Die Mädchenfänger vom Hauptbahnhof Nürnberg
Autor: Susanne Will
Nürnberg, Montag, 28. Sept. 2026
Im Umfeld des Nürnberger Hauptbahnhofs beuten Drogendealer Mädchen und junge Frauen aus und missbrauchen sie. Eine Einsatzkommission ermittelt in dem Fall und bemüht sich zugleich, die Betroffenen zu schützen.
Die Täter sind Männer, sie kommen in den meisten Fällen aus Syrien, gefolgt von Nordafrikanern oder Afghanen. Die Opfer sind weiblich, teils noch Kinder, Mädchen, Jugendliche.
Wie in einem sehr schlechten Krimi aus den 1980er Jahren fixen die Männer die Mädchen mit Zuneigung und Drogen an – um sie später sexuell auszubeuten, sie zu vergewaltigen, sie dabei furchtbar zu verletzen. So arbeitet die Polizei dagegen an.
Sexueller Missbrauch: Polizei ermittelt am Hauptbahnhof Nürnberg – "bis der Sumpf trockengelegt ist"
Der Tatort: Nürnberg, Nelson-Mandela-Platz, rund um den Hauptbahnhof. Die Polizei: Seit einem Jahr mit ausgefuchsten Strategien dabei, die Täter dingfest zu machen. Erfolge: Seit Herbst 2025 wurden 19 Männer festgenommen. "Wir machen so lange weiter, bis der Sumpf trockengelegt ist." Das sagt Michael Petzold aus der Pressestelle des Polizeipräsidiums Mittelfranken. Es klingt wie ein Versprechen.
Video:
Vor wenigen Wochen nahm die Polizei in Nürnberg im Rahmen der sogenannten "EKO Kajal"-Ermittlungen drei Männer fest. Zwei davon werden der Vergewaltigung einer 14-Jährigen verdächtigt. Erst vor wenigen Tagen sind den Ermittlern erneut zwei Tatverdächtige ins Netz gegangen.
Die Masche der Männer ist immer dieselbe. "Die Männer, es sind aber auch Jungs mit erst 16 Jahren dabei, schenken den Mädchen Aufmerksamkeit, Kosmetika, teure Klamotten", erklärt Michael Petzold. Sie machen den Mädchen Komplimente, rauchen mit ihnen Joints, die glauben irgendwann, wirklich die "Prinzessinnen" zu sein, als die sie tituliert werden. "Und dann kommt die erste Ladung Crystal. Umsonst."
Fast alle Opfer kommen aus prekären Verhältnissen
Nimm nichts von fremden Männern an. Geh nicht mit fremden Männern mit. Nimm keine Drogen. Mit diesen drei Sätzen wachsen wohl die allermeisten Mädchen in Deutschland auf. Man kann es gar nicht verhindern, dass der Kopf denkt: Wie dumm sind diese Kids eigentlich?
Nein. Sie sind nicht dumm. Sie sind nur fast alle auf der Verliererstraße geboren worden. "Fast alle Opfer eint, dass sie aus prekären Lebensumständen kommen und bereits über Marihuana-Erfahrung verfügen", erklärt Michael Petzold.