Die gute Nachricht vorneweg: Der Wanderweg KU 44, der "Trebgaster Weg", ist auf der Etappe zwischen Pinsenhof und dem Tierheim wieder problemlos zu begehen. Niemand muss fürchten, von Holzbarrikaden oder einem tiefen Graben ausgebremst zu werden. Der Frankenwaldverein hat hier ganze Arbeit geleistet, um wieder ein ungetrübtes Wandervergnügen zu ermöglichen.

Am ursächlichen Problem mit dem Wanderweg - und das ist die schlechte Nachricht - hat sich freilich auch nach wochenlangen Bemühungen nichts geändert. Wie berichtet, hatten Wanderer immer wieder darüber geklagt, dass das Teilstück des Weges kaum passierbar sei. Offensichtlich vom Grundstückseigentümer waren Stammabschnitte aufgetürmt worden; einen bestehenden Entwässerungsgraben hatte er so vertieft, dass er nun ein unüberwindliches Hindernis darstellt.

"Es tut sich nichts"

Das Problem ist bekannt. Anfang Februar hatte es sogar einen Ortstermin gegeben. Daran hatte unter anderem Hans Werther, Vorsitzender der Ortsgruppe Kulmbach im Frankenwaldverein, teilgenommen. Ihm ist sehr daran gelegen, dass der Weg wieder in Ordnung gebracht wird. Allein: "Es tut sich nichts. Ich weiß auch nicht, wie es weitergeht."

Ratlos ist auch Björn Stumpf, der im Hauptverein des Frankenwaldvereins als Wegewart aktiv ist. Natürlich sei theoretisch vorstellbar, dass der Verein Druck mache, sagt er uns. "Aber wir legen uns ungern mit Grundstückseigentümern an. Man braucht sich ja immer wieder mal."

Ob die Gemeinde darauf hinwirken kann, dass der Grundstückseigentümer den Weg wieder begehbar macht? Sie wolle erst einmal abwarten, was das Landratsamt sage, das mittlerweile mit der Angelegenheit befasst sei, sagt Anita Sack, Bürgermeisterin der Gemeinde Ködnitz. "Dann rede ich gerne mit den Betroffenen."

Das wäre wohl in erster Linie der Grundeigentümer. Eine Stellungnahme für die Zeitung? Fehlanzeige. Man wolle sich raushalten, sagt man uns.

Deswegen kann man nur mutmaßen, was der eigentliche Grund für die Blockade des Weges ist. Sicherheitsgründe sollen eine Rolle spielen. Der Weg sei eigentlich keiner - sondern vielmehr eine Rückegasse. Der eigentliche Trebgaster Weg verlaufe weiter unten am Hang. Die Stämme sollen, so ist unter der Hand zu erfahren, dort aufgeschlichtet worden sein, um zu verhindern, dass Mountainbiker in den vom Wasser mittlerweile tief ausgespülten Graben stürzen.

Betroffen ist auch Reinhard Heisinger vom Reisighof. Die Grenze zu seinem Grund verläuft nicht weit vom Wanderweg. Heisinger hat den Weg gelegentlich genutzt, um Holz aus dem Wald zu fahren. Ihm wäre sehr daran gelegen, wieder Ordnung zu schaffen. "Sonst komme ich an manche Stellen nicht mehr hin."

Landratsamt prüft

Auch er hofft darauf, dass das Landratsamt aktiv wird, um die alten Verhältnisse wieder herzustellen. Das Amt ist mit dem Vorgang befasst, erfahren wir auf Nachfrage. "Die zuständigen Mitarbeiter des Landratsamtes sind derzeit damit beschäftigt, die Lage gemeinsam mit den Beteiligten vor Ort zu prüfen und zu bewerten. Hierzu zählt sowohl die Sach- als auch die Rechtslage." Ergebnisse und Details könnten zum jetzigen Zeitpunkt aber noch nicht präsentiert werden, da weitere Ermittlungen und Gespräche erforderlich seien.

Die Beteiligten werden also noch etwas Geduld brauchen. Dass der Weg, der vielleicht zu den schönsten Wanderwegen rund um Kulmbach gehört, nun trotzdem auf allen Etappen frei ist, ist ein Verdienst ehrenamtlicher Helfer des Frankenwaldvereins. Sie haben nach einer vorübergehenden Umleitungsstrecke gesucht, die bestehenden Markierungen entfernt und die Umleitungsstrecke so markiert, dass Wanderer auf den richtigen Weg geleitet werden.