Juradörfer haben Angst vor dem Schwerlastverkehr

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Sehr beengt sind die Straßenverhältnisse in Modschiedel. Bei mehr Schwerlastverkehr werde das Unfallrisiko steigen, befürchteten die Weismainer Stadträte in der jüngsten Sitzung. Foto: Roland Dietz
Sehr beengt sind die Straßenverhältnisse in Modschiedel. Bei mehr Schwerlastverkehr werde das Unfallrisiko steigen, befürchteten die Weismainer Stadträte in der jüngsten Sitzung. Foto: Roland Dietz

Brummis sollen künftig von Weismain Richtung Autobahn 70 über Modschiedel und Wunkendorf fahren. Das sorgt für Ärger.

Sehr emotional ging es in der jüngsten Stadtratssitzung in Weismain zu, als der Leiter des Kreisbauhofs Lichtenfels, Heiko Tremel, einen Bericht zum Stand der Planungen der Ortsumfahrungen Wunkendorf, Modschiedel und Weismain sowie der daraus entstehenden Konsequenzen abgab. Dass dieses Thema nicht nur den Stadträten auf den Nägeln brennt, zeigte der überaus große Besucherandrang.

Bürgermeister Udo Dauer wies darauf hin, dass die Weismainer Umgehung erst dann genutzt werden kann, wenn der letzte Handgriff in Sachen Lärmschutz getätigt worden. Das könnte sich bis ins neue Jahr hineinziehen. Tremel erklärte, dass der Schwerlastverkehr in Richtung A 70 künftig über die Kreisstraße Lif 12 durch Wunkendorf und Modschiedel geleitet werden soll. An den beiden Engstellen in den Ortschaften sei ein Geschwindigkeitslimit von 20 beziehungsweise 30 Stundenkilometern vorgesehen. Trotz der bedenklichen Einschränkungen hinsichtlich der Fahrbahnbreite sei die Lif 12 die günstigste Variante für den Schwerlastverkehr.

Seit zehn Jahren bekannt

Darüber war Janine Bruneker (GUB) sehr ungehalten. "Wir haben nun den Verkehr aus Weismain heraus und verschieben ihn in die Ortschaften Wunkendorf und Modschiedel." Die Problematik sei schon seit zehn Jahren bekannt. Die Einwohner der beiden Dörfer müssten nun auf die nächsten Ortsumfahrungen warten, meinte sie kopfschüttelnd.

In Modschiedel könnte bereits im ersten Halbjahr 2020 mit dem Bau einer Umgehung begonnen werden. Mit der Teilnehmerschaft der Flurbereinigung wurden bereits die Grundstücksverhandlungen abgeschlossen. Dies stehe in Wunkendorf noch aus. Die Aussage "Wir sind aber auf einem guten Weg" konnte die Gemüter nicht beruhigen, da niemand genau sagen konnte, wann die schwierigen Eigentumsverhältnisse geklärt sein werden. Bis zu einem Jahrzehnt Wartezeit könne möglich sein, war zu hören.

Sperrung noch einmal überdenken

Unter diesen Umständen, so meinte Matthias Müller (CSU), solle doch überlegt werden, ob das Kleinziegenfelder Tal mit Gewalt gesperrt werden müsse. Dies sollte nochmals überdacht werden. Michael Dreiseitel (SPD) meinte, dass auch der Wohnsiger Berg ein Unfallschwerpunkt werden könnte. Er regte an, wenigstens die Straße in den Serpentinen zu verbreitern und dafür die Hecken zu opfern. Anita Rauch (GUB) sagte, dass in Modschiedel gerade das Gefahrenpotenzial für Kinder erheblich größer werde. Grundstücksgrenzen gingen bis an die Straße, ein Gehsteig sei nicht vorhanden.

Auf Nachfrage antwortete Tremel, dass auch andere Varianten einer Umgehung Wunkendorf geprüft wurden. Die Planungen seien einsehbar und könnten ausgehängt werden.

Der Antrag auf Änderung des Bebauungsplanes "Weismain-Kalkberg I" in einem beschleunigten Verfahren wurde zurückgestellt. Ursula Gommelt (Die Grünen) hatte dies damit begründet, dass kein Zeitdruck bestehe und die Satzung erst nochmals geprüft werden sollte.

Ebenfalls zurückgestellt wurde der Neuerlass einer Satzung über die Märkte in Weismain sowie einer Marktgebührensatzung. Hier hatte Ursula Gommelt bemängelt, dass das Verwenden von Einweggeschirr nicht verboten werde. In der kurzen Diskussion stellte sich heraus, dass es noch mehr Verbesserungspotenzial gibt.

Laub stört bei Grabpflege

Keine Einwände gab es gegen den Neuerlass der Satzung über die öffentlichen Bestattungseinrichtungen der Stadt und den dazu gehörigen Neuerlass der Gebührensatzung für den Friedhof. In diesem Rahmen fragte Matthias Müller nach, ob die Laubbäume im Gottesacker zurückgeschnitten werden könnten, da oft zu hören sei, dass das herunterfallende Laub die Grabpflege erschwere. Dies werde mit der Firma, die für den Friedhof zuständig ist, geklärt, versprach Udo Dauer.

Genehmigt wurden die Jahresrechnungen der Stadt und der Wohltätigkeitsstiftung Weismain. Der Dank des Bürgermeisters galt Anita Rauch für ihre Arbeit in diesem Bereich.

Um einen Sachstand der Renovierung der Turnhalle bat Ursula Gommelt. Dauer berichtete, dass die für Anfang November geplante Schließung der Halle, bis etwa Ostern verschoben werden konnte. Ein Duschen sei jedoch nicht möglich. Nach der Sanierung solle die Halle bis Jahresende 2020 wieder zur Verfügung stehen.

Matthias Müller verlässt CSU

Matthias Müller gab seinen Austritt aus der CSU bekannt. Auf die Besetzung Ausschüsse des Stadtrats hat dies keinen Einfluss.

Eine bessere Innenstadtbeleuchtung gerade bei Veranstaltungen in der Advents und Weihnachtszeit regte Michael Dreiseitel an. Dies soll geprüft werden.