Uffenheim: AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an - und beschuldigt andere
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Uffenheim, Freitag, 20. März 2026
Ein falscher Drohbrief wird einem 44-Jährigen zum Verhängnis. Während der Ermittlungen zu einem Auto-Brand im Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim werden die Beamten stutzig.
Update vom 20.03.2026: AfD-Mitglied zündet eigenes Auto an - Partei kündigt Konsequenzen an
Ein AfD-Mitglied in Uffenheim (Kreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) soll sein eigenes Auto in Brand gesetzt und versucht haben, die Schuld dafür politisch linksgerichteten Gruppen zuzuschieben. Der Mann habe inzwischen gestanden, den Brand gelegt und einen angeblichen Drohbrief der Antifa gefälscht zu haben, teilte das Polizeipräsidium Mittelfranken mit.
Nach dem Feuer an dem Fahrzeug und den Aussagen des Besitzers hatte zunächst der Staatsschutz ermittelt, da eine politisch motivierte Straftat im Raum stand. Nachdem die Ermittlungen in diese Richtung ins Leere gelaufen seien, sei zunehmend der 44-jährige Eigentümer ins Visier der Polizei geraten. Schließlich seien bei der Analyse des angeblichen Drohbriefes auffällige Übereinstimmungen mit der Handschrift des Mannes festgestellt worden.
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Die AfD selbst hatte in einer Pressemitteilung vom 8. Februar noch von einem "feigen Anschlag" gegen ein Parteimitglied gesprochen. Der AfD-Ortsverband Neustadt/Aisch kündigte Konsequenzen an. "Wir sind entsetzt über das Ergebnis der Ermittlungen und stellen fest, dass es gut war, unser Vertrauen in die objektiven Ermittlungen der Staatsanwaltschaft zu setzen", heißt es in einer Stellungnahme. "Gegen die betreffende Person werden wir parteiinterne Ordnungsmaßnahmen einleiten."
AfD-Landeschef spricht von Fehlverhalten von Einzelperson
AfD-Landeschef Stephan Protschka betonte, sollte sich der "Tatverdacht" erhärten, sei dies ein Vorgang, der vollständig aufgeklärt und rechtlich eingeordnet werden müsse. Nach aktuellem Stand handele es sich um das Fehlverhalten einer Einzelperson. Eine pauschale Übertragung auf die gesamte Partei und ihre Mitglieder verbiete sich ausdrücklich.
Protschka rechtfertigte die Reaktion der AfD-Gliederungen unmittelbar nach dem Brand. Eine politisch motivierte Tat zum Nachteil der AfD habe zumindest im Bereich des Möglichen gelegen. "Vor diesem Hintergrund war es nachvollziehbar, dass entsprechende Überlegungen angestellt wurden", sagte er mit Blick auf die von der AfD erhobenen Anschlagsvorwürfe.
Zeugen hatten das brennende Fahrzeug in der Custenlohrer Straße am frühen Morgen des 4. Februar 2026 gegen 2.30 Uhr bei der Polizei gemeldet. Beim Eintreffen der Polizei habe der Wagen bereits vollständig gebrannt. Der entstandene Schaden wird auf rund 30.000 Euro geschätzt. Der Besitzer hatte der Polizei bei der Aufnahme der Anzeige den vermeintlichen Drohbrief gegeben und behauptet, sein Auto sei wenige Tage vor dem Brand mit einem politischen Graffiti besprüht worden.
Ursprungsmeldung vom 04.02.2026: Kleintransporter geht in Flammen auf - Verdacht auf Brandstiftung
Nach dem Brand eines Kleintransporters in der Nacht zum Mittwoch (4. Februar 2026) in Uffenheim (Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim) ermittelt die Kriminalpolizei wegen des Verdachts der Brandstiftung und bittet um Hinweise aus der Bevölkerung.