Seit zehn Jahren bewirtschaften die Bayeri schen Staatsforsten die Staatswälder: ökonomisch erfolgreich mit einem Blick auf ökologische und soziale Belange. Diese Bilanz zog gestern der Forstbe triebsleiter Rothenkirchen, Peter Hagemann, und Betriebsratsvorsitzender Baptist Fischer bei einem Gespräch im Landratsamt. "Sei es der Waldumbau, um für die Herausforderungen des Klimawandels gerüstet zu sein, die Jagd oder die Umsetzung anspruchsvoller Naturschutzkonzepte - die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bayerischen Staatsforsten arbeiten mit großem persönlichem Einsatz für eine erfolgreiche Zukunft", sagte Hagemann.
Auch Landrat Christian Meißner (CSU) zog eine positive Bilanz. Gerade im Landkreis Lichtenfels sei der Walderholung für die Bevölkerung und die vielen Besucher im Gottesgarten am Obermain ein besonderes Gewicht verliehen worden.
Er erinnerte an gut ausgebaute Waldwege, die Radler und Wanderer zu schätzen wüssten. "Das Wanderwegenetz hat gerade bei uns eine hohe Qualität", so der Landrat. Hagemann ergänzte, dass der Forstbetrieb jährlich 400 000 Euro in die Instandhaltung der Waldwege investiere. Peter Hagemann betreut mit seinen 60 Mitarbeitern im Forstbetrieb Rothenkirchen 14 500 Hektar Staatswald in acht Revieren. Im Lichtenfelser Landkreis sind es drei Reviere mit einer Fläche von rund 5000 Hektar. Dazu gehören Weismain, Klosterlangheim und Lichtenfels. Er sah seine Hauptaufgabe darin, die nadelholzlastigen Wälder zu laubholzreichen, klimabeständigen Mischwäldern umzubauen. Die nachhaltige Rohstoffversorgung der Region werde durch 30 000 Festmeter nachhaltiger Holznutzung und Holzverkauf im Landkreis Lichtenfels gewährleistet, sagte er. Das große Auftragsvolumen komme den örtlichen Holzeinschlagsunternehmen und Holzrückern zugute. "Wir stellen den Wasser- und Bodenschutz in größeren Quelleinzugsgebieten und an Steilhängen sicher", betonte Hagemann auch den ökologischen Aspekt. Ein Schwerpunkt sei der Arten- und Biotopschutz. Er bezog sich dabei auf die Schutzziele der großen Natura-2000-Gebiete und die Fauna-Flora-Habitat-Gebiete (FFH) rund um Klosterlangheim und bei Weismain sowie auf das Vogelschutzgebiet am Jurarand und wies auf die umfangreichen Brutgebiete seltener und geschützter Tierarten wie Fledermäuse, Specht- und Eulenarten, Rotmilan, Wespenbussard oder Baumfalken hin.
"Die Holzvorräte im Landkreis Lichtenfels sind gestiegen", machte Hagenmann anhand der Forstinventur deutlich. Den Bestand bezifferte er auf 290 Festmeter pro Hektar. In zehn Jahren sei, trotz der verheerenden Stürme, deutlich weniger Holz genutzt worden, als zugewachsen sei.

Buchenholz-Vorrat wächst

Der Vorrat an starkem Holz sei besonders bei der Buche deutlich angewachsen. Trotzdem konnte der Erlös gesteigert und damit denkmalgeschützte Gebäudesubstanz erhalten werden. Darüber hinaus flossen erhebliche Mittel in das "Staatssäckel".
"Die Herausforderungen, die der öffentliche Wald in Zukunft an uns stellen wird, kann nur mit hoch qualifizierten Personal aus den eigenen Reihen bewältigt werden", stellte Betriebsratsvorsitzender Fischer fest. Aus diesem Grund sei der Slogan "Nachhaltig wirtschaften" vielschichtig zu sehen. Die Bevölkerung, aber auch die Waldbesitzer würden in Zukunft die ökologische Waldbewirtschaftung noch mehr in den Vordergrund stellen. Diese Aufgabe gelte es zu meistern.