Bei der "größten Hochbaumaßnahme der vergangenen 25 Jahre" im Stadtgebiet (Bürgermeister Jürgen Kohmann) kam es zu einer Kostensteigerung. Warum das so ist, wurde in der Stadtratssitzung am Donnerstagabend in der Adam-Riese-Halle beleuchtet. Die 256 000 Euro Mehrkosten im Vergleich zur Kostenschätzung von 2018 seien darauf zurückzuführen, dass "es um mehr Leistungen geht", wie Kohmann (CSU) erläuterte.

Zunächst hatte sich die Stadt, die Sachaufwandsträger der Adam-Riese-Schule ist, für eine energetische Sanierung angemeldet. Während der Planung stellte sich heraus, dass das allein nicht reicht. Das Barrierefreimachen kam hinzu, auch die Stromleitungen mussten saniert, Wasser- und Abwasserleitungen überholt und der Brandschutz auf die Höhe der Zeit gebracht werden. Allein die energetische Sanierung der Schule kostete eine Million Euro, die Teilsanierung von Schule und Hort sogar 5,6 Millionen Euro, sagte Bürgermeister Kohmann.

Sanierung bei laufendem Betrieb

Seit rund zwei Jahren läuft die Sanierung. Die Bauarbeiten an den Schulhäusern werden im laufenden Unterrichtsbetrieb ausgeführt; das ist nach Bürgermeister Kohmanns Worten mit einem hohen Koordinationsaufwand für Planer, Lehrkräfte und die beiden Hausmeister verbunden. Der Bürgermeister unterstrich, dass die Stadt im Vorfeld zwei Millionen Euro einsparen konnte, weil jene Kosten vermieden wurden, die entstanden wären, wenn der Unterricht während der Sanierungsarbeiten in Container verlagert worden wäre. Die Teilsanierung gelte der Schule mit derzeit 281 Schülern und dem Ausbau des Hortes mit Plätzen für 76 Kinder.

Unterm Strich erhalte die Stadt energetisch sanierte Schulhäuser mit großen, schalltechnisch optimierten Klassenzimmern. Entstanden seien "bestmögliche Lern- und Betreuungsmöglichkeiten für die Kinder". Rund sieben Millionen Euro werde des Gesamtprojekt kosten, sagte Kohmann. 5,5 Millionen Euro Fördermittel würden fließen, so dass sich der Eigenanteil der Stadt auf 1,5 Millionen belaufe.

Der verantwortliche Planer, Gerd Peter Lauer, ging auf die geleisteten Arbeiten ein und erklärte, warum es zu 256 000 Euro Mehrkosten kommt - unter anderem auch deswegen, weil die Akustik in der Aula verbessert werden soll. Die inzwischen fertiggestellten Bauteile haben seiner Aussage zufolge Neubauzustand.

Bürgermeister Kohmann betonte, dass die Stadt berechtigte Hoffnung habe, dass 75 Prozent dieser Mehrkosten staatlicherseits gefördert werden.

Hinzu kämen die Kosten für eine moderne Schließanlage. Das alte rund 50 Jahre alte Schließsystem sei nicht mehr zeitgemäß und müsse durch eine neue mechanische Schließanlage ersetzt werden, so Kohmann. Sinnvoll sei, ein System einzubauen, das mit Chipkarten funktioniere - ähnlich dem in der Obermain-Therme. Für diese chipkartengesteuerte Schließanlage müssten Kosten von weiteren rund 50 000 Euro veranschlagt werden.

Einstimmig votierten die Stadträte dafür, die Mehrkosten von 256 000 Euro sowie geschätzte zusätzliche Kosten von 50 000 Euro für ein Schließsystem zu übernehmen.

Auf Anfrage teilte der Bürgermeister mit, dass bei der Sanierung keine Lüftungsanlage eingeplant worden ist. Im Nachhinein würde das nun schwierig und sehr teuer. Alle Räume verfügten jedoch über Fenster, um ausreichend zu lüften.