Der Restart der bayerischen Basketball-Ligen ist nach dem derzeitigen Stand für 20. Februar 2021 angepeilt. Sollte dann Wettkampfbetrieb möglich sein, könnten die meisten Ligen in einer einfachen Runde ausgetragen werden.

Letzte Spiele im Juli

Letzte Spieltermine lägen dann im Juli. Diesen Fahrplan hat das Präsidium des Bayerischen Basketball-Verbandes (BBV) bei der letzten Videokonferenz des Jahres besprochen. Sollte die nächste Zusammenkunft der Ministerpräsidenten Anfang Januar die Sportverbote verlängern und auch der 20. Februar nicht gehalten werden können, soll neu beraten werden, hieß es in einer Mitteilung des BBV.

Einen ähnlichen Plan verfolgen auch die Verantwortlichen der Regionalliga Südost, in der Vereine aus Bayern, Sachsen und Thüringen gegeneinander antreten. Die Vereinsverantwortlichen der Liga, die in dieser Saison in zwei Gruppen - Nord und Süd - geteilt wurde, tagen am 10. Januar in einer Videokonferenz und wollen - abhängig von der Ministerpräsidentenkonferenz - entscheiden, ob und wie es weitergeht. Klaus Linsner, Geschäftsführer des TTL Bamberg, bezweifelt, dass im Januar die Hallen für ein Training wieder geöffnet werden. "Die Teams haben seit Ende Oktober nicht mehr trainiert und benötigen schon drei, vier Wochen Vorbereitung. Ich habe keine große Hoffnung, dass wir in dieser Saison noch Punktspiele bestreiten."

Bisher fanden in der Nordgruppe der Regionalliga zwei Spiele statt, die inzwischen annulliert wurden.

Bezirk plant ohne Aufstiegsrechte

Auch die meisten Bezirke wollen sich diesem Fahrplan anschließen, allerdings nicht Oberbayern und Oberfranken. Während die Oberbayern sofort ausschlossen, die Saison fortzusetzen und die Teilnahmerechte für die Saison 2021/22 einfroren, entschloss sich der oberfränkische Bezirksvorstand wenige Tage später nach einer Sitzung, die Runde als organisierten Spielbetrieb mit Freundschaftsspielcharakter zu absolvieren. Das heißt, dass die Spielansetzungen ab dem 20. Februar vorerst erhalten bleiben. Es werden aber keine Aufstiegsrechte für die Saison 2021/22 ausgespielt. Der Bezirk stellt - entsprechend seiner Aufgabe - den organisatorischen Rahmen (Ansetzung, Schiedsrichtereinteilung) für die Vereine, die Partien austragen möchten. Gleichzeitig steht kein Verein unter Druck, antreten zu müssen. Jeder Klub kann seine Mannschaften auch zurückziehen, ohne deshalb Strafen befürchten zu müssen.

Organisierte Freundschaftsspiele

Wie der oberfränkische Bezirksvorsitzende Simon Moritz (Kulmbach) mitteilte, "wollen wir einen Rahmen bieten, in dem Basketballspielen grundsätzlich, wenn auch ohne echten Wettbewerb, möglich ist, vor allem, um im Jugendbereich viele Basketball-Begeisterte bei der Stange zu halten". Moritz spricht von "Freundschaftsspielen unter Wettbewerbsbedingungen".

Die Entscheidung wurde im Vorstand offensichtlich kontrovers diskutiert. Die Verantwortlichen im Bezirk sind sich bewusst, dass sich die Lage in den kommenden Wochen schon dramatisch verbessern müsste, um am 20. Februar so etwas wie "normalen" Spielbetrieb zu haben. "Im Gegensatz zu einer endgültigen Absage der Saison haben wir aber so zumindest - sollte es rechtlich möglich sein - noch die Chance, einen Spielbetrieb in der oben beschriebenen Form anzubieten", sagte Moritz im Namen des Vorstandes.

Rückerstattung von Meldegeldern

Der Bezirksvorsitzende betonte in der Mitteilung, dass der Bezirk nicht vorhabe, sich in der Corona-Krise auf Kosten der Vereine zu bereichern.

Vielmehr werde der Vorstand ein Konzept erarbeiten, wie eine anteilige und damit möglichst faire Erstattung etwa von Meldegeldern nach dieser Saison aussehen könne. "Dieses Konzept werden wir dem Bezirkstag zum Beschluss vorlegen", so Moritz.