradfahrer erhöhte sich von 8 (2022) auf 13 (2023).
"Bei den Getöteten und Verletzten nehmen Senioren, also Verkehrsteilnehmer ab 65 Jahren, leider einen besonderen Raum ein: 9 von 13 tödlich verletzten Radlern waren Senioren, 580 Senioren wurden als Rad- oder Pedelec-Fahrer verletzt", so Ingo Lieb. Er fügte hinzu, dass die Verstärkung der Präventionsarbeit gerade im Bereich Rad und Senioren für die mittelfränkischen Dienststellen als Ziel definiert wurde. Am Ende wandte er sich mit einer Bitte an die gewerblichen Fahrradverkäufer: "Bitte nehmen Sie sich besonders viel Zeit für die Beratung und Einweisung älterer Verkehrsteilnehmer. Sicheres Fahren funktioniert nur dann, wenn das Rad zum Radler passt, gerade, wenn es um den Wiedereinstieg in die Zweirad-Mobilität geht."
Die Straßenverkehrs- und Unfallstatistik 2023 für Nürnberg und Mittelfranken finden Interessierte unter folgendem Link:
https://www.polizei.bayern.de/verkehr/statistik/003150/index.html
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