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Schubkarren mit An-Trieb


Autor: Redaktion

Trieb, Dienstag, 17. Mai 2016

Die Feuerwehr Trieb feiert am kommenden Wochenende ihr 125-jähriges Bestehen mit buntem Programm sowie den Kreisfeuerwehrtag
Das Schubkarr'nrennen über einen Hindernisparcours wird sicher eine der Hauptattraktionen des Feuerwehrjubiläums in Trieb. Die Teilnehmer können wertvolle Preise gewinnen. Foto: Tanja Schratz


Die Freiwillige Feuerwehr Trieb feiert vom 20. bis 23. Mai auf dem Sportplatzgelände ihr 125-jähriges Bestehen, das mit dem Kreisfeuerwehrtag verbunden ist. Eine große Party mit der Stimmungsband "Tollhaus", ein Schubkarrenrennen mit Prominenten sowie der Festzug sind sicher die Höhepunkte des Jubiläums.
Die Feierlichkeiten beginnen am Freitag, 20. Mai, um 17.30 Uhr mit dem Abholen des Schirmherrn, Landrat Christian Meißner. Der Bieranstich im Festzelt am Sportgelände erfolgt um 18.45 Uhr. Beim anschließenden Festkommers werden unter anderem verdiente Mitglieder geehrt. Bemerkenswert ist, dass zwei Mitglieder ausgezeichnet werden, die ihrem Verein 70 Jahre die Treue gehalten haben. 1#googleAds#100x100 Die Stadelhofner Blasmusik, die an diesem Abend die musikalische Unterhaltung übernimmt, wird sicherlich einen Tusch auf sie anstimmen.


Prominente machen Gaudi mit

Ein ungewöhnliches Ereignis wird auch am Samstag, 21. Mai, auf dem Sportplatzgelände stattfinden. Beim Schubkarr'nrennen messen sich unter anderem Landrat Christian Meißner, Bürgermeister Andreas Hügerich, MdB Emmi Zeulner und Kreisbrandrat Timm Vogler; sie treten gegen einige Feuerwehrleute aus dem Landkreis an.
In Anspielung auf den Spitznamen der Trieber als "Schubkarr'nschieber" müssen die Teilnehmer einen Schubkarren, auf dem eine als Feuerwehrmann verkleidete Strohpuppe sitzt, durch einen Hindernisparcours manövrieren und dabei eine möglichst gute Zeit erzielen.
Ebenso vielversprechend ist die Abendveranstaltung um 20 Uhr mit dem Partyhammer "Tollhaus". Die aus fünf Musikern und aus ihrer Frontfrau "Bine" bestehende Musikband tritt nicht nur in unserer Region, sondern bundesweit auf und hat schon so manches Zelt zum Kochen gebracht.
Ein Erlebnis für alle Zuschauer und Mitwirkenden wird sicher auch der Festzug zum Kreisfeuerwehrtag am Sonntag, 22. Mai, ab 13 Uhr. Dafür haben sich nahezu 120 Feuerwehren und die Trieber Ortsvereine angemeldet haben.
Nicht wie ursprünglich vorgesehen am Montag, sondern schon am Sonntagabend ab 19 Uhr findet die politische Sommerveranstaltung der CSU statt. Das hängt mit dem Terminplan des Gastredners, des Chefs des Bundeskanzleramts und Bundesministers für besondere Aufgaben Peter Altmaier, zusammen. Angesichts der derzeit zwischen allen Parteien kontrovers geführten Debatten zur Flüchtlingspolitik dürften seine Ausführungen dazu interessant sein. Nachdem Peter Altmaier aber schon in vielen Ressorts tätig war, können sicherlich auch seine Aussagen zum Feuerwehrwesen und anderen Bereichen erwartet werden.
Am Montag, 23. Mai, wird anstelle der politischen Veranstaltung ab 19 Uhr eine Trachtenmodenschau der Firma Schütz aus Hallstadt im Festzelt stattfinden. Auch hierbei werden die Besucher Interessantes zu sehen bekommen, denn bei guter Verpflegung und begleitet vom Musikverein Marktzeuln werden Kinder, Frauen und Männer die Trachtenmode präsentieren und die neuesten Trends aufzeigen.







Interview der Feuerwehr Trieb mit Kanzleramtsminister Peter Altmaier 

Auf Vermittlung der Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) besuchte am 12. April 2016 eine Delegation Trieber Feuerwehrleute den Chef des Bundeskanzleramts und Bundesminister für besondere Angelegenheiten, Peter Altmaier, in Berlin im Bundeskanzleramt, um ihn zu den Jubiläumsfeierlichkeiten im Mai einzuladen. Bei dieser Gelegenheit wurden dem Bundesminister mehrere, mit Kreisbrandrat Timm Vogler abgestimmte Fragen aus dem Bereich Feuerwehrwesen vorgelegt, die dieser nachstehend wie folgt beantwortet:


1. Frage: Aufgrund des demografischen Wandels, Mitgliederschwunds und veränderter gesellschaftlicher Verhältnisse haben viele Freiwillige Feuerwehren gerade auch in unserer Region Schwierigkeiten, ihre Einsatzbereitschaft herzustellen. Welche Lösungsansätze sind auf bundespolitischer Ebene generell diskutiert worden, um diesem Trend entgegenzuwirken und wird eine Pflichtfeuerwehr in diesem Zusammenhang für sinnvoll gehalten?

