Wenn das Jahresende für Tiere in Kulmbach zum Stress wird
Autor: Stefanie Gleixner
Heinersreuth, Montag, 31. Dezember 2018
Böllerknall und Silvesterkrach sind für viele in Kulmbach eine große Freude. Aber für Tiere ist die Feierei oftmals mit viel Stress verbunden.
2018 neigt sich dem Ende entgegen. Das alte Jahr wird verabschiedet und das neue mit Krach begrüßt. Viele Menschen freuen sich darüber, aber jene, die es nicht tun, haben meist Haustiere, denn für diese bedeutet der Jahreswechsel immer wieder Stress.
"Eigentlich beginnt es schon, sobald der Verkauf der Böller los geht. Die Ersten fangen dann gleich an, diese auszuprobieren, und für die Tiere beginnt die Zeit der Panik", sagt Susanne Schilling, Leiterin des Tierheims in Kulmbach.
Dann kommt es besonders häufig vor, dass Tiere von zu Hause weglaufen - besonders Hunde. Deshalb ist Susanne Schilling in der Silvesternacht auf Bereitschaft, um sich um die zu kümmern, die weglaufen sind.
"Zwischen 22 und 2 Uhr ist es am schlimmsten. Die Hunde sind von der Lautstärke so geschockt, dass sie ein richtiges Trauma erleiden können. Um dem Lärm zu entgehen und weil sie das nicht kennen, laufen sie weg", beschreibt Susanne Schilling.
Wenn die Vierbeiner gefunden werden, werden sie ins Tierheim gebracht oder von Susanne Schilling abgeholt. Dann heißt es warten, bis die Besitzer kommen. Manchmal kann das ein paar Stunden dauern. "Oftmals haben die Besitzer kein Verständnis und denken, dass ihre Tiere von selbst wieder heim gekommen wären oder sie nicht gedacht hätten, dass ihr Hund solche Angst hat", sagt Susanne Schilling. Dennoch lernen die Meisten aus solchen Erlebnissen. Es sei eher selten, dass ein und dasselbe Tier noch einmal im Heim abgegeben werde.
Was sollte man dann also als Hundebesitzer an Silvester machen? "Man sollte das Tier auf keinen Fall mit raus nehmen, wenn die Raketen geschossen werden. Das setzt sie noch zusätzlich unter Stress", erklärt Susanne Schilling. "Am besten bleibt man zu Hause und sperrt die Vierbeiner ein. Dann können sie auch nicht weglaufen." Viele Hunde würden sich meistens selbst einen Unterschlupf im Haus suchen - und dort solle man sie auch am besten lassen, bis alles vorbei sei.
So geschieht das auch mit den Hunden, die im Tierheim leben. Um 22 Uhr werden die Klappen der einzelnen Zwinger geschlossen, so dass sie nicht mehr herraus können. Wenn der Lärm dann am lautesten ist, schaut Susanne Schilling noch einmal, wie es den Vierbeinern geht: "Wenn ein Hund sehr unruhig ist, bleibe ich auch bei ihm sitzen, denn man sollte sie nicht alleine lassen bei zu großer Angst."