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Eruieren wir das einmal


Autor: Redaktion

Kulmbach, Freitag, 10. Februar 2017

Ist der Begriff Eruieren für den Vorgang der Informationsbeschaffung noch zeitgemäß? Oder bietet der Duden schon modernere Alternativen?
Symbolfoto: Tim Brakemeier/dpa - Bildfunk+++


Von Jakob Weber

Meine Zeit als Praktikant in der Redaktion der Bayerischen Rundschau neigt sich langsam aber sicher dem Ende zu. In den vergangenen zwei Monaten konnte ich viel Neues und Interessantes erfahren, was mir in Zukunft von Wert sein wird. So habe ich zum Beispiel meinen Wortschatz um eine neue Vokabel erweitern können: Eruieren.

Warum ist mir dieses wichtige Verb in meinem Leben als Schüler zuvor nie begegnet?
Also erst einmal eruieren, was dieses Eruieren überhaupt bedeutet. Als ehemaliger Lateinspezialist (hüstel) konnte ich mir den Wortsinn aber schnell erschließen - das war auch notwendig, bestand meine Tätigkeit als Praktikant doch eigentlich nur daraus, etwas zu eruieren.
So bekam ich vor kurzem den Auftrag, einen komplexen rechtlichen Sachverhalt zu eruieren: "Am besten wendest du dich gleich an den obersten Sachverständigen am Landratsamt, der muss das wissen." Das tat ich.
Er müsse das erst einmal eruieren, sprach der Herr, nachdem ich ihm meine Fragen gestellt hatte. Gut, dass ich mit dem Wort bereits vertraut war. Aber wo eruiert ein Sachverständiger, dem man auf seinem Gebiet eigentlich das Wissen eines Lexikons nachsagt?
Immer mehr wurde mir klar, wie wichtig das Wort für den gehobenen Sprachgebrauch ist.
Aber ist der Begriff überhaupt noch zeitgemäß? Seit 2004 jedenfalls bietet der Duden ein moderneres Synonym an, das auch den heutigen Weg der Informationsbeschaffung viel besser beschreibt: googeln.