Altmaier: Am Grundprinzip der Freiwilligkeit und des Ehrenamtes darf nicht gerüttelt werden. Wichtig ist vor allem, das Engagement bereits ab frühester Jugend zu fördern. Hierfür müssen wir auch die neuen Medien nutzen. Viele junge Leute wissen gar nicht, wie spannend eine Tätigkeit bei der Feuerwehr oder dem Roten Kreuz sein kann. Auch Frauen und Menschen mit Migrationshintergrund sind wichtige Zielgruppen für die Feuerwehren.
Der öffentliche Dienst insbesondere der zuständigen Länder und Kommunen könnte zudem auf allen Ebenen seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter noch stärker zum Engagement motivieren. Ein Beispiel: In der Liegenschaft des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe in Bonn steht ein Fahrzeug der Bonner Feuerwehr, das die zuständige freiwillige Löscheinheit des Stadtbezirkes im Tagesalarm mit Mitarbeitern des Amtes, die auch freiwillig Feuerwehrleute sind, tatkräftig unterstützt.
Eine Pflichtfeuerwehr sollte meines Erachtens immer nur eine zeitbefristete Notlösung sein. So sehen es auch die Brandschutzgesetze der Länder vor.

2. Frage: Die Bayerische Staatsregierung hat eine Ehrenamtskarte zur Stärkung des Ehrenamts eingeführt. Welche weiteren Möglichkeiten sehen Sie, auch bei der Feuerwehr die Motivation der ehrenamtlich Tätigen zu stärken?

Altmaier: Ein ganz wichtiges motivationsförderndes Element ist die öffentliche Anerkennung der Arbeit der ehrenamtlichen Feuerwehrfrauen und -männer. Die Ehrenamtskarte halte ich für eine sehr gute Idee. Es gibt auch noch andere, wie mir aus den Bundesländern berichtet wurde, zum Beispiel Vergünstigungen beim Besuch von öffentlichen Einrichtungen. Das Bundesministerium des Innern würdigt das Engagement aller ehrenamtlichen im Katastrophenschutz mitwirkenden Organisationen, einschließlich der Feuerwehren, mit seinem Förderpreis "Helfende Hand".

3. Frage: Zum Beispiel erfordert auch der Neubau der ICE-Strecke von München nach Berlin von den Freiwilligen Feuerwehren des Landkreises Lichtenfels den Ein-satz neuer Techniken und damit verbundene Schulungs- und Fortbildungsmaßnahmen. Das Verhältnis von Brandeinsätzen zu technischen Hilfeleistungseinsätzen beträgt aktuell etwa 1:4. Insgesamt ist festzustellen, dass das Aufgabenspektrum der Freiwilligen Feuerwehren immer größer wird und langsam die Schmerzgrenze erreicht. Ist an eine Aufgabenbegrenzung bzw. -reduzierung gedacht?

Altmaier: Diese Entwicklung ist ja schon lange bekannt, ebenso wie das große und leidenschaftliche Engegement der Freiwilligen Feuerwehren vor Ort. Deshalb sind in den Feuerwehrgesetzen der Länder auch darüber hinausgehende Kernaufgaben festgelegt: Retten, Löschen, Technische Hilfeleistung bei Unfällen jeglicher Art und Hilfeleistungen bei Unwettergefahren. Jede Freiwillige Feuerwehr vor Ort sollte in ihrem Einsatzbereich grundsätzlich in der Lage sein, diese Aufgaben abzudecken. Für besondere Risiken werden Feuerwehren dann ja auch speziell ausgestattet und ausgerüstet bzw. werden ggf. Stützpunktfeuerwehren eingerichtet, die Überlandhilfe leisten.

4. Frage: Ein großes Konfliktpotential bietet die Vereinbarkeit von Beruf und Feuerwehr im Ehrenamt. Welche Verbesserungsmöglichkeiten werden in diesem Zusammenhang gesehen, um die Einsatzbereitschaft der Feuerwehren zu gewährleisten?

