Die Verhandlungen der Gemeinde Altenkunstadt mit der Telekom über den Standort für einen Mobilfunkmasten im Außenbereich von Altenkunstadt gehen in die heiße Phase. Die Bürgerinitiative (BI) Mobilfunkstandort Altenkunstadt nahm dies zum Anlass, Präsenz zu zeigen. Am Dienstagabend wurden die Gemeinderäte und Bürgermeister Robert Hümmer vor Beginn der Gemeinderatssitzung mit einem Spalier aus Protestplakaten empfangen, auf denen unter anderem zu lesen stand: "Abbau Richtfunk Baiersdorf sofort", "Sofortiger Abbau BMF Antenne. Ein Mast für Altenkunstadt reicht aus" oder "Keine geheimen Beschlüsse bei 3000 Unterschriften".

Letzterer Punkt stieß den Bürgern besonders auf. "Uns wurde zweimal versprochen, dass wir Einsicht in den Vertragsentwurf erhalten. Doch das wird uns jetzt verweigert", beschwerte sich der Sprecher der Initiative, Dietmar Schuberth, bei Bürgermeister Robert Hümmer.
"Vertragsentwürfe sind erst einmal grundsätzlich nichtöffentlich", erwiderte dieser. Zugleich räumte er ein, dass er den Mitgliedern der BI eine Einsichtnahme in Aussicht gestellt habe. Allerdings habe die Telekom ihr Veto eingelegt. "Es war ausdrücklicher Wunsch der Telekom, dass die Geheimhaltung nicht aufgehoben wird", sagte er.

Zur Erinnerung: Mit ihrer Forderung, auf dem Höhenzug des Altenkunstadter Gemeindeberges Külmitz einen Standort für einen Mobilfunkmasten zu errichten, ist die BI gescheitert. Der Gemeinderat hatte sich im Mai dieses Jahres zur Enttäuschung der BI mit überwältigender Mehrheit für den mit der Telekom ausgehandelten Standort an der Kante des Berges, der sich 379 Meter von der Wohnbebauung in der Schlesierstraße befindet, entschieden.


Straßenschild sorgt für Unmut

Von der Decke des Prügeler Gewölbekellers, über den die Ortsstraße verläuft, haben sich Steine gelöst. Aus diesem Grund erließ die Gemeinde eine Tonnagebeschränkung von zwölf Tonnen. Martina Mätzke von der Jungen Wähler Union (JWU) hatte sich verwundert die Augen gerieben, als sie kürzlich durch den Altenkunstadter Ortsteil fuhr: "Das Schild ist weg!". Bereits in der Sondersitzung des Gemeinderates am Montagabend hatte sie ihre Verwunderung zum Ausdruck gebracht, dass die beschlossene Tonnagebeschränkung wieder aufgehoben wurde. "Es waren schon Gerüchte aufgekommen, wegen der Ernte sei es zu einer Aufhebung gekommen", sagte sie bei der regulären Gemeinderatssitzung tags darauf. Der Gedanke ist nicht von der Hand zu weisen, hatte doch ein Landwirt eine Ausnahmegenehmigung für landwirtschaftliche Fahrzeuge gefordert, die der Bauausschuss allerdings abgelehnt hatte.

Mätzke hatte in der Sondersitzung zudem kritisiert, dass die Allgemeinheit nicht über die Aufhebung der Tonnagebeschränkung informiert worden war. "In Abstimmung mit Bernhard Häck vom Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege, dem Experten auf diesem Gebiet, und der Firma LGA Grundbau wurde ein Stahlträger in den maroden Gewölbekeller eingezogen", klärte sie der Bürgermeister am Montagabend auf, der zugleich betonte: "Es wird regelmäßig kontrolliert, ob es hält." Thorsten Schmidtke aus Prügel von den Jungen Bürgern (JB) sprang dem Gemeindeoberhaupt zur Seite: "Bei der Bürgerversammlung in Prügel hat Robert Hümmer darauf hingewiesen, dass demnächst die Tonnagebeschränkung aufgehoben wird."


Regelmäßige Kontrollen

Dass die Öffentlichkeit nicht ausreichend informiert worden war, nahm zweiter Bürgermeister Georg Deuerling auf seine Kappe: "Ich hatte die Urlaubsvertretung übernommen und hielt eine Pressemitteilung für nicht geboten, da ich keinen Aufzug machen wollte."

