Zwei Sprenggranaten aus dem Zweiten Weltkrieg haben Magnetangler aus dem Fluss Wern in Unterfranken gefischt. Es ist der dritte Fund von Kampfmitteln an der Stelle seit Mitte August, wie die Polizei am Montag mitteilte. Die Funde hätten inzwischen zu einer Art Magnetangler-Tourismus in Thüngen (Landkreis Main-Spessart) geführt. Die Polizei warnt vor den Gefahren. Schon das Angeln könne zur Explosion führen.

Der Bürgermeister der betroffenen Gemeinde hat am Montag nach eigenen Angaben ein Angelverbot erlassen und mit einem Bußgeld von 2000 Euro verknüpft. Um das Gebiet auf weitere Granaten abzusuchen, erwäge die Gemeinde, die Wern kurzzeitig umzuleiten. Die am Sonntagabend gefundenen Granaten hätten bis zu 1000 Meter weit Splitter versprengen können, teilte die Polizei mit.

Sie wurden vor Ort von einem Sprengkommando gesichert und dann abtransportiert.

Hantieren mit Granaten lebensgefährlich

Das Bayerische Innenministerium weist darauf hin, dass Bürger bei Kampfmittelfunden sofort die Polizei verständigen und die Sprengmittel unverändert liegen lassen sollten. Ein Hantieren mit Kampfmitteln ohne besondere Kenntnis sei lebensgefährlich und könne strafrechtlich geahndet werden.

Erst vor kurzem hat ein Mann aus Nürnberg einen Sprengkörper aus dem zweiten Weltkrieg in der Nähe des Eisenweihers entdeckt und mit in seine Wohnung genommen. Als er versuchte die Sprenggranate zu reinigen, explodierte diese. Der Mann wurde schwer verletzt.red/dpa