Kreis Main-Spessart: ICE-Nothalt in Zugtunnel - Notentriegelung betätigt
Autor: Alexander Milesevic
Karlstadt, Mittwoch, 02. Sept. 2026
Als ein ICE mit rund 200 Kilometern pro Stunde durch einen Tunnel im Kreis Main-Spessart rast, öffnet sich plötzlich eine Tür. Stunden später scheint die Ursache dafür gefunden zu sein.
Update vom 02.09.2026, 12.24 Uhr: Kein technischer Defekt bei ICE-Tür
Nachdem eine während der Fahrt geöffnete Tür für den Nothalt eines ICEs gesorgt hat, ist klar, dass die Notentriegelung der Tür betätigt worden ist. Das teilte die Bundespolizei am Mittwochmittag (2. September 2026) mit. Warum dies geschah, sollen nun die Ermittlungen klären. Die Notknöpfe für die Öffnung der Zugtüren sind durch Plexiglasscheiben gesichert – in dem betreffenden ICE war diese laut Polizei aus zunächst unbekannten Gründen eingeschlagen. Die Beamten ermitteln wegen Missbrauchs von Nothilfeeinrichtungen. Die Suche nach dem Täter läuft.
Zuvor hatte die Deutsche Bahn einen technischen Defekt als Ursache ausgeschlossen. Eine Störung am Zug habe laut einer Bahn-Sprecherin nicht vorgelegen. "Türen im ICE öffnen sich nicht einfach während der Fahrt." Zur Frage, ob jemand die Tür mutwillig geöffnet haben könnte, äußerte sich die DB nicht.
Video:
Der Triebwagenführer hatte die offene Tür im hinteren Zugteil am Dienstagabend (1. September 2026) gegen 20.15 Uhr bei einem Tempo von rund 200 Kilometern pro Stunde bemerkt und den Zug im Eingangsportal des Schönraintunnels bei Karlstadt (Landkreis Main-Spessart) gestoppt. Zu dem Zeitpunkt befanden sich 238 Reisende und acht DB-Mitarbeiter an Bord. Diese konnten später am Bahnhof Lohr aussteigen, wo die Polizei die Identitäten der Reisenden aus dem hinteren Zugteil feststellte und sie als mögliche Zeugen befragte.
Verspätung bei über 100 Zügen wegen Streckensperrung
Zuvor suchte ein großes Aufgebot von Einsatzkräften die Strecke zwischen Rohrbach und dem Tunneleingang bei Wiesenfeld ab, weil nicht ausgeschlossen werden konnte, dass jemand aus dem Zug gestürzt und verletzt worden war. Die Polizei setzte dafür eine Drohne, einen Hubschrauber mit Wärmebildtechnik und eine Hundestaffel ein. Außerdem überprüften die Beamten, ob Gepäck aus dem Zug gefallen war. Dunkelheit und unwegsames Gelände hätten die Suche "besonders schwierig" gestaltet, hieß es. Gefunden wurde jedoch niemand. Die Bahnstrecke wurde gegen 2.30 Uhr wieder freigegeben. Die Streckensperrung verursachte bei 125 Zügen eine Verspätung. Zu Zugausfällen kam es den Angaben zufolge nicht. ami/mit dpa
Ursprungsmeldung vom 02.09.2026, 7.20 Uhr: ICE mit Nothalt in Tunnel - bis zu 300 Kräfte im Einsatz
Eine geöffnete Tür in einem ICE hat am Schönraintunnel nahe dem Karlstädter Gemeindeteil Wiesenfeld (Kreis Main-Spessart) für eine Notbremsung gesorgt und einen größeren Rettungseinsatz ausgelöst. Die Tür habe sich im hinteren Teil des Zugs befunden, der am Dienstagabend (1. September 2026) gegen 20.15 Uhr von München nach Dortmund unterwegs gewesen sei, teilte die Polizei mit. Zu dem Zeitpunkt sei der ICE mit 238 Reisenden rund 200 Kilometer pro Stunde schnell gewesen.
Der Triebfahrzeugführer leitete den Angaben zufolge sofort eine Notbremsung ein. Bundes- und Landespolizei, Feuerwehren und Rettungsdienste suchten anschließend die Strecke zwischen Rohrbach und dem Tunneleingang bei Wiesenfeld ab. Die Polizei setzte dafür eine Drohne, einen Hubschrauber mit Wärmebildtechnik und eine Hundestaffel ein. Dunkelheit und unwegsames Gelände hätten die Suche "besonders schwierig" gestaltet, so die Polizei.
Die erste Meldung, dass Menschen von dem Zug erfasst worden seien, habe sich nicht bewahrheitet. Jedoch habe zunächst nicht ausgeschlossen werden können, dass Reisende durch den Fahrwind nach draußen gezogen wurden, sagte ein Feuerwehrsprecher. Der Einsatz sei "auf keinen Fall" alltäglich gewesen. Teilweise sollen bis zu 300 Einsatzkräfte rund um den ICE gearbeitet haben.