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Der Michelauer Schützenkaiser kommt aus München


Autor: Klaus Gagel

Michelau, Montag, 01. Dezember 2014

Es wurde viel gelacht beim Königsessen der Michelauer Schützengesellschaft. Dies lag vor allem an der lockeren Atmosphäre bei der Siegerehrung. Denn bei den Michelauer Schützen steht zu diesem Höhepunkt des Schützenjahres auch die Proklamation des Kaisers und der Vereinsmeister an, was dem Abend einen zusätzlichen Glanz verleiht.
Die neuen Vereinsmeister: V.l.: Konrad Laux, Walter Füglein, Jörg Stettner, Martin Braun. Die Pokale überreichte Bürgermeister Helmut Fischer.  Fotos: Klaus Gagel


Mit Freude konnte der Oberschützenmeister Fritz Turnwald das Königshaus, dem er selbst als 2. Ritter angehört, willkommen heißen. Ein kräftiger Applaus galt dem amtierenden Schützenkönig Holger Grund mit seinem 1. Ritter Walter Füglein. Begrüßt wurde die Damenkönigin Edeltraud Bauer mit ihren beiden Rittern Renate Turnwald und Brunhilde Reichelt. Last but not least war auch der Jugendkönig Martin Braun angetreten um den Reigen der Majestäten zu vervollständigen.
Nachdem man sich das köstliche Königsmahl hatte schmecken lassen, wurde es spannend, denn es standen die Bekanntgabe der Vereinsmeister, die Preisverteilung des Abschießens und die Proklamation des Kaisers an.
Während Kaiser, Schützenkönig und Ritter für eine Schützengesellschaft eine hohe repräsentative Bedeutung haben zeigen sich die Leistungen der besten Schützen in einer Gesellschaft vor 1#googleAds#100x100 allem bei der Vereinsmeisterschaft. Hier kommt es nicht auf den einen Glücksschuss an, oder darauf, welche anderen Schützen gerade "gesperrt" sind, sondern auf eine ganze Serie von Schüssen, die am Ende die höchste Ringzahl ausmachen. Natürlich wird dieser Wettbewerb getrennt nach Altersklassen ausgetragen und so waren aktuell bei den Michelauern vier Vereinsmeister zu ehren. Vereinsmeister bei den Schützen wurde Jörg Stettner, in der Altersklasse siegte Konrad Laux, in der Seniorenklasse war Walter Füglein der erfolgreichste Schütze und bei den Schülern überzeugte Martin Braun durch seine Treffsicherheit. Alle vier erhielten aus den Händen von Bürgermeister Helmut Fischer und Oberschützenmeister Fritz Turnwald die begehrten Pokale.

Es geht auch ums Geld

So richtig ums Geld ging es beim Abschießen. Hier waren auf den einzelnen Scheiben für den jeweils besten Tiefschuss oder die höchste Ringzahl Geldpreise zu gewinnen. Entsprechend beliebt ist dieser Wettbewerb in der Schützengesellschaft. Als "Aufsteiger des Jahres" entpuppte sich auch hier Walter Füglein, der auf allen Scheiben Geldpreise einheimsen konnte.
Den Titel des Kaisers oder der Kaiserin kann in der Michelauer Gesellschaft nur eine Schützin oder ein Schütze erwerben, der mindestens schon einmal die Königswürde erringen konnte. Dabei ist es gar nicht so einfach mit der historischen Waffe den besten Tiefschuss zu landen. Das Unterhebel-Repetiergewehr ist recht gewöhnungsbedürftig, und so gibt es bei diesem Wettbewerb nicht selten heftige Überraschungen, zumal man die Teilerzahl nicht mit den anderen Wettbewerben vergleichen kann. Mit etwas Wehmut musste die Kaiserin des Vorjahres Erika Hammerschmidt die prächtige Ehrenkette ablegen, doch das Prunkstück bleibt in München. Norbert Friedrich, der ebenso wie Erika Hammerschmidt in der Landeshauptstadt wohnt, gab nämlich beim Schießen auf die Kaiserscheibe den besten Schuss ab. Und so wechselte das Prunkstück von zarter Damenhand auf die stolze Männerbrust.
Gab es angesichts dieses Ereignisses schon viel Beifall und lustige Bemerkungen, so wurde dies noch übertroffen durch den Gag des Abends. Den lieferte Christine Grund, die sich beim Oberschützenmeister Fritz Turnwald im Namen aller für sein Engagement bedankte. Nachdem Rosen für einen gestandenen Oberschützenmeister wohl nicht das passende Geschenk sind schenkte sie ihm kurzerhand ein Stämmchen mit Rosenkohl. Die Begeisterung war dem Oberschützenmeister ins Gesicht geschrieben ...