Druckartikel: Wanderer entdeckt bei Kasendorf riesige Mengen Bauschutt im Wald

Wanderer entdeckt bei Kasendorf riesige Mengen Bauschutt im Wald


Autor: Redaktion

Welschenkahl, Donnerstag, 05. Juli 2018

Ein Wanderer hat bei bei Welschenkahl und Schirradorf gewaltige Mengen illegal entsorgten Bauschutts entdeckt.
Gewaltige Mengen Bauschutt hat ein Umweltsünder bei Welschenkahl entsorgt. Emil Jenne hat den Müllberg entdeckt und bei der Polizei Anzeige erstattet. Auch private kirchliche Dokumente hat er dort gefunden. Foto: Emil Jenne


Emil Jenne aus Kirchenthumbach in der Oberpfalz ist immer wieder im "Naturpark Fränkische Schweiz - Veldensteiner Forst" mit seiner Kamera auf der Suche nach Natur- und Kulturmotiven. Und er stößt dabei regelmäßig auf Umweltsünden, wie er berichtet. In dieser Woche traute er seinen Augen nicht, als er mit dem Fotoapparat in einem Waldstück westlich von Welschenkahl (Markt Kasendorf) unterwegs war. "Dort habe ich eine wilde Müllkippe entdeckt, die ich umgehend bei der Kulmbacher Polizei telefonisch gemeldet habe", berichtet Jenne.


Ein zerrissenes Jesusbild

Die Polizei sei sofort angerückt und habe die frisch angelegte Grube gesehen, die mit mindestens drei Lastwagenladungen voller Bauschutt bereits zu einem Drittel gefüllt gewesen sei. Sogar private kirchliche Dokumente habe der Umweltsünder dort entsorgt: ein zerrissenes Jesusbild, einen Kirchenliedzettel, eine handschriftliche Messliederliste und ein Sterbekärtchen eines in den 1920er Jahren Verstorbenen. Auch eine uralte schwarze Anzugfliege habe er dort vorgefunden, so Jenne.
Doch damit nicht genug: Als er weiter in Richtung Schirradorf (Markt Wonsees) lief, entdeckte er zwei weitere wilde Müllhalden. "Der Bauschutt wurde dort einfach in die Landschaft gekippt", sagt der Naturfreund aus der Oberpfalz.


Anzeige erstattet

Jenne hat bei der Polizei Anzeige erstattet. Mit dem Umweltfrevel befasst sich die Abfallberatung am Kulmbacher Landratsamt, die von der Polizei informiert wurde, aber noch keine Unterlagen hat. "Sobald diese vorliegen, werden wir der Anzeige nachgehen", sagt Daniela Wagner von der Abfallberatung, die auch noch keine Informationen über den Fundort und die Menge des abgelagerten Mülls hat. Wie Wagner ausführt, wird bei wilden Müllablagerungen, sollte der Verursacher ausfindig gemacht werden, in der Regel ein Bußgeld wegen einer Ordnungswidrigkeit verhängt. Wie hoch das sein kann? "Das hängt vom Einzelfall ab", so Wagner.

Die Polizei hat die Anzeige aufgenommen und sich die Müllablagerungen angeschaut. Gestern konnte die Inspektion aber keine detaillierten Auskünfte geben, da der zuständige Beamte nicht im Dienst war.


"Kann es nicht verstehen"

Emil Jenne hofft, dass der Umweltsünder zur Rechenschaft gezogen wird. "Ich persönlich kann nicht verstehen, warum Menschen Bauschutt und Müll in Schlehenhecken kippen, Elektroschrott in Felder einpflügen oder Bauschutt an Wald- und Feldwegrändern auftürmen. Unsere Natur- und Kulturlandschaft ist unsere Lebensgrundlage und ein unendlich wertvoller Garant für Lebensfreude", sagt Jenne.


In der Nähe von Hügelgräbern

Wie er mitteilt, wurde die Grube für die wilde Müllkippe bei Welschenkahl im näheren Bereich von archäologisch interessanten Hügelgräbern ausgegraben. Deshalb hoffe er, dass auch die Denkmalschutzbehörde eingeschaltet wird.
"Die Denkmalschützer sollten vor Ort prüfen, ob mit dem Herumgebaggere im Wald nicht auch Bodendenkmäler zu Schaden gekommen sind." hn