Die Gewaltdelikte im öffentlichen Raum nahmen mit 6,3 % im Vergleich zum Anstieg der Gesamtzahl aller Straftaten leicht überdurchschnittlich zu. Der deutlichste Zuwachs ist hier mit 21,7 % in der Gruppe der Raubdelikte zu verzeichnen. Diese stellen mit 4,5 % jedoch lediglich einen kleineren Anteil.
Erfreulicherweise sind die Sexualdelikte im öffentlichen Raum rückläufig. Diese nahmen um 3,4 % ab. Insbesondere die Zahl der Vergewaltigungen sank von 61 auf 48 Fälle um 21,3 %.
2023 wurden gegen 8.750 Personen unter 21 Jahren ein oder mehrere Strafverfahren eingeleitet - 3,8 % mehr als im Vorjahr. Insgesamt entfielen auf die Gruppe der Kinder (unter 14 Jahren), Jugendlichen (unter 18 Jahren) und Heranwachsenden (unter 21 Jahren) 12.452 Fälle. Knapp zwei Drittel davon fallen hierbei unter die Kategorien Diebstahls-, Rohheits- sowie Betäubungsmitteldelikte. "Während die Anzahl der tatverdächtigen Kinder leicht abnahm (-4,4 %), mussten wir einen Anstieg bei den Jugendlichen (+4,1 %) und mit 8,1 % einen noch deutlicheren Anstieg bei den tatverdächtigen Heranwachsenden feststellen", hält Holger Stein fest.
Mit knapp 11 % nahm die Zahl der Diebstahlsdelikte 2023 deutlich zu. Dazu trugen insbesondere die erhöhten Fallzahlen beim besonders schweren Fall des Fahrraddiebstahls (+ 7,9 %) und dem Diebstahl an/aus Kraftfahrzeugen (+12,3 %) bei. Der augenfälligste Anstieg liegt mit 21,6 % im Bereich der Ladendiebstähle. Waren 2022 hier noch 6.984 Fälle zu verbuchen, sprang die Zahl 2023 auf 8.492 und damit auf einen 10-Jahres-Höchststand. "Auffällig, wenn auch wenig überraschend, ist der Umstand, dass mehr als die Hälfte der Taten in Nürnberg stattfanden", bemerkt Stein.
Nach signifikanten Anstiegen im Bereich der polizeilich zu betreuenden Einsatzlagen in den letzten Jahren konnte das Polizeipräsidium Mittelfranken hier 2023 eine Reduktion um 12,6 % verzeichnen. Blöchl gab jedoch zu bedenken: "Mit insgesamt 3.316 Veranstaltungen sahen sich meine Kolleginnen und Kollegen dennoch wieder mit einem beachtlichen Einsatzpensum konfrontiert. Die Gesamtzahl der Versammlungen ging zwar um knapp ein Drittel zurück - seit Jahresende ist hier aber wieder ein spürbarer Anstieg zu verzeichnen. Allein in den ersten zwei Monaten des Jahres 2024 lag die Zahl der zu betreuenden Versammlungen annähernd beim doppelten Wert des Vorjahres." Beim täglichen Arbeitsaufkommen waren 2023 keine signifikanten Veränderungen zu verzeichnen. Die Zahl der Notrufe nahm mit insgesamt 246.627 um 4,4 %, die Zahl der Einsätze mit 291.364 um 1,0 % nur leicht zu. Letztere erreichte trotz des geringen Anstiegs einen neuen Rekordwert.
Mit Blick auf die Steigerung im Bereich der Fallzahlen und der Anzahl der Tatverdächtigen ordnet der Polizeipräsident ein: "Mit der Entwicklung, die wir bei uns in Mittelfranken 2023 beobachteten, liegen wir im bayernweiten Vergleich mit den anderen Polizeipräsidien im Mittelfeld." Einen Grund zur Sorge sieht Blöchl nicht: "Wir dürfen trotz leicht gestiegener Fallzahlen nicht vergessen, dass wir uns mit Blick auf die Langzeitentwicklung der Kriminalität nach wie vor auf einem ausgesprochen niedrigen Niveau befinden. In Mittelfranken können Menschen nicht nur sicher leben, sondern sich auch sicher fühlen". Mit den erkannten Schwerpunkten seien dennoch besondere Aufgaben für das Jahr 2024 und die kommenden Jahre identifiziert. "Uns ist es gelungen, bereits während des vergangenen Jahres auf gewisse erkannte Entwicklungen - unter anderem durch Einrichtung spezieller Arbeitsgruppen sowie der Erarbeitung teils bayernweiter Konzepte - zu reagieren. Diese Bemühungen werden seitdem sukzessive erweitert und ergänzt, um dem Trend bestmöglich entgegenzutreten", ergänzt Stein.
Einzelheiten zur Polizeilichen Kriminalstatistik können Sie dem Sicherheitsbericht des Polizeipräsidiums Mittelfranken entnehmen. Dieser ist unter folgendem Link im Internet abrufbar:
https://www.polizei.bayern.de/kriminalitaet/statistik/003105/index.html
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