Zu wenig bezahlbarer Wohnraum in Lichtenfels
Autor: Stefanie Gleixner
Lichtenfels, Montag, 15. April 2019
Nach dem ersten Zukunftsdialog in der Lichtenfelser Innenstadt geht es nun an die Arbeit. Für die Gewerkschaften steht fest: Es müssen Lösungen gefunden werden.
Viele Passanten in der Lichtenfelser Innenstadt werden sich vor einigen Wochen gewundert haben, als sie am Säumarkt ein aufgebautes Wohnzimmer vorfanden. "Mit der Aktion am 25. März wollten wir die Aufmerksamkeit der Leute auf ein wichtiges Thema richten", sagt Heinz Gärtner, Kreisvorsitzender des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) Lichtenfels.
Das mobile Wohnzimmer stand im Zusammenhang des Zukunftsdialoges, der von den Gewerkschaften ins Leben gerufen worden war. Unter dem Motto "Bezahlbar ist die halbe Miete" konnten Wünsche, Anregungen und Erfahrungen von Mietern eingebracht werden.
Druck auf Politik ausüben
"Diese Veranstaltung war erst der Anfang. Wir wollen das weiter aufgreifen und Lösungen finden", sagt Heinz Gärtner. Druck auf die Politik solle ausgeübt werden. "Wir haben bei dieser Veranstaltung Befragungen durchgeführt, um zu sehen, wie die Stimmung im Bereich Wohnen bei der Bevölkerung ist." Bis in den Sommer werden noch weitere Personen befragt und die Bögen im Anschluss ausgewertet.
Doch bereits jetzt lässt sich sagen, welche Probleme es in Lichtenfels gibt. "Es gibt einfach zu wenig bezahlbaren Wohnraum", fasst Heinz Gärtner zusammen. Im gesamten Landkreis sei der Wohnungsmarkt angespannt. Besonders das Stadtgebiet sei davon betroffen.
"Es gibt Wohnungen im höherpreisigen Bereich, aber für die normale Bevölkerung sind die nicht zu bezahlen", beschreibt Heinz Gärtner die Lage. "In den letzten vier Jahren sind die Mietpreise im Landkreis Lichtenfels um fast ein Drittel gestiegen." Kostete 2014 der Quadratmeter noch 4,83 Euro, sind es Ende des Jahres 2018 6,38 Euro.
Industrie setzt Maßstäbe
Die Preise werden noch weiter steigen, weil die Nachfrage die Preise regelt. Und die Nachfrage ist groß. "Es wird viel für die Industrie getan und Arbeitsplätze werden geschaffen. Die Arbeiter und Fachkräfte werden angelockt, hierher zu kommen", so Gärtner. Aber wenn sie dann hier seien, würden sie keine bezahlbare Wohnung finden, weil es keine gebe.
Aber nicht nur sie finden keine Wohnungen. Auch die Neubürger, die aus ihren Sammelunterkünften in eigene Wohnung ziehen wollen, bleiben bei ihrer Suche meist erfolglos. Laut Beate Ehl von der Caritas Lichtenfels seien es zeitweise bis zu 50 Wohnungen, die dafür gesucht werden.