Schneider Electric: Mitarbeiter in Marktheidenfeld bangen um ihre Jobs
Autor: Ralf Welz
Marktheidenfeld, Donnerstag, 17. Sept. 2026
Am unterfränkischen Standort eines Elektrotechnik-Konzerns wächst die Sorge vor einem größeren Stellenabbau. inFranken.de hat das Unternehmen zu den kursierenden Zahlen befragt.
Angespannte Stimmung bei den Beschäftigten der Schneider Electric Automation GmbH. Beim Elektrotechnik-Unternehmen ist offensichtlich ein größerer Abbau von Arbeitsplätzen geplant. Betroffen sind nach Gewerkschaftsangaben die Standorte in Marktheidenfeld im Landkreis Main-Spessart sowie in Lahr in Baden-Württemberg. Laut Schilderung der IG Metall Würzburg sind insgesamt rund 110 Stellen in Gefahr.
Auch beim Marktheidenfelder Standort des Automobilzulieferers Cummins herrscht aktuell Krisenstimmung. Dort wird sogar eine vollständige Schließung des Werks befürchtet – wovon um die 350 Mitarbeiter betroffen wären. In beiden Fällen wollen die Arbeitnehmervertreter die drohenden Einschnitte nicht kampflos hinnehmen. "Wir geben weder Cummins noch die Arbeitsplätze bei Schneider auf", erklärte Norbert Zirnsak, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Würzburg.
Stellenstreichungen bei Schneider Electric? Konzern reagiert ausweichend
Auf eine Anfrage von inFranken.de, ob die kursierenden Informationen über den geplanten Abbau von 110 Stellen zutreffen, reagiert der Elektrotechnik-Spezialist ausweichend. "Schneider Electric überprüft sein Portfolio kontinuierlich nach bewährten Methoden, um Wettbewerbsfähigkeit und langfristiges Wachstum sicherzustellen", teilt eine Unternehmenssprecherin unserer Redaktion mit. Nach Angaben des Unternehmens sollen ausgewählte Entwicklungsprojekte künftig priorisiert werden. Bei anderen Vorhaben könnten sich demnach Entwicklungstempo oder Investitionsumfang verringern.
Ob damit ein Abbau von Arbeitsplätzen verbunden ist, lässt Schneider Electric gleichwohl offen. Das Unternehmen verweist auf laufende rechtliche Prüfungen und erforderliche Konsultationsverfahren. "Daher können wir uns derzeit weder zu Einzelheiten möglicher personeller Auswirkungen noch zu standortspezifischen Fragen äußern", erklärt die Sprecherin. Sie betont zugleich, dass das Engagement im Markt für Motion- und Machine-Automation-Lösungen unverändert fortbestehe. Der Bereich bleibe ein wichtiger Bestandteil des Industrieautomatisierungsportfolios.
Die IG Metall Würzburg will die Auseinandersetzungen um die Arbeitsplätze bei Cummins und Schneider Electric mit einer Initiative für die industrielle Entwicklung des Standorts Altfeld verbinden. Beide Unternehmen stünden in der Verantwortung, Alternativen zu prüfen und Investitionen sowie Beschäftigung an den Standorten zu sichern. Nach Einschätzung der Gewerkschaft verschärft insbesondere die Entwicklung bei Schneider Electric die industriepolitische Situation in Altfeld. Die Produktion am Standort sei bereits vor rund fünf Jahren eingestellt worden.
Unterfränkischer Industriestandort in der Krise – Gespräche mit Stadt und Landkreis
Der nun geplante Stellenabbau bei Schneider Electric betreffe auch Arbeitsplätze in der Entwicklung, schildert die IG Metall in einer Pressemitteilung. Laut Gewerkschaft sieht der Betriebsrat von Schneider Electric keine wirtschaftliche Notwendigkeit für den Abbau und warnt vor einer zunehmenden Verlagerung von Entwicklungskompetenz nach China und Indien. Der Verlautbarung zufolge hat der Betriebsrat eigene Vorschläge zur Sicherung der Beschäftigung ausgearbeitet.
Die Schneider Electric Automation GmbH mit Sitz in Marktheidenfeld gehört zum französischen Schneider-Electric-Konzern, der sich auf Energiemanagement, Automatisierung und Digitalisierung spezialisiert hat. Am fränkischen Standort Marktheidenfeld entwickelt das Unternehmen nach eigener Darstellung Hochleistungs-Automatisierungslösungen für den Maschinenbau, in Lahr im Schwarzwald entstehen unter anderem elektrische Antriebe, Motoren und Linearsysteme für die Industrie.