Wer derzeit sein Geld lieber rasch verfügbar und ohne Kursrisiken anlegt, der liegt im Trend. "Die Kunden wollen liquide bleiben, um schnell handeln zu können", berichtete Siegfried Wölki, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Coburg-Lichtenfels, bei deren Bilanzpressekonferenz am Dienstag. In Zeiten niedriger Zinsen will man sich nicht lange binden, lieber auf Nummer sicher gehen. Das regionale Kreditinstitut sieht sich auch selbst nicht als Partner für spekulative Geschäfte: "Unsere Welt ist die reale Welt", betonte Wölki. Und in dieser Welt agierte die Sparkasse 2013 erfolgreich, kann sowohl im Einlagen- als auch im Kreditgeschäft Wachstum vermelden, konnte die Bilanzsumme um 2,5 Prozent steigern und ist mit einem Bilanzgewinn von drei Millionen Euro "sehr zufrieden".

Trotz aller Kritik an diesem Modell sei auch das Riestersparen als private Altersvorsorge ein wichtiges Standbein, so Wölki weiter. Der Bestand der Riesterverträge wuchs auf 8300.

Das Interesse an Immobilien ist nach Darstellung der Sparkasse weiterhin hoch. Zur Finanzierung - sei es als Eigenheim oder als Kapitalanlage - stellte das Kreditinstitut rund 95 Millionen Euro zur Verfügung. In der eigenen Datenbank stehen rund 2700 Immobilien-Interessenten, wobei der Fokus hier auf Coburg-Stadt und Bad Staffelstein liegt. Häuser in Dörfern sind weniger begehrt.

Die Sparkasse hat nicht nur andere bei Kauf, Bau und Renovierung finanziell begleitet, sondern auch selbst rund zwei Mio. Euro bei Baumaßnahmen ins eigene Vertriebsnetz investiert. Durch Instandhaltung und Modernisierung habe man in den vergangenen zehn Jahren den Stromverbrauch um über 30 Prozent reduzieren können, betonte Siegfried Wölki. Die Stromkosten seien wegen der Verteuerung allerdings annähernd gleich geblieben.

Lohnenswerte Modernisierung

Auch heuer soll in ähnlicher Höhe in die Sparkassengebäude investiert werden. Das Unternehmen setzt dabei auf erneuerbare Energien und Regionalität. Die Hackschnitzelheizung für die Hauptstelle in Lichtenfels habe sich gelohnt, unterstrich stellvertretender Vorstandsvorsitzender Roland Vogel. "Wir brauchen kein ausländisches Öl mehr sondern Hackschnitzel von heimischen Bauern."

Ein Defizit hatte Vorstandsvorsitzender Wölki im Kreise seiner beiden Kollegen Roland Vogel und Martin Faber denn doch zu vermelden: Frauen in Führungspositionen. Deshalb habe man sich an dem vom Baye rischen Sozialministerium geförderten Projekt "Mit Eltern Kompetenz gewinnen" beteiligt, setze auf Karriereförderung und Familienfreundlichkeit. Im Notfall dürfen Beschäftigte ihre Kinder mit an den Arbeitsplatz bringen. Am Buß- und Bettag, der kein Feiertag mehr aber ein schulfreier Tag ist, war vergangenes Jahr erstmals eine Betreuung für insgesamt 33 Sprösslinge organisiert worden.


Geschäftsentwicklung der Sparkasse


Kreditgeschäft Wachstum von 2,8 Prozent auf rund 1,38 Milliarden Euro. Der Kreditbestand bei Unternehmen und Selbstständigen wurde auf 704,5 Mio. ausgeweitet, der Kreditbestand an Wohnungsbaukrediten ist auf 628 Mio. Euro angewachsen (plus 5,8 Prozent)

Einlagen Wachstum von 3,4 Prozent auf 1,94 Milliarden Euro

Bilanzsumme 2,32 Milliarden Euro, eine Steigerung um 2,5 Prozent. Der Bilanzgewinn liegt bei drei Millionen. Das Eigenkapital beläuft sich auf 187 Mio. Euro

Auslandsgeschäft Dokumenten-Akkreditive als Instrumente der Zahlungssicherung im Exportgeschäft waren 2013 besonders stark nachgefragt. Im Dokumentengeschäft wird eine Steigerung um 60 Prozent verzeichnet, im Devisenhandel ein Zuwachs von 73 Prozent. Fünf Mitarbeiter betreuen das Internationale Geschäft.

Arbeitgeber 683 Mitarbeiter beschäftigt die Sparkasse Coburg-Lichtenfels (Stand 31. 12. 2013). Bedingt durch ein Altersteilzeitmodell bzw. Ausscheiden von Angestellten sind es 16 weniger als im Vorjahr. 37 Auszubildende gehören zum Team, heuer im September kommen sieben dazu.

Sponsoring Die Sparkasse unterstützte als Förderer gemeinnützige Vorhaben in ihrem Geschäftsgebiet mit 513 000 Euro. 2013 flossen aus ihrer Stiftung 87 000 Euro.