Janorschkes Team erhält Wild-Card für Giro
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, Dienstag, 10. Januar 2012
Das deutsche Radsport-Team Net-App wird als eines von vier Zweitligateams für den diesjährigen Giro d'Italia eingeladen. 14 Mannschaften hatten sich um eine Wild-Card beworben. Damit darf die Mannschaft, bei der auch Grischa Janorschke (Altenkunstadt/Lkrs. Lichtenfels) unter Vertrag steht, bereits im dritten Jahr ihres Bestehens an einer der drei großen Landesrundfahrten teilnehmen.
"Ich war fast ein wenig sprachlos als ich die Nachricht erhalten habe. Wir sind zwar selbstbewusst mit unserer Bewerbung aufgetreten, aber wir wussten auch, dass wir eher ein Außenseiter sind. Jetzt fühlt es sich wie der erste Saisonsieg an. Das ist eine Riesenbestätigung für uns", sagte Ralph Denk, Team-Manager der Pro-Continental-Mannschaft, bei der auch der Altenkunstadter Grischa Janorschke unter Vertrag steht. "Der Giro gibt uns die Chance, uns zu beweisen", fügte Denk an.
Janorschke wohl kaum dabei
Der Giro d'Italia wird für die Rundfahrtspezialisten im Team zum Saisonhöhepunkt. Dank der frühzeitigen Entscheidung der Organisatoren kann die Equipe ihr Rennprogramm und ihre Saisonvorbereitung so gestalten, dass die Mannschaft wettbewerbsfähig am Start steht. Grischa Janorschke als Sprinter und Klassiker-Spezialist dürfte wohl kaum für einen Startplatz bei der Italien-Rundfahrt in Frage kommen. Dazu müsste der 24-Jährige im Frühjahr schon außergewöhnlich gute Ergebnisse bei den Eintagesrennen in Belgien und Holland erzielen.
Gesetzt für den Giro dürfte mit Blick auf das Gesamtklassement bei Net-App der junge Tscheche Leopold König sein. König wurde 2011 Zweiter der Österreich-Rundfahrt, Dritter der Tour de l'Ain und Fünfter der Tour of Britain. "Wir glauben, dass Leo sein Potenzial noch nicht ausgeschöpft hat und dass er den Giro unter den Top 20 beenden kann", hofft Denk. Die Schleife durch Italien führt vom 5. bis 27. Mai von Herning/Dänemark nach Mailand. Die Radprofis müssen in 21 Etappen fast 3500 km überwinden. Auf dem Programm stehen zwei Einzelzeitfahren, ein Mannschaftszeitfahren sowie fünf Bergankünfte.
Entscheidung
Für die Benennung des zurzeit in Deutschland am höchsten klassifizierten Teams waren offensichtlich wirtschaftliche Gründe ausschlaggebend. Der neue Giro-Chef Michele Acquarone setzt auf Marktöffnung und kennt das US-Unternehmen für Daten- und Zahlenmanagement bestens. Net-App - Jahresumsatz rund fünf Milliarden Euro - arbeitet seit einiger Zeit bereits mit dem Giro zusammen. Sogar ein Giro-Start in Deutschland in der näheren Zukunft könnte jetzt ein Thema werden.
Das deutsche Radteam hat einen geschätzten Jahresetat von 2 Millionen Euro. Denk will möglichst bald bei der Tour de France starten und eine Pro-Tour-Lizenz, für die aber ein Mehrfaches der augenblicklichen Sponsorenleistung fällig wäre. ft/dpa