Wer's zum ersten Mal sieht, den versetzt das Brückentheater ins Staunen. Ein schmales Holzhäuschen, das sich über den Lauterbach im Kurpark spannt. Wer die besondere Nähe zwischen Publikum und Künstlern einmal erlebt hat, ist sehr oft davon angetan - und das gilt für beide Seiten, Zuschauer wie Akteure. So kommt es, dass die Nachfrage nach Tickets groß ist, wie man seitens des Bad Staffelsteiner Kur- und Tourismus-Services feststellt. Stammgäste haben bei ihrer Urlaubsbuchung schon ein Auge auf die Aufführungen. Und bei denen, die dort Schauspiel, Gesang oder Kleinkunst zum Besten gegeben haben, wirkte diese Spielstätte mitunter so inspirierend, dass sie sich daran machten, eigens Stücke für diesen Rahmen zu schreiben. Das weiß Jan Burdinski zu berichten, der Intendant des Fränkischen Theatersommers / Landesbühne Oberfranken. Er animiert "seine" Schauspieler zum Schreiben, um auf diese Weise ihr Potenzial zu erweitern. Als er bei einem Pressegespräch im Bad Staffelsteiner Rathaus das Programm für die neue Freiluft-Saison vorstellt, ist zu spüren, wie begeistert er selbst davon ist. Neun neue Stücke sind unter den insgesamt 15, die in Bad Staffelstein zu sehen sind - übrigens so viele wie an keinem anderen Ort, an den die seit nunmehr 25 Jahren bestehende Wanderbühne kommt. Für drei größere Stücke wählt man die Seebühne, die anderen finden alle im Brückentheater statt. Auf dessen "Entdeckung" angesprochen, gerät Burdinski auch nach rund zehn Jahren noch ins Schwärmen. Bei einer Begehung des Kurparks, um neue Spielstätten zu erkunden, sei plötzlich der Fokus auf die eingehauste Brücke gefallen, die eigentlich ohne Funktion war. Nachdem seine Ideen dazu umgesetzt waren, habe ihm die Atmosphäre noch besser gefallen, als er es sich vorgestellt hatte. Einmal, nachdem die Ränge vor der Seebühne wegen einer Unwetterwarnung hatten leer bleiben müssen, war dort, auf hölzernen Stühlen im Holzhäuschen, auch schon ganz spontanes Improvisationstheater möglich, wie er erzählt: "Man erlebt sehr viel Schönes!"
Gestartet wird die Reihe der Aufführungen mit dem "Flotten Feger" von Clarissa Hopfensitz, die dabei selbst als schwäbische Putzfrau auf der Bühne stehen wird. Die Komödie, die am 28. April in der Altenkunstadter Synagoge Premiere haben wird, wird am 5. Juli ein weiteres Mal in Bad Staffelstein gezeigt. Mit Chansons ("In der Nacht ist der Mensch nicht gern alleine") geht es schon am 10. Mai weiter. Es folgen Abende mit Tanz, Schauspiel, Mundartkabarett, Musiktheater und natürlich hohem Unterhaltungswert bis in den September hinein. Burdinski selbst wird dabei mehrere Male selbst als Rezitator/Erzähler fungieren beziehungsweise Regie führen. Wieder im Programm ist seine Hommage an Otto Reutter (1870-1932), einen Unvergessenen der Kleinkunstbühne.

Seinen Sitz hat der Fränkische Theatersommer nach wie vor in Hollfeld. Die Verbindung in den Landkreis Lichtenfels, wo neben Bad Staffelstein an weiteren fünf Orten gespielt wird, könnte in Zukunft noch etwas inniger werden, wie der Intendant andeutete, denn in Kutzenberg hat der Verein eine Lagermöglichkeit bekommen.
Die Programmübersicht sowie Tickets für die Aufführungen auf der Seebühne und im Brückentheater gibt es beim Kur- und Tourismus-Service Bad Staffelstein, Bahnhofstraße 1, Tel. 09573/33120 sowie per E-Mail an: tourismus@bad-staffelstein.de