Altmaier: Natürlich muss hier darauf geachtet werden, dass beides gut in Einklang zu brin-gen ist, was - wie ich weiß - nicht immer leicht ist.
Ein Beispiel habe ich bereits genannt, nämlich, dass der Öffentliche Dienst vor Ort mit gutem Beispiel vorangehen und seine Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter motivieren sollte, in den Freiwilligen Feuerwehren ehrenamtlich mitzuwirken.
Darüber hinaus sollte es überall in Deutschland möglich sein, nicht nur in seiner Heimatfeuerwehr am Wohnort aktiv zu sein, sondern für Pendler auch in den Orten, in denen sich der Arbeitsplatz befindet. Bayern ist hier ja schon mit gutem Beispiel vorangegangen.
Und drittens ist es ebenso wichtig, den Arbeitgebern in der Privatwirtschaft deutlich zu machen, welch wertvollen Beitrag Ehrenamtliche in unserer Gesellschaft leisten und wie wichtig es ist, diesen Beitrag aktiv zu unterstützen. Deshalb werden etwa beim Förderpreis "Helfende Hand" des Bundesministerium des Innern auch Arbeitgeber auszeichnet. Für gefahrengeneigte Betriebe könnte zudem darüber nachgedacht werden, dass sich eine Anzahl ausgebildeter Feuerwehrleute in der Belegschaft günstig für Versicherungstarife gegen Feuer oder Unfälle auswirkt.

5. Frage: Welchen Stellenwert messen Sie der interkommunalen Zusammenarbeit im Feuerwehrwesen bei?

Altmaier: Das Prinzip der kommunalen Selbstverwaltung in der Bundesrepublik hat sich bewährt. Gleichwohl machen heute Umfang und Komplexität der Aufgaben eine interkommunale Zusammenarbeit in vielen Fällen notwendig.
Bezogen auf die Zusammenarbeit der Feuerwehren über die Gemeindegrenzen hinweg gibt es ja schon viele Beispiele: Aufgabenteilung bei Alarm- und Ausrückeordnungen, gemeinsame Beschaffungen, gemeinsame Nutzung von Ausbildungseinrichtungen und auch die gemeinsame Besetzung von Einheiten. Hier stellt sich die Situation in jeder Region ein bisschen anders dar.

6. Frage: Der Klimawandel bringt Großschadensereignisse mit sich, die in vielen Fällen die Ausrufung des K-Falles erforderlich machen. Wie kommt der Bund in die-sem Zusammenhang seiner Verantwortung im Katastrophenschutz, entsprechende Gerätschaften und finanzielle Mittel bereitzustellen, nach?

Altmaier: Für den Katastrophenschutz sind nach unserer Verfassung die Länder zuständig. Der Bund unterstützt im Rahmen seiner Verantwortung für den Zivilschutz, indem er ihnen umfänglich Ausstattung zur Verfügung stellt, die die Länder auch im friedenszeitlichen Katastrophenfall nutzen dürfen. Rund 5000 Einsatzfahrzeuge hat der Bund für diesen Zweck beschafft oder beschafft sie derzeit. Das sind u. a. hochmoderne Löschfahrzeuge oder Spezialfahrzeuge für die Bekämpfung von chemischen, biologischen, und nuklearen Gefahren.
Durch den Klimawandel verursachte Extremwetterereignisse zählen zu den friedenszeitlichen Gefahren. Dennoch engagiert sich auch der Bund. Wir haben die strategische Behördenallianz "Anpassung an den Klimawandel" gebildet, in der neben dem Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe auch die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW), das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung, der Deutsche Wetterdienst und das Umweltbundesamt zusammenarbeiten. Gemeinsam werden unter anderem Forschungsvorhaben durchgeführt, die sich schwerpunktmäßig mit der Erfassung von Starkniederschlagsereignissen beschäftigen - einem Thema, das die Gefahrenabwehr bereits heute vielerorts beschäftigt.

7. Frage: Digitalfunk und andere moderne Gerätschaften in der Feuerwehr erfordern ein gut ausgebildetes Personal, das sich ständig weiterbilden muss. Kann der Freistellungsanspruch der Feuerwehrdienstleistenden verbessert werden?

Altmaier: In den Brandschutzgesetzen der Länder bestehen ja schon lange rechtliche Regelungen zur Freistellung. Eine Freistellung ist in der Regel bei Einsätzen und bei Lehrgängen erforderlich, die zur Erfüllung der gesetzlichen Aufgaben notwendig sind. Grundsätzlich erfolgt eine Freistellung für Einsätze und Lehrgänge ohne besondere "Rücksicht" auf den Arbeitgeber. Bei Übungen und sonstigen Veranstaltungen sind jedoch die Interessen gegeneinander abzuwägen. Ich halte es für sinnvoll, die Arbeitgeber für die Unterstützung der Tätigkeit in einer freiwilligen Feuerwehr zu gewinnen und sie vom Mehrwert solcher Mitarbeiter für das Unternehmen zu überzeugen. Meist handelt es sich ja um besonders engagierte Menschen, die aufgrund ihrer Qualifikation als Feuerwehrleute weiteres technisches Know how und soziale Kompetenz in die Betriebe einbringen. Als sehr nützlich kann es sich erweisen, wenn z.B. Bürgermeister vor Ort Arbeitgeberkampagnen starten und als Arbeitgeber in der Verwaltung mit bestem Beispiel vorangehen.