Obwohl die "Närrischen Weiber" schon seit dem Weiberfasching am Donnerstag als "süße Früchtchen" unterwegs sind, waren sie alles andere als atemlos. Ihr Motto an diesem Samstagabend: "Atemlos die ganze Nacht, bis das Rathaus kracht." Und krachen ließ es beim "Kaulhaaz'n-Fieber" im Weismainer Rathauskeller nicht nur das Weibervolk, sondern alle Protagonisten.


Zwei Prinzenpaare da

Bis Mitternacht zogen mehr als ein Dutzend Darsteller alle Register ihres karnevalistischen Könnens und ließen der Langeweile keine Chance. Unter den zahlreich erschienenen Gästen war auch die Faschingsgesellschaft des MCC Mainleus mit ihrem Prinzenpaar Rüdiger I. und Andrea II vertreten sowie als Hausherr das Weismainer Prinzenpaar Dietmar und Tatjana. Während die Schankmannschaft der Feuerwehr Weismain den Durst stillte, bog sich mancher Tisch unter den mitgebrachten Brotzeiten.
Durch das närrische Programm führte Frank Eitzenberger.
Birgit Bräutigam und Töchterchen Anne plauderten aus dem Familienalltag. So erfuhr das Publikum, das s Annes Papa sich die Fußnägel schneiden kann, ohne dabei die Socken ausziehen zu müssen. Richtig kompliziert für das Mutter- Tochter-Gespann wurde die Lösung einer Rechenaufgabe. Bei der Frage, wieviel 28 durch 7 ist, wurde so manche Eselsbrücke geschlagen. Beispielsweise, dass sieben Zwerge eine 28-Zimmer-Wohnung bewohnen. Doch halt, in ganz Weismain gibt es keine 28-Zimmer-Wohnung und keine sieben Zwerge. Schließlich kam das Mutter-Tochter-Gespann auf die Idee, die Rechnung mit Torten aufzumachen. Also beschloss man, 28 Torten bei einer stadtbekannten Konditorei zu holen und sich mangels eigener Familienmitglieder noch weitere Gäste einzuladen. Danach stellte sich allerdings die Frage, ob jeder vier Torten auch schaffen kann.
Ein unwilliges Huhn mit den Worten "geh nei oder ich hau dich bud, bud, bud" in den Hühnerstall zu bewegen, erwies sich als wenig sinnvoll. Das mussten auch Markus Leikeim und Stefan Stadelmann in ihrem Sketch "Bauernhof" erkennen. Bei "bud, bud, bud" verließen auch die bereits m Stall befindlichen Hühner wieder ihr Nachtquartier.


Tanzauftritte der Turnerjugend

Das Gegengewicht zu den Einlagen bildeten Tanzauftritte der Turnerjugend, der Tanzschule Alice Goraus, der Närrischen Weiber, ein Beatles-Medley der Feuerwehr sowie mehrere Schunkelrunden. Aber auch letztere wollen gekonnt sein. Nach einigen Übungseinheiten klappte es schließlich. "Wir sind Weismainer, wir können das", stellte Bürgermeister Udo Dauer fest, der gemeinsam mit Martin Besold und Alexander Hofmann für Stimmung sorgte.
Als "Till" verkleidet, präsentierte Franz Besold seine Büttenrede vom Faschingssonntag bereits am Samstagabend. "Windbeutel sind nicht nur groß und fein, die können ganz schön ausgemerkelt sein", stellte er in Richtung Bundeskanzlerin fest. Auch erinnerte sich der gelernte Konditormeister an frühere Zeiten, als man mit "Äppel" noch Kuchen gebacken hat, "heute baut man einen Computer daraus".
Mit Kopftuch und Kittelschürze trafen sich die Schützendamen zu einem ausgiebigen Kaffeekränzchen. Beim Thema Männer mögen manchem Ehemann die Ohren geklungen haben. Aber wie die Damen mehrfach feststellten, sie sind ja clever und lassen sich nichts vormachen. "Sind wir in Franken, oder nicht?", fragte sich Irmgard Denzler in ihren Frankensong, der vom englischen Vokabular für fränkische Bezeichnungen nur so überquoll. Kurzerhand drehte sie den Spieß um und aus Toast wurden Labla, aus Burger fränkische Fleischküchla und ihr Vortrag gipfelte schließlich in der Erkenntnis: "Wir wollen kein Food, sondern Klöß."
Neben einen Liebeslied an Weismain, dargeboten von Martin Besold, hatten auch "Die Schönsten von der Stadt" ihren großen Auftritt. Birgit Bräutigam und Irene Holhut hatten ihren Zuhörern auch dieses Mal wieder einiges zu sagen.