Brummis sollen künftig von Weismain Richtung Autobahn 70 über Modschiedel und Wunkendorf fahren. Das sorgt für Ärger.
Sehr emotional ging es in der jüngsten Stadtratssitzung in Weismain zu, als der Leiter des Kreisbauhofs Lichtenfels, Heiko Tremel, einen Bericht zum Stand der Planungen der Ortsumfahrungen Wunkendorf, Modschiedel und Weismain sowie der daraus entstehenden Konsequenzen abgab. Dass dieses Thema nicht nur den Stadträten auf den Nägeln brennt, zeigte der überaus große Besucherandrang.
Bürgermeister Udo Dauer wies darauf hin, dass die Weismainer Umgehung erst dann genutzt werden kann, wenn der letzte Handgriff in Sachen Lärmschutz getätigt worden. Das könnte sich bis ins neue Jahr hineinziehen. Tremel erklärte, dass der Schwerlastverkehr in Richtung A 70 künftig über die Kreisstraße Lif 12 durch Wunkendorf und Modschiedel geleitet werden soll. An den beiden Engstellen in den Ortschaften sei ein Geschwindigkeitslimit von 20 beziehungsweise 30 Stundenkilometern vorgesehen. Trotz der bedenklichen Einschränkungen hinsichtlich der Fahrbahnbreite sei die Lif 12 die günstigste Variante für den Schwerlastverkehr.
Seit zehn Jahren bekannt
Darüber war Janine Bruneker (GUB) sehr ungehalten. "Wir haben nun den Verkehr aus Weismain heraus und verschieben ihn in die Ortschaften Wunkendorf und Modschiedel." Die Problematik sei schon seit zehn Jahren bekannt. Die Einwohner der beiden Dörfer müssten nun auf die nächsten Ortsumfahrungen warten, meinte sie kopfschüttelnd.
In Modschiedel könnte bereits im ersten Halbjahr 2020 mit dem Bau einer Umgehung begonnen werden. Mit der Teilnehmerschaft der Flurbereinigung wurden bereits die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen. Dies stehe in Wunkendorf noch aus. Die Aussage "Wir sind aber auf einem guten Weg" konnte die Gemüter nicht beruhigen, da niemand genau sagen konnte, wann die schwierigen Eigentumsverhältnisse geklärt sein werden. Bis zu einem Jahrzehnt Wartezeit könne möglich sein, war zu hören.
Sperrung noch einmal überdenken
Unter diesen Umständen, so meinte Matthias Müller (CSU), solle doch überlegt werden, ob das Kleinziegenfelder Tal mit Gewalt gesperrt werden müsse. Dies sollte nochmals überdacht werden. Michael Dreiseitel (SPD) meinte, dass auch der Wohnsiger Berg ein Unfallschwerpunkt werden könnte. Er regte an, wenigstens die Straße in den Serpentinen zu verbreitern und dafür die Hecken zu opfern. Anita Rauch (GUB) sagte, dass in Modschiedel gerade das Gefahrenpotenzial für Kinder erheblich größer werde. Grundstücksgrenzen gingen bis an die Straße, ein Gehsteig sei nicht vorhanden.
Auf Nachfrage antwortete Tremel, dass auch andere Varianten einer Umgehung Wunkendorf geprüft wurden. Die Planungen seien einsehbar und könnten ausgehängt werden.
Der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes "Weismain-Kalkberg I" in einem beschleunigten Verfahren wurde zurückgestellt. Ursula Gommelt (Die Grünen) hatte dies damit begründet, dass kein Zeitdruck bestehe und die Satzung erst nochmals geprüft werden sollte.