"Wir holen ab!" versicherten unbekannte Altwarensammler, die anscheinend alles brauchen können, was andere gerade nicht mehr brauchen. Auf einem Flugblatt listete die angebliche "ungarische Familie", ganz offensichtlich mit der deutschen Rechtschreibung nur bedingt vertraut, dann alles Mögliche auf, von der Angelrute über Ofen und "Wellenreiterbrett" bis zum "Zapfen". Am 6. März sollten diese Sachen bereitstehen zur Abholung, versehen mit eben jenem Zettel, den die Leute in Michelau und Burgkunstadt ihren Briefkästen gefunden hatten.
Ob eine Sammlung tatsächlich stattgefunden hat, ist nicht bekannt. Fest steht aber, dass dieser Aufruf illegal war. Darauf weist das Landratsamt hin.
Das Kreislaufwirtschaftsgesetz legt seit Juni vergangenen Jahres nämlich fest, dass sich Sammler von Abfällen anmelden müssen - was hier versäumt worden war.
Nur durch eine solche Anmeldung, in der ein Verantwortlicher benannt werden muss, könne eine ordnungsgemäße Abfallverwertung und -entsorgung gewährleistet werden. Denn was passiert, wenn auf die Straße gestelltes Sammelgut nicht wie angekündigt abgeholt wird? Wer räumt es dann auf? Manchmal werden gezielt auch nur bestimmte Dinge aussortiert und die anderen Gegenstände kurzerhand in der Umwelt entsorgt.
Noch aus einem anderen Grund bittet das Landratsamt, bei solchen und ähnlichen Aufrufen keine Abfälle zur Verfügung zu stellen: Wenn Altwaren, die auch der Wertschöpfung dienen, durch nicht genehmigte Aktionen aus dem Landkreis verschwinden, fehlen die daraus resultierenden Einnahmen auch in der hiesigen Müllgebührenkalkulation - was letztlich dazu führen könnte, dass diese Gebühren dann einmal wieder angehoben werden müssen.
Nicht davon betroffen sind diverse Altkleidersammlungen, die regelmäßig von seriösen Organisationen beim Landratsamt angemeldet werden.
Wer aber eine "verdächtige" Altwaren-Sammlung (wie jene auf dem geschilderten Flugblatt angekündigte) beobachtet, sollte sich nicht scheuen, umgehend die Polizei zu informieren. Nicht nur, weil hier eine Ordnungswidrigkeit im Gange ist. Manchmal würden dabei nämlich auch die Grundstücke ausgekundschaftet und die Leute bekommen vielleicht später unerwarteten "Besuch", warnt Harald Göring von der Lichtenfelser Polizei.
Wer nicht genau weiß, wie er bestimmte Abfälle ordnungsgemäß entsorgt, der wende sich an den Abfallberater des Landkreises Lichtenfels im Landratsamt, Wolfgang Schneider (Tel. 09571/18-249). Er hilft gern, den richtigen Entsorgungsweg zu finden.