Marktheidenfeld: Warema kündigt Stellenstreichungen an – "strukturelle Krise"
Autor: Manuel Dietz
Marktheidenfeld, Mittwoch, 04. November 2026
Ein Traditionsunternehmen aus Unterfranken streicht an seinem Hauptsitz zahlreiche Stellen. Die Neuausrichtung erfolge infolge einer "strukturellen Krise", so eine Sprecherin gegenüber inFranken.de.
Die Warema Kunststofftechnik und Maschinenbau GmbH plant im Zuge einer "grundlegenden Neuaufstellung" den Abbau von insgesamt 80 Stellen am Firmensitz in Marktheidenfeld (Kreis Main-Spessart). Das teilte eine Sprecherin der Warema Group gegenüber inFranken.de mit. Der geplante Stellenabbau betreffe dabei ausschließlich die Warema Kunststofftechnik und Maschinenbau GmbH. Die Warema Renkhoff SE und das Sonnenschutzgeschäft von Warema seien von der Maßnahme hingegen nicht betroffen.
Warema ist ein 1955 gegründetes, deutsches Familienunternehmen mit Hauptsitz in Marktheidenfeld, das sich als europäischer Marktführer für moderne Sonnenschutztechnik wie Jalousien, Markisen und Smart-Home-Steuerungen etabliert hat. Neben diesem Kerngeschäft agiert die Firmengruppe als Zulieferer in den Bereichen Kunststofftechnik und Maschinenbau. Der angekündigte Stellenabbau in dieser Sparte sei nach Angaben des Unternehmens vor allem wirtschaftlichen Faktoren geschuldet.
Warema kündigt Stellenabbau am Standort Marktheidenfeld an – "grundlegende Neuaufstellung erforderlich"
"Die Warema Kunststofftechnik und Maschinenbau GmbH befindet sich in einer strukturellen Krise", erklärte die Unternehmenssprecherin am Montag (2. November 2026) gegenüber inFranken.de. Das Auftragsniveau sei über mehrere Jahre hinweg gesunken und zugleich volatiler geworden. Insbesondere das Automotive-Geschäft sowie der Formen- und Maschinenbau stehen demnach unter "erheblichem internationalem Kosten- und Wettbewerbsdruck". Die vorhandenen Kapazitäten und Kostenstrukturen passen deshalb nach Unternehmensangaben nicht mehr zum heutigen und absehbaren Marktvolumen.
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Um die Warema Kunststofftechnik und Maschinenbau GmbH wirtschaftlich zu stabilisieren und zukunftsfähig aufzustellen, sei "eine grundlegende Neuaufstellung erforderlich". Neben weiteren Maßnahmen zur Kostensenkung und Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit müsse auch die Organisation an den künftig erwarteten Bedarf angepasst werden. Dabei müsse der Abbau von 80 Stellen nicht zwangsläufig mit 80 betriebsbedingten Kündigungen einhergehen.
Die konkrete Umsetzung sei derzeit Gegenstand der Gespräche mit dem Betriebsrat und der IG Metall. Ziel sei es, die notwendigen Veränderungen möglichst sozialverträglich zu gestalten und die Zahl der tatsächlichen Kündigungen so gering wie möglich zu halten.
"Keine tragfähige Strategie für die Zukunft": IG Metall Würzburg kristisiert Stellenstreichungen
Wie die IG Metall Würzburg mitteilt, nehme man die Herausforderungen des Unternehmens zwar ernst, sehe im Personalabbau jedoch "keine tragfähige Strategie für die Zukunft". Die Gewerkschaft fordert deshalb einen verbindlichen Zukunftsplan – sowohl für Beschäftigte als auch für den Standort. Dazu gehören demnach klare Aussagen zu künftigen Geschäftsfeldern, Investitionen, Qualifizierung und Beschäftigungssicherung und verbindliche Vereinbarungen, die über kurzfristige Kostensenkungen hinausgehen. Am Donnerstag (5. November 2026) wolle die IG Metall mit ihren Mitgliedern die Situation bewerten und das weitere Vorgehen beraten.
Angestellte des Technologiekonzerns Duagon müssen aktuell ebenfalls um ihren Job bangen. Laut Angaben der IG Metall sollen am Standort Nürnberg mehr als 150 Stellen wegfallen. Auch die Generali Deutschland AG mit Sitz in München setzt den Rotstift an: Bundesweit sollen 800 Jobs gestrichen werden. Der Standort in Nürnberg wird komplett aufgegeben.