In der Sitzung am Dienstagabend verlas Hümmer aus einem Schreiben der Baufirma LGA. Demnach wurde zur konstruktiven Sicherung der Kellerdecke mit einer Spannweite von rund vier Metern in der Mitte des Raumes eine Rahmenkonstruktion erstellt, die mit der Decke verbunden ist. Dadurch sei eine Standsicherheit der Decke gegeben. Dies wiederum führte zur Aufhebung der Tonnagebeschränkung. Die Wirksamkeit der Maßnahme soll im monatlichen Rhythmus kontrolliert werden.

Die Geschwindigkeitsbeschränkung auf 30 Stundenkilometer bleibe aber vorsorglich erhalten, so Hümmer.


Leitungs-Wirrwarr soll ein Ende haben

Der Lärm abgesunkener Kanaldeckel nervt die Anwohner und wegen defekter Leitungen muss die Straße wieder aufgerissen werden. In vielen Kommunen weiß man davon ein Lied zu singen. Der Gemeinderat Altenkunstadt entschied sich deshalb einstimmig, bei der Erschließung des Baugebietes Evangelische Kirche II einen neuen Weg zu gehen. Die benötigten Leitungen für Schmutzwasser, Regenwasser, Trinkwasser, Gas und Telekom werden nicht im konventionellen Regelerschließungssystem, sondern im "Mono-Erschließungssystem" verlegt.

"Das Leitungs-Wirrwarr unter der Straße hat damit ein Ende", sagte Diplom-Ingenieur Hans Würmseher. Er ist der Erfinder dieses Systems, nach dem auch sein Unternehmen benannt ist. Anhand einer Powerpoint-Präsentation erläuterte er den Ratsmitgliedern die Funktionsweise seines Systems.

Besonderheit des Erschließungssystems sind die im Bereich des späteren Gehwegs in das Erdreich eingelassenen Beton-Boxen. Alle Versorgungsleitungen werden dort als Paket in einem Multifunktionsstreifen in nur einem Graben verlegt. In jeder der Boxen sind der Regenwasserkanal, der Schmutzwasserkanal, die Trinkwasserversorgung, die Gasleitung und die Leitungen zur Telekommunikation zusammengefasst. "Sie haben 60 Prozent weniger Erdarbeiten und müssen später beispielsweise bei einem Rohrbruch die Straße nicht mehr aufbaggern", nannte Würmseher zwei Vorteile des Systems. Alles in allem erhofft man sich eine Erleichterung bei den Wartungsarbeiten und eine langfristige Einsparung bei den Kosten. Die Erschließungskosten bezifferte er auf 4000 bis 6000 Euro pro Parzelle.


Arbeiten für Hochwasserschutz

Was hat es mit den Bauarbeiten zwischen Baiersdorf und Weismain auf sich? Das wollte Martine Mätzke wissen. "Es handelt sich um eine Hochwasserschutzmaßnahme der Stadt Weismain", klärte sie der Bürgermeister auf.
Außerdem werde im Zuge der Maßnahme eine Fuhr zu einem Geh- und Radweg ausgebaut, der von Baierdorf zur Weismainer Kläranlage und von dort aus zum bestehenden Radweg bei Weismain führe. Ein straßenbegleitender Geh- und Radweg entlang der Kreisstraße von Baierdorf nach Weismain habe sich nicht realisieren lassen, erklärte Hümmer.

Starke Regenfälle sorgen immer wieder dafür, dass Wasser aus dem Neubaugebiet Evangelische Kirche II in die Langheimer Straße fließt. Darauf wies Hans-Werner Schuster (CSU) hin. Pfaff erklärte, dass der Regenwasserkanal in dem Baugebiet hydraulisch betrachtet noch ausreichend sei. Zugleich versprach er, dass man sich des Problems annehmen werde.

Der Ausbau der Baumgartenstraße in Strößendorf war für Ende August anvisiert. Bürgermeister Robert Hümmer teilte mit, dass die Maßnahme um vier Wochen verschoben werden musste. Die Bürger seien bereits informiert worden.

Zudem informierte er darüber, dass die Kanalisations-, Wasserversorgungs- und Straßenbauarbeiten an die Baufirma STL aus Sonneberg vergeben wurden. Die Kosten für die Bauarbeiten bezifferte er auf 450 855 Euro.