Der Motorsportclub Untersteinach will auf der ehemaligen Erdaushub-Deponie bei Wirsberg - das Areal liegt noch auf Ludwigschorgaster Gemeindegebiet - ein Trial-Übungsgelände errichten. Bereits im Jahr 2008 hatte der Motorsportclub einen Antrag beim Landratsamt Kulmbach gestellt. Damals bekamen die Mitglieder die Auskunft, dass für eine längerfristige Nutzung ein immissionsschutzrechtliches Genehmigungsverfahren nötig ist.
Jetzt möchte der MSC die Grundstücke mit den Flurnummern 288, 289 und 291 erst einmal für ein Jahr zur Probe nutzen. Doch auch dafür wäre solch ein Gutachten nötig.

Bürgermeisterin Doris Leithner-Bisani (CSU) wies in der jüngsten Sitzung des Ludwigschorgaster Gemeinderatsauf einen Ortstermin hin.
Schwierig sei die Zufahrt zum Gelände.

Linksabbiegespur notwendig

Denn die wäre von der B 303 nur mit einer Linksabbiegespur genehmigungsfähig. Und bei deren Bau würde der Markt Ludwigschorgast zur Kasse gebeten. "Wir können natürlich kein Interesse haben, für solch eine Linksabbiegespur zu zahlen", so die Bürgermeisterin.

Bei einem Ortstermin sei auch die Zufahrt über Privatgrundstücke und Anliegerstraßen diskutiert worden. "Aber das ist ebenfalls schwierig", sagte sie.

Auch für ein immissionsschutzrechtliches Gutachten, das für die Genehmigung des Trial-Übungsplatzes nötig wäre, müsste der Markt Ludwigschorgast bezahlen. "Wir können eine Zustimmung überhaupt nur in Aussicht stellen, dass keinerlei Kosten für die Gemeinde anfallen", entschieden die Räte nach eingehender Diskussion bei zwei Gegenstimmen.

Keine lauten Motorräder

Der Vorsitzende des Motorsportclubs Untersteinach, Klaus Herold, betonte in der Gemeinderatssitzung, dass Trial nicht mit Motocross zu verwechseln sei. Die Trial-Maschinen seien weniger lärmintensiv. Zudem sollten keine Abgrabungen auf dem Gelände stattfinden, sondern nur Aufschüttungen. Herold glaubt nicht, dass dies problematisch sein könnte.

"Ich kann mir eine Genehmigung da draußen auf dem Gelände überhaupt nicht vorstellen. Das ist ein Gebiet, in dem es Rehe und Fasane gibt", sagte Jürgen Beyer (SPD/OL). Hermann Hildner (CSU) stieß ins gleiche Horn: "Das ist eine Ruhezone für Wild. Die Jagdpächter sind dagegen." Tobias Braunersreuther (SPD/OL) sagte: "Wenn Kosten auf die Gemeinde zukommen, dann können wir auf keinen Fall Interesse haben."

Schließlich rief Bürgermeisterin Leithner-Bisani zur Abstimmung. Sie wies darauf hin, dass die immissionsschutzrechtlichen Belange sowie umweltschutzrechtliche Gründe vom Landratsamt geprüft werden. Zwei Räte stimmten generell gegen solch eine für Ludwigschorgast kostenneutrale Prüfung.