Der Polizeidirektion und dem Innenministerium sei etwas gelungen, was zwei Menschen glücklich macht: Mit dieser Feststellung traf Landrat Christian Meißner (CSU) gestern ins Schwarze. Denn tatsächlich blickte man in zufriedene Gesichter bei der Amtseinführung des neuen Lichtenfelser Polizeichefs Erich Günther. Sein Vorgänger Alexander Rothenbücher, der das Amt nur 15 Monate inne hatte, wechselt nach Bamberg, wo jener seit 2017 als stellvertretender Leiter tätig war und eine Doppelspitze angedacht ist. Eine Tauschmöglichkeit wurde genutzt, die beiden entgegenkam, denn sie sparen künftig täglich viele Fahrkilometer. Günther, in Hochstadt geboren und aufgewachsen, kann in seinen Heimatlandkreis zurückkehren; Rothenbücher, der mit seiner Familie im Raum Forchheim lebt, hat es nun ebenfalls erheblich näher zur Arbeit. Die Zeit in Lichtenfels behält er in guter Erinnerung, wie aus seiner Abschiedsrede deutlich wurde. Er bedankte sich für die herzliche und unkomplizierte Aufnahme, einen angenehmen Umgang und konstruktive Zusammenarbeit. Auf der Dienststelle herrsche ein sehr gutes Betriebsklima.
Den Kollegen Günther, habe er, so Rothenbücher, während seiner Zeit als Pressesprecher des Polizeipräsidiums Oberfranken 2013 "als absolut zuverlässigen und netten Menschen kennengelernt", der wenn es darauf ankam "immer den richtigen Riecher hatte".
Ein herzlicher Händedruck signalisierte den kollegialen Wechsel in der Dienststellenleitung. Polizeipräsident Alfons Schieder würdigte Werdegang der beiden und überreichte die entsprechenden Urkunden, anschließend den Ehefrauen Blumen. Auch Hanna Günther-Lemmink und Diana Rothenbücher sind ganz offensichtlich zufrieden mit der neuen Situation - und natürlich galt ihnen jeweils ein Dank für ihre Unterstützung.
Zur jeweiligen neuen Aufgabe gratulierten auch Polizeihauptkommissar Jürgen Köhnlein (Bezirksvorsitzender der Polizeigewerkschaft) und Oberstaatsanwalt Bernhard Lieb. Letzterer sagte über den scheidenden Rothenbücher, dieser habe die "großen Fußstapfen" seines Vorgängers in Lichtenfels, Willibert Lankes, mit seiner aufgeschlossenen und menschlichen Wesensart hervorragend ausgefüllt. Mit dem Nachfolger Erich Günther, "einem erfolgreichen und erfahrenen Beamten", setzt er auf gleichermaßen gute Zusammenarbeit.
Eine der Aufgaben des neuen Dienststellenleiters wird es sein, den Boden für die Einführung einer Sicherheitswacht zu bereiten. Wies doch der Polizeipräsident darauf hin, dass diese Form bürgerschaftlicher Unterstützung, die 1994 für die Polizei in Bayern eingeführt wurde, in Coburg und Lichtenfels noch fehlt.
Erich Günther selbst ging in seiner Antrittsrede auch auf das Thema Sicherheit ein und sah es als gesamtgesellschaftliche Aufgabe an, das Gleichgewicht zwischen der von Regeln und Gesetzen bestimmten objektiven Sicherheit und der gefühlten Sicherheit zu bewahren. Die Polizei leiste ihren Beitrag zur gefühlten Sicherheit und er selbst sehe es als seine Aufgabe an, auch seinen Mitarbeitern den nötigen Rückhalt zu geben.


Laufbahn

Der 57-jährige Erich Günther wechselt nach etlichen Jahren jetzt auch dienstlich in seine Heimat zurück. Seine Ausbildung begann der gebürtige Hochstadter 1978 bei der Bereitschaftspolizei in Eichstätt. Nach erfolgreicher Abschlussprüfung musste er einige Jahre in München Dienst leisten. 1988 kehrte Erich Günther nach Oberfranken zurück und war beim Einsatzzug der damaligen Polizeidirektion Coburg eingesetzt. 1990 begann er mit dem Studium an der Fachhochschule in Sulzbach-Rosenberg und schloss dieses zwei Jahre später äußerst erfolgreich ab. Als Kriminalkommissar kam er zunächst zur Kriminalpolizeiinspektion Coburg und ab 1995 zur damaligen OK-Dienststelle (jetzt Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben). Nach 17 Jahren Kriminaldienst zog Erich Günther wieder die Uniform an. Über die Polizeidirektion Bamberg kam er 2009 zur Einsatzzentrale des Polizeipräsidiums Oberfranken. Nach fast fünf Jahren wechselte der zwischenzeitlich zum Ersten Polizeihauptkommissar Beförderte zurück zur Kriminalpolizeiinspektion mit Zentralaufgaben. Dort bekleidete er das Amt eines Kommissariatsleiters und war zugleich stellvertretender Dienststellenleiter, bevor er Anfang 2017 zum stellvertretenden Dienststellenleiter der Polizei Bamberg-Stadt ernannt wurde.


Rothenbücher wechselt zur Bamberger Polizei

Polizeirat Rothenbücher begann 1996 seine Ausbildung bei der Bayerischen Polizei. Nach einigen Jahren bei der Bayerischen Bereitschaftspolizei kam der gebürtige Unterfranke zur oberfränkischen Polizei. Hier fand er seine dienstliche Heimat zunächst in Bamberg. Nach dem Aufstieg in den damaligen gehobenen Dienst konnte er seine Fähigkeiten im Rahmen eines Personalentwicklungsprogramms bei verschiedenen Dienststellen unter Beweis stellen. Im Herbst 2014 begann er dann mit der Ausbildung zum Aufstieg in die vierte Qualifikationsebene und schloss diese im September 2016 mit einem hervorragenden Ergebnis an der Deutschen Hochschule der Polizei in Münster ab. Seitdem leitete er die Polizeiinspektion Lichtenfels. Mit dem Wechsel zur Polizeiinspektion Bamberg-Stadt geht der 41-Jährige bei der größten oberfränkischen Dienststelle als Stellvertreter neue Herausforderungen an.


Die Polizeiinspektion Lichtenfels

Die Polizei Lichtenfels mit der Polizeistation Bad Staffelstein und der Polizeiwache Altenkunstadt ist auf einer Fläche von rund 550 Quadratkilometern zuständig für die Städte Lichtenfels, Bad Staffelstein, Burgkunstadt und Weismain, den Gemeinden Altenkunstadt, Hochstadt am Main, Michelau, Redwitz sowie den Märkten Ebensfeld, Marktgraitz und Marktzeuln. Gut 80 Beschäftige sorgen in diesem Bereich für die Sicherheit von über 65 000 Menschen.


Die Polizeiinspektion Bamberg

Die Polizeiinspektion Bamberg-Stadt ist auf einer Fläche von etwa 55 Quadratkilometern zuständig für das gesamte Stadtgebiet Bamberg. Rund 150 Beschäftigte sorgen für die Sicherheit der rund 71 000 Menschen in der Domstadt.