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Kreis Nürnberger Land: Video von brennendem Opfer auf A6 - Gaffer ermittelt


Autor: Julia Gebhardt, Alexander Milesevic, Agentur dpa

Feucht, Mittwoch, 29. Juli 2026

Ein Gaffer filmt die Rettung eines Schwerverletzten auf der A6 bei Nürnberg. Die verstörende Szene kursiert später in den sozialen Medien. So kam die Polizei dem Mann auf die Spur.
Blick auf einen Lkw auf der Autobahn 6 nach einem Brand. Auf der A6 bei Nürnberg-Langwasser kam es Mitte Januar 2026 zu einem tödlichen Glätte-Unfall. Ersthelfer retteten damals einen Schwerverletzten aus einem brennenden Auto. Jemand aus dem Gegenverkehr filmte die Szene.


Update vom 29.07.2026: Brennendes Unfallopfer gefilmt - Verdächtiger ermittelt

Ein Lastwagenfahrer soll das Gaffer-Video von der Rettung eines brennenden Verletzten auf der A6 in der Nähe von Nürnberg aufgenommen haben, das zu Beginn des Jahres für Empörung gesorgt hat. "Die Person ist identifiziert", erklärte Markus Fries von der Verkehrsinspektion in Feucht. Bei dem Verdächtigen handele es sich um einen Lkw-Fahrer aus Südeuropa.

Bei dem Unfall zwischen einem Laster und zwei Autos Mitte Januar 2026 auf spiegelglatter Fahrbahn bei Feucht (Landkreis Nürnberger Land) kam eine 54-jährige Frau ums Leben. Ersthelfer retteten damals einen Schwerverletzten aus einem brennenden Fahrzeug und löschten ihn. Diese Szene wurde von jemandem aus dem Gegenverkehr gefilmt und das Video in den sozialen Medien geteilt.

Video:




Laut einem Bericht der Nürnberger Nachrichten konnte die Polizei mit kriminaltechnischen Methoden sowie Aufnahmen von zwei Kamerateams und Zeugen den Lastwagen und dessen Kennzeichen ermitteln, aus dem das Video aufgenommen worden sein soll.

Polizei hat Ermittlungen abgeschlossen

Über die Spedition habe man die Identität des Fahrers feststellen können, erläuterte Fries. Die polizeilichen Ermittlungen seien nun abgeschlossen und das Verfahren an die Staatsanwaltschaft übergeben worden. Die Ermittler werfen dem Verdächtigen vor, gegen Paragraf 201a Strafgesetzbuch verstoßen zu haben, weil er eine Person in hilfloser Lage gefilmt haben soll.

Die Polizei habe damals die sozialen Medien informiert, auf deren Plattformen das Video hochgeladen worden sei, damit diese es löschen, sagte Fries. "Dem sind die auch sofort nachgekommen."

Update vom 03.02.2026: Polizei sucht nach Gaffer-Video zwei Verdächtige

Die Spuren eines Videos, das einen brennenden Mann bei einem schweren Verkehrsunfall auf der A6 bei Feucht (Kreis Nürnberger Land) auf Online-Plattformen gezeigt hat, führen nach Spanien oder Portugal. Das teilte ein Polizeisprecher mit. Dort werde nun versucht zu klären, wer die Aufnahme ins Netz gestellt hat. Welche Spuren konkret ist Ausland führen, blieb zunächst unklar.

Die Ermittler gehen davon aus, dass es sich bei dem Menschen, der das Video filmte und der Person, die das Video letztlich auf den Plattformen hochlud, um zwei verschiedene Menschen handelt. Die Ermittler wollen daher beide Beteiligten ausfindig machen. Gesucht werden also sowohl derjenige, der gefilmt hat, als auch derjenige, der die Aufnahme verbreitet hat, erklärte der Sprecher.

Durch die Auswertung von eigenem Bildmaterial und Aufnahmen von Medienvertretern konnten die Ermittler den Aufnahmewinkel des Videos rekonstruieren. Demnach könnte ein Verkehrsteilnehmer gefilmt haben, der wegen eines Staus auf der Gegenfahrbahn anhalten musste.

Erst Tage später auf Video aufmerksam geworden

Bei dem Unfall am 12. Januar 2026 geriet ein Lkw vom rechten Fahrstreifen auf die linke Spur - vermutlich aufgrund der winterlichen Straßenverhältnisse.  Der Laster prallte gegen zwei Autos und drückte sie gegen eine Betonleitplanke. Eines der Fahrzeuge fing Feuer. Der Fahrer wurde schwer verletzt, seine Beifahrerin starb infolge des Unfalls.

Erst einige Tage nach dem Unfall erfuhr die Polizei, dass in sozialen Netzwerken ein Video kursiert. Die Aufnahme zeigt nicht nur die Unfallstelle, sondern in einer Nahaufnahme auch die Rettung des Schwerverletzten aus dem brennenden Auto. Der Polizeisprecher sprach von einem "sehr daramtischen Video".

Der schwer verletzte Fahrer des brennenden Autos überlebte den Unfall und befindet sich aktuell noch in Behandlung. Das sei auch der Grund gewesen, warum die Polizei den Fall noch einmal öffentlich gemacht habe, hieß es.

Ursprungsmeldung vom 02.02.2026: Gaffer filmt brennendes Opfer bei tödlichem Unfall auf A6

Nach einem tödlichen Verkehrsunfall auf der A6 bei Nürnberg am 12. Januar 2026 verbreitete ein Verkehrsteilnehmer ein Video im Internet, in dem eine schwerverletzte Person zu sehen war. Die Polizei hat daraufhin Ermittlungen aufgenommen.

Der Unfall ereignete sich am 12. Januar auf der A6 kurz vor dem Autobahnkreuz Nürnberg-Süd, heißt es dazu in einer aktuellen Pressemeldung des Polizeipräsidiums Mittelfranken.

Anschließend veröffentlichte eine bislang unbekannte Person ein Video in sozialen Netzwerken, das das Unfallgeschehen aus nächster Nähe dokumentierte. In dem Video ist zu sehen, wie der 64-jährige Beteiligte von weiteren Verkehrsteilnehmern aus seinem brennenden Auto befreit wird.

Phänomen Gaffer - Polizei Mittelfranken mit Apell 

Wegen der Veröffentlichung dieses Videos wurde nun ein Strafverfahren wegen Verletzung der Persönlichkeitsrechte des Unfallopfers sowie wegen unterlassener Hilfeleistung eingeleitet. Die Verkehrspolizeiinspektion Feucht geht der Sache mit umfassenden Ermittlungsmaßnahmen nach, um den Täter zu identifizieren. Aufgrund der Perspektive des Videos gehen die Ermittler bereits davon aus, dass der Filmende vermutlich ein Verkehrsteilnehmer war, der aufgrund eines Staus auf der Gegenfahrbahn zum Stehen gekommen war.

Das Verhalten sogenannter Gaffer ist oft äußerst gefährlich und kann Rettungs- sowie Einsatzkräfte bei ihrer wichtigen Arbeit behindern. Die Polizei betont daher: "Leisten Sie Hilfe, wenn Sie dazu in der Lage sind, oder verlassen Sie den Unfallort so zügig, wie es verkehrsbedingt möglich ist. Schaffen Sie Platz für Rettungskräfte und respektieren Sie die Würde der Betroffenen und ihrer Angehörigen."

Wer ähnliche Tathandlungen begeht, muss mit rechtlichen Konsequenzen rechnen. Je nach Straftatbestand können gegen Filmende und Verbreiter empfindliche Geldstrafen oder sogar Freiheitsstrafen verhängt werden.