Kreis Main-Spessart: ICE-Nothalt in Tunnel - Polizei ermittelt unter Passagieren
Autor: Alexander Milesevic, Agentur dpa
Karlstadt, Donnerstag, 03. Sept. 2026
Als ein ICE mit rund 200 Kilometern pro Stunde durch einen Tunnel im Kreis Main-Spessart rast, öffnet sich plötzlich eine Tür. Wer hat die Notentriegelung betätigt? Forderungen nach Überwachung werden laut.
Update vom 10.09.2026, 9.22 Uhr: Polizei ermittelt unter Passagieren
Nach der Öffnung einer ICE-Tür bei Tempo 200 in Unterfranken Anfang September sucht die Bundespolizei weiterhin nach dem Verursacher oder der Verursacherin. "Die Ermittlungen laufen nach wie vor", sagte ein Sprecher der Bundespolizei in Würzburg. Eine verdächtige Person sei bisher nicht ermittelt worden.
Vor einer Woche hatte sich eine Tür im hinteren Teil des ICE 528 bei voller Fahrt geöffnet. Der Lokführer stoppte den Zug, der am Eingangsportal eines Tunnels bei Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) stehen blieb. Die 238 Reisenden und acht DB-Mitarbeiter an Bord wurden nicht verletzt.
Die Bundespolizei und die Deutsche Bahn schließen eine technische Panne aus. Die Notentriegelung der Tür war laut Bundespolizei beschädigt worden - ob absichtlich oder versehentlich, war jedoch unklar. Die Bundespolizei hatte die Personalien der gut 120 Passagiere im hinteren Teil noch in der Nacht nach dem Nothalt aufgenommen, um diese zu befragen. Zu dem Stand machte der Sprecher keine Angaben.
Pro Bahn fordert Überwachungskameras in Zügen
Der Fahrgastverband Pro Bahn fordert nach dem Vorfall, dass Überwachungskameras in den Einstiegsbereichen von Fernzügen eingebaut werden müssten. "Genau dieser Bereich, der Einstieg mit Türen und Vorraum, ist die Stelle, an der solche Eingriffe passieren, und dort schafft eine Kamera Klarheit, ohne die Reisenden im Wagen zu filmen", sagte der Bundesvorsitzende Lukas Iffländer der "Neuen Osnabrücker Zeitung".
Die Aufnahmen sollten ohne Live-Beobachtung nur wenige Tage im Ringspeicher verbleiben und ausschließlich bei konkretem Anlass an Ermittlungsbehörden übergeben werden, heißt es von Pro Bahn weiter. Eine flächendeckende Videoüberwachung des gesamten Zuges lehnt der Fahrgastverband dagegen ab.
Update vom 03.09.2026, 15.44 Uhr: Polizei sucht Hinweise zu offener ICE-Tür bei Tempo 200
Nachdem eine während der Fahrt geöffnete Tür für den Nothalt eines ICEs gesorgt hat, läuft die Suche nach dem Täter. Zuvor hatte die Polizei mitgeteilt, dass die Notentriegelung der Tür beschädigt worden sei. Die Notknöpfe für die Öffnung der Zugtüren sind durch Plexiglasscheiben gesichert – in dem betroffenen ICE war diese laut Polizei aus zunächst unbekannten Gründen eingeschlagen. Einen technischen Defekt schließen sowohl die Ermittler als auch die Deutsche Bahn aus.
Ob die Notentriegelung absichtlich oder versehentlich beschädigt wurde, war zunächst unklar. Einen "konkreten Tatverdächtigen" gebe es laut einem Polizeisprecher bislang nicht.