Wandermarathon in Kulmbach: Bis die Füße Blasen schlagen ...
Autor: Sonja Adam
Kulmbach, Sonntag, 17. Juni 2018
Einen ganzen Tag und eine ganze Nacht lang zu wandern - dieser Herausforderung stellten sich in Kulmbach 444 Teilnehmer an den "24 Stunden von Bayern".
In diesem Jahr fand die Veranstaltung "24 Stunden von Bayern" zum zehnten und zugleich letzten Mal statt. Kulmbach präsentierte sich den Teilnehmern aus ganz Deutschland von seiner schönsten Seiten.
Um 8 Uhr gab Oberbürgermeister Henry Schramm am Samstag den Startschuss. Nicht nur die 444 angemeldeten Teilnehmer hatten sich im Kulmbacher Grünzug versammelt, insgesamt machten sich mehr als 700 passionierte Wanderer machten sich auf dem Weg hinauf zur Plassenburg. Die städtische Jugendkapelle geleitete alle hinaus aus der Stadt.
"Wir möchten die Natur genießen"
Bei herrlichem Sonnenschein herrschte eine positive Stimmung. Doch schon die erste Etappe stellte die Wanderer vor Herausforderungen. Der Burgberg trennte Hobbysportler und Gelegenheitswanderer, Druchtrainierte und Etappengeher. Das Feld zog sich weit auseinander. Am Ende kamen Fabian Horn und Martin König. "Wir sind schon seit 2010 immer mit dabei. Und wir möchten die Natur genießen - wir holen die anderen schnell wieder ein", sagte Martin König und behielt mit seiner Selbsteinschätzung recht.
Die Tagesstrecke führte über 844 Höhenmeter. "Das ist ganz schön anstrengend", stöhnte Michael Sauer aus Bergisch Gladbach schon am Nachmittag. Auch Lars Laudien aus Köln staunte, dass die Strecke nicht nur über den Rehberg-Lehrpfad führte, sondern wieder hinauf zum Rehturm. "Ach, schon wieder bergauf", wollte er aber nicht kneifen.
Nur fünf Kilometer auf Asphalt
31,6 Kilometer führten über Schotter- und Waldboden, nur 5,5 Kilometer mussten die Wanderer auf Asphaltstraßen laufen. Unterwegs warteten viele Überraschungen auf die Wanderer: Auf der Plassenburg spielte die mittelalterliche Musikgruppe "Alleweyl", im Buchwald gab es Jubiläumsbier. Auch Brotzeit mit Musik, Vereinspräsentationen und ein Schauspiel auf der Naturbühne hielten die Wanderer bei Laune. Pfarrer Peter Ahrens wartete am Waldkreuz mit seinem Posaunenchor.
Nicht nur heimische Gruppen sorgten für Abwechslung, auch Gruppen aus anderen Gegenden waren angereist: die Spessarträuber, die den Wanderern auflauerten und sie "schwärzten" zum Beispiel. Aus Bad Hindelang gab es Gäste und aus dem Oberen Isartal. Die Wanderer trafen Kohlenhofprinzessin Paula.
"Die Bayern Tourismus Marketing wird die Aktion 24 Stunden von Bayern aber künftig nicht mehr veranstalten, da wir unsere strategische Aufgabe als erfüllt ansehen. Wir wollten im Tourismus einen Impuls geben - und das ist uns gelungen", erklärte Barbara Radomski. "Wir sind natürlich stolz darauf, dass die letzte Veranstaltung dieser Art im Landkreis Kulmbach stattfinden kann. Wir wollen Kulmbach von seiner besten Seite präsentieren", sagte Landrat Klaus Peter Söllner. Auch Oberbürgermeister Henry Schramm war überglücklich.