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Rassismus: Polizei kommt rechten Serientätern auf die Schliche


Autor: Redaktion

Karlstadt, Freitag, 05. Juni 2026

Weil sie einen Mann rassistisch beleidigt haben sollen, schnappte die Polizei zwei Jugendliche (17 und 13) in Unterfranken. Dabei kam heraus, dass sie für zahlreiche weitere Fälle verantwortlich sein könnten.
Die Polizei ermittelt wegen zahlreicher rechter Vorfälle gegen zwei Jugendliche in Unterfranken. (Symbolbild)


Zwei Jugendliche stehen im Verdacht, für mehrere Straftaten mit mutmaßlich rechtsextremem Hintergrund verantwortlich zu sein. Gegen die beiden deutschen Staatsangehörigen im Alter von 13 und 17 Jahren wird nun unter anderem wegen Sachbeschädigung, Beleidigung, Volksverhetzung sowie des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen ermittelt.

Ausgangspunkt der Ermittlungen war ein Vorfall am Donnerstagabend (4. Juni 2026), gegen 19.45 Uhr, in der Brunnengasse in Karlstadt. Ein Mann meldete der Polizei, von zwei Jugendlichen aufgrund seiner Herkunft rassistisch beleidigt worden zu sein. Im Verlauf der Auseinandersetzung sollen die Tatverdächtigen zudem mehrfach nationalsozialistische Parolen geäußert haben.

Ermittlungen ergeben Hinweise auf weitere Taten mit rechtem Hintergrund

Im Rahmen der Fahndung konnten die beiden Jugendlichen wenig später im Bereich Urspringen angetroffen werden. Beim Erkennen des Streifenwagens versuchten sie zunächst zu flüchten, konnten jedoch gestellt werden.

Im Zuge der weiteren Ermittlungen gelang es den Polizisten, die beiden Jugendlichen mit weiteren Straftaten in Verbindung zu bringen, sodass diese jetzt auch bei weiteren Vorfällen als Tatverdächtige geführt werden. Am selben Tag war die Bundespolizei auf die Jugendlichen aufmerksam geworden, nachdem sie in einem Zug Reisende mit Migrationshintergrund beleidigt und mit Gegenständen beworfen haben sollen.

Weiterhin werden die beiden Tatverdächtigen mit einem Einbruch in ein Tennisheim in der Jahnstraße in Urspringen und dem Einbruchsversuch in das angrenzende Gebäude des Fußballvereins am 24. Mai in Verbindung gebracht. Ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen ist eine Sachbeschädigung an der Synagoge in der Judengasse in Urspringen zwischen dem 20. und 24. Mai 2026. Hierbei war eine Fensterscheibe beschädigt worden. Die Motivlage zu diesem Fall wird aufgrund der aktuellen Erkenntnisse neu bewertet.

Politisch motivierter Hintergrund der Taten wird geprüft

Außerdem stehen die Jugendlichen im Verdacht, am Abend des 31. Mai am Bahnhof Gemünden über eine Lautsprecherbox Musik mit rechtsextremen Inhalten abgespielt und dabei Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendet zu haben.

Der 17-jährige Jugendliche wurde nach Abschluss der polizeilichen Maßnahmen seinen Erziehungsberechtigten übergeben. Der 13-Jährige wurde durch das zuständige Jugendamt in Obhut genommen. Die Polizei führt die Ermittlungen in enger Abstimmung mit der Staatsanwaltschaft weiter. Dabei wird insbesondere geprüft, inwieweit die einzelnen Taten einem politisch motivierten Hintergrund zuzuordnen sind.