A73 bei Lichtenfels: "Absolut lebensgefährlich" - Lkw mit schweren Mängeln gestoppt
Autor: Redaktion
Lichtenfels, Freitag, 03. März 2023
Mehrere schwere Mängel haben Beamten der Verkehrspolizei an einem Umzugs-Lkw entdeckt, der auf der A73 unterwegs war. Auch der Führerschein des Fahrers kam ihnen verdächtig vor. Doch das war längst nicht alles.
Nachdem Verkehrsbeamte einen Umzugs-Lkw am Mittwoch (1. März 2023) kontrolliert hatten, konnten sie diesen unmöglich auf der A73 weiterfahren lassen - der Wagen wies starke Mängel auf und die Insassen kamen der Polizei verdächtig vor. Dabei hatte das Gefährt auf die Beamten zuvor "sehr vertrauenserweckend" gewirkt, wie die Verkehrspolizeiinspektion Coburg mitteilte.
Bei der Kontrolle zeigte der Fahrer einen georgischen Führerschein vor, der mittels Tintenstrahldrucker um die erforderliche Fahrerlaubnisklasse C erweitert war. Der Beifahrer wies sich zunächst mittels Personalausweis als bulgarischer Staatsangehöriger aus, zusätzlich besaß der Co-Pilot die erforderliche bulgarische Fahrerlaubnis. Den Polizisten kam die Situation etwas verdächtig vor - ein Dokumentenspezialist enttarnte die Papiere auf der Dienststelle als "fast perfekte Totalfälschung".
Führerschein und Ausweis gefälscht - doch es kommt noch bunter
Wie weiter herausgefunden konnte, handelte es sich beim Beifahrer um einen türkischen Staatsangehörigen, der in Deutschland bereits um Asyl gebeten hatte, aber das Verfahren nicht abwarten wollte. In der Schlafkabine des Lkws hatte sich der türkischstämmige Inhaber des Berliner Umzugsunternehmens versteckt. Verkehrsrechtliche Genehmigungen und Fahrtaufzeichnung fehlten in Gänze.
Video:
Später betitelte der zuständige Prüfingenieur die Situation als "absolut lebensgefährlich für den Fahrer und andere Verkehrsteilnehmer": Die Federgabeln des Lkw waren gebrochen, das Druckluftbremssystem defekt, der Ölaustritt am Motor war immens und das vorhandene Reserverad war so lose, dass es jederzeit auf die Autobahn hätte fallen können. Da die Fahrt mit diesem Lkw nach der Kontrolle durch die Polizisten beendet worden war, ist von dem vermeintlich "vertrauensvollen Umzugsunternehmen" ein Ersatzfahrzeug mit Fahrer nach Lichtenfels beordert worden.
Offensichtlich beging das Unternehmen den gleichen Fehler erneut: Auch bei diesem Fahrer konnte es zur Anzeige gebracht werden. Der ebenfalls georgische Ersatzfahrer hatte sich illegal in Deutschland aufgehalten und war hier unerlaubterweise einer Beschäftigung nachgegangen.
Nun werden die Verfahren nach Berlin abgegeben, da die anschließenden Ermittlungen noch einige Zeit in Anspruch nehmen werden. Zumindest stellt der Lkw jetzt keine Gefahr mehr für die Autofahrer auf der A73 dar.