Kreis Main-Spessart: ICE-Nothalt in Zugtunnel - wer hat die Tür geöffnet?
Autor: Alexander Milesevic
Karlstadt, Donnerstag, 03. Sept. 2026
Als ein ICE mit rund 200 Kilometern pro Stunde durch einen Tunnel im Kreis Main-Spessart rast, öffnet sich plötzlich eine Tür. Stunden später wird klar: Die Notentriegelung wurde betätigt. Aber von wem?
Update vom 03.09.2026, 15.44 Uhr: Polizei sucht Hinweise zu offener ICE-Tür bei Tempo 200
Nachdem eine während der Fahrt geöffnete Tür für den Nothalt eines ICEs gesorgt hat, läuft die Suche nach dem Täter. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Notentriegelung der Tür beschädigt worden sei. Die Notknöpfe für die Öffnung der Zugtüren sind durch Plexiglasscheiben gesichert – in dem betroffenen ICE war diese laut Polizei aus zunächst unbekannten Gründen eingeschlagen. Einen technischen Defekt schließen sowohl die Ermittler als auch die Deutsche Bahn aus.
Ob die Notentriegelung absichtlich oder versehentlich beschädigt wurde, war zunächst unklar. Einen "konkreten Tatverdächtigen" gebe es laut einem Polizeisprecher bislang nicht.
Video:
Der Triebwagenführer hatte die offene Tür im hinteren Zugteil am Dienstagabend (1. September 2026) gegen 20.15 Uhr bei einem Tempo von rund 200 Kilometern pro Stunde bemerkt und den Zug im Eingangsportal des Schönraintunnels bei Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) gestoppt. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 238 Reisende und acht DB-Mitarbeiter an Bord. Diese konnten später am Bahnhof Lohr aussteigen, wo die Polizei die Identitäten der Reisenden aus dem hinteren Zugteil, der nicht mit einem Durchgang mit dem vorderen Teil verbunden war, feststellte und sie als mögliche Zeugen befragte.
Suche verlief ergebnislos
Zuvor hatte ein großes Aufgebot von Einsatzkräften die Strecke zwischen Rohrbach und dem Tunneleingang bei Wiesenfeld abgesucht, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass jemand aus dem Zug gestürzt und verletzt worden war. Die Polizei setzte dafür eine Drohne, einen Hubschrauber mit Wärmebildtechnik und eine Hundestaffel ein. Außerdem überprüften die Beamten, ob Gepäck aus dem Zug gefallen war. Dunkelheit und unwegsames Gelände hätten die Suche "besonders schwierig" gestaltet, hieß es. Gefunden wurde jedoch nichts. Die Bahnstrecke wurde gegen 2.30 Uhr wieder freigegeben. Die Streckensperrung verursachte bei 125 Zügen eine Verspätung. Zu Zugausfällen kam es den Angaben zufolge nicht. ami/mit dpa
Update vom 02.09.2026, 12.24 Uhr: Kein technischer Defekt bei ICE-Tür
Nachdem eine während der Fahrt geöffnete Tür für den Nothalt eines ICEs gesorgt hat, ist klar, dass die Notentriegelung der Tür betätigt worden ist. Das teilte die Bundespolizei am Mittwochmittag (2. September 2026) mit. Warum dies geschah, sollen nun die Ermittlungen klären. Die Notknöpfe für die Öffnung der Zugtüren sind durch Plexiglasscheiben gesichert – in dem betroffenen ICE war diese laut Polizei aus zunächst unbekannten Gründen eingeschlagen. Die Beamten ermitteln wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen. Die Suche nach dem Täter läuft.
Zuvor hatte die Deutsche Bahn einen technischen Defekt als Ursache ausgeschlossen. Eine Störung am Zug habe laut einer Bahn-Sprecherin nicht vorgelegen. "Türen im ICE öffnen sich nicht einfach während der Fahrt." Zur Frage, ob jemand die Tür mutwillig geöffnet haben könnte, äußerte sich die DB nicht.
Der Triebwagenführer hatte die offene Tür im hinteren Zugteil am Dienstagabend (1. September 2026) gegen 20.15 Uhr bei einem Tempo von rund 200 Kilometern pro Stunde bemerkt und den Zug im Eingangsportal des Schönraintunnels bei Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) gestoppt. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 238 Reisende und acht DB-Mitarbeiter an Bord. Diese konnten später am Bahnhof Lohr aussteigen, wo die Polizei die Identitäten der Reisenden aus dem hinteren Zugteil feststellte und sie als mögliche Zeugen befragte.