Der Bauantrag für den Umbau und Modernisierung des Geschäftshauses von Bundestagsabgeordneten Emmi Zeulner (CSU) wurde in der jüngsten Sitzung des Bauausschusses einstimmig befürwortet. Es handelte sich um den Dachausbau und der damit verbundenen Nutzungsänderung des Gebäudes in der Inneren Bamberger Straße 3.
Dort soll im Erdgeschoss das neue CSU-Büro eröffnet werden. Auf Anfrage unserer Zeitung im Kulmbacher Büro der Abgeordneten konnte noch kein Eröffnungstermin genannt werden. Diskussionsstoff lieferten die bereits eingebauten Fenster und die Tür, die sich nicht in die Optik der Häuserfassade einfügten.

Kritik der Anwohner

Dietmar Heinkelmann (SPD) gab eine entsprechende Kritik von Anwohnern weiter. Auch er bezeichnet die "Wohnhausfenster" als zu klein.
Stadtbaumeister Jürgen Graßinger unterstrich, dass nicht die genehmigte Gestaltung des Erdgeschosses Gegenstand des Bauantrags sei, sondern nur der Dachausbau.
Lebens- und Wohnqualität genießt in Lichtenfels einen hohen Stellenwert. Dies wurde auch bei den beiden letzten Bauausschusssitzungen deutlich. Die Errichtung von Nebengebäuden in der Saarstraße stand nach einer Ortsbegehung am vergangenen Dienstag erneut auf der Tagesordnung.

Sensibler Umgang mit Wünschen

Bürgermeister Andreas Hügerich (SPD) machte deutlich, dass ein wichtiger Grundsatz sei, im Rahmen der Planung die öffentlichen und privaten Belange gegeneinander und untereinander gerecht abzuwägen. "Bei einer engen Bebauung wie in dieser Reihenhaussiedlung müssen wir das Schutzbedürfnis der Hauseigentümer gegenüber der Wohnqualität der Nachbarn gegeneinander abwiegen", stellte er fest. Die Errichtung von Schutzhütten oder Hundezwingern in den nur 6,5 Meter breiten Grundstücken schmalen Grundstücken vor den Reihenhäusern könnten Präzedenzfälle schaffen. "Wir müssen mit den Wünschen der Bürger sensibel umgehen und können nicht nur ,Ja' oder ,Nein' sagen", machte der Bürgermeister deutlich.
Im Gremium wurde betont, dass kleine Hütten zum Aufbewahren von Gartengeräten durchaus akzeptabel seien, aber nicht ganze Gebäude, die die gesamte Breite einer Parzelle des Reihenhauses einnähmen. Auf Vorschlag des Bürgermeisters wurden die Bauanträge zum zweiten Mal zurückgestellt und die Verwaltung beauftragt, sich erneut mit dem Landratsamt abzusprechen.
Ein ähnliches Problem stellte der Antrag dar, eine 3,5 Meter hohe Hecke in der Riemenschneiderstraße zu pflanzen. Dort müsste eine Befreiung vom Bebauungsplan erteilt werden, erläuterte Stadtbaumeister Jürgen Graßinger. Auch hier taten sich die Ausschussmitglieder mit einer Entscheidung schwer. Die über 20 Meter lange Hecke komme einer Einfriedung gleich, hieß es. Elmar Zipp (SPD) votierte dafür, dass die Hecke nicht höher als 2,5 Meter sein dürfe. Schließlich wurde der Bauantrag gegen vier Stimmen befürwortet. Das gleiche Thema stand bei der Errichtung einer Einfriedung durch einen geschlossenen Holzzaun am Höhenweg 6 in Mistelfeld zur Debatte. Diesen dauerhaft vom Eigentümer begrünen zu wollen, bezweifelten einige Ausschussmitglieder. Der Vorschlag des Bürgermeisters, auch dort eine Ortsbesichtigung vorzunehmen, wurde akzeptiert und der Bauantrag zurückgestellt.
Erneut Kopfzerbrechen machte dem Gremium eine Bauvoranfrage für ein Einfamilienwohnhaus im neuen Baugebiet "Am Jägersbrunnen" in Roth. Eine Bauwerberin möchte dort ein modernes Gebäude mit Pultdächern errichten. Das sah der Bebauungsplan nicht vor. Nachdem dieser geändert wurde, so Bürgermeister Hügerich, könne dem Vorhaben zugestimmt werden. Das sei auch mit dem Landratsamt abgesprochen. Das Gremium folgte dem Vorschlag der Verwaltung und stimmte